stern-Umfrage Kaum einer will Konsumgutscheine


In der Politik werden sie heiß diskutiert - doch die Bundesbürger lassen sie ziemlich kalt: Laut einer stern-Umfrage halten 78 Prozent der Deutschen die Ausgabe von Konsumgutscheinen nicht für sinnvoll. Vor allem eine Altersgruppe kann mit den Schecks vom Staat nichts anfangen.

Es ist eine einfache, gleichwohl schlagende Idee: Jeder Erwachsene erhält einen Konsumgutschein über 500 Euro, den er einlösen kann, wenn er bereit ist, einen Eigenanteil von 200 Euro obendrauf zu legen. Vor allem der linke Flügel der SPD machte sich für diesen Vorschlag stark. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück äußerten sich bislang nicht dazu. Aber wären Konsumgutscheine nicht ein ideales Mittel, um die lahmende Konjunktur wieder anzukurberln?

Die große Mehrheit der Deutschen ist allerdings anderer Ansicht: Sie beurteilt die Ausgabe von Konsumgutscheinen nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des stern skeptisch. 78 Prozent der Befragten erklärten, sie hielten die Ausgabe von Konsumgutscheinen für nicht sinnvoll. Lediglich 19 Prozent begrüßten die Idee. Bemerkenswerte Unterschiede zeigten sich bei den Alterklassen: Unter den 18- bis 29-Jährigen fanden immerhin 28 Prozent Konsumgutscheine sinnvoll - der höchste Zustimmungswert. Bei Menschen im Alter von 60 Jahren und mehr war die Zustimmung am geringsten. Nur 14 Prozent fanden die Idee gut.

"Ich glaube doch, dass die Menschen das nicht als konjunkturfördernde Maßnahme sehen, sondern als Strohfeuer", resümiert Forsa-Chef Manfred Güllner im stern.de-Interview im "Café Einstein". "Sie erwarten, dass etwas passiert, das die Konjunktur nachhaltig stärkt. Und es ist keine nachhaltige Stärkung, wenn man Geldscheine übers Land streut."

Gefragt, für welche Einkäufe sie das Geld ausgeben würden, falls der Vorschlag tatsächlich umgesetzt würde, nannten 50 Prozent der Bürger Investitionen in die Wohnung, zum Beispiel Möbel, Waschmaschine etc.. An zweiter Stelle standen Handwerker-Leistungen für die Wohnung (37 Prozent). Der Kauf von Kleidung und Reisen wurde von je 31 Prozent angegeben. In die Freizeit wollten 27 Prozent der Bürger investieren. Am Ende der Skala rangierten Ausgaben für Auto oder Autoreparatur (25 Prozent), TV und Computer (25 Prozent), Medien (23 Prozent) und Kosmetik (9 Prozent). Bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich.

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