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Massive Truppenbewegungen Medienbericht: Russland bereitet Invasion der Ukraine im Frühjahr 2022 vor

Derzeit mobilisiert Russland erneut die Truppen an der Grenze zur Ukraine
Russische Truppen landen bei einer Militärübung im Frühjahr 2021 an der Krim. Derzeit mobilisiert Russland erneut die Truppen an der Grenze zur Ukraine.
© Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP / DPA
Seit Wochen blickt die Welt beunruhigt auf die russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine. Laut einem Medienbericht plant Russland schon bald eine Invasion.

Die Lage an der ukrainisch-russischen Grenze spitzt sich zu. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf ranghohe Vertreter aus dem Pentagon berichtet, plant Russland im Frühjahr 2022 eine Invasion des Nachbarlandes an mehreren Fronten. Derzeit soll es "umfangreiche Bewegungen von hundert Bataillonen taktischer Verbände mit schätzungsweise 175.000 Mann" geben, berichtet die Zeitung. 

Das Pentagon wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu dem Bericht äußern. Das Ministerium zeigte sich jedoch "zutiefst besorgt über Hinweise, dass Russlands Pläne für aggressive Aktionen gegen die Ukraine geschmiedet hat". Washington unterstütze "weiterhin die Deeskalation in der Region und eine diplomatische Lösung des Konflikts in der Ostukraine", sagte Pentagon-Sprecher Tony Semelroth.

Ukraine: Russland könnte Invasion mit 175.000 Soldaten starten

Dem Bericht zufolge versammeln sich die Truppen an mehreren Stellen im Norden und Osten der ukrainischen Grenze sowie auf der Halbinsel Krim, die Russland 2014 von der Ukraine annektiert hatte. Beteiligt seien taktische Verbände sowie Panzer und Artillerie. Auf Satellitenfotos, die die Zeitung veröffentlichte, sind massive Verbände an Stellen zu erkennen, die vor wenigen Wochen noch verlassen waren. Laut Pentagon-Schätzungen sind derzeit bereits 70.000 Soldaten an der Grenze stationiert, die Ukraine beziffert die russische Truppenstärke auf 94.000. Durch die verschiedenen Truppenbewegungen zur Grenze und von der Grenze weg versuche Russland aber die Absichten zu verschleiern und Unsicherheiten zu schaffen, zitiert die "Washington Post" aus einem Dokument der US-Geheimdienste. Man gehe davon aus, dass binnen kürzester Zeit bis zu 175.000 Soldaten an der Grenze mobil gemacht werden könnten. Laut dem Dokument sei es möglich, dass die Russen bei ihren Manövern Ausrüstung zurücklassen, um einen Angriff auf die Ukraine schnell starten zu können.

Angesichts eines massiven Aufmarsches der russischen Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine gibt es schon länger Befürchtungen, Russland könnte das Nachbarland angreifen. Moskau weist entsprechende Vorwürfe zurück. Im Gegenzug wirft der Kreml der Ukraine vor, sich vom Westen militärisch ausrüsten zu lassen, und prangert Nato-Militärmanöver nahe der russischen Grenzen an. 

Ukraine rechnet mit Invasion Ende Januar

Wann genau ein Angriff stattfinden könnte, ist auch den US-Behörden nicht klar. "Der Plan der Russen sieht eine Invasion im Frühjahr 2022 vor", zitiert die Zeitung eine namentlich nicht genannt Quelle aus dem Pentagon. Fakt sei aber, dass die Truppenstärke im Falle eine Angriffs ungefähr doppelt so groß sein werde, wie bei der umstrittenen russischen Truppenübung Nahe der ukrainischen Grenze in diesem Frühling.  Die Ukraine befürchtet in wenigen Wochen einen Angriff Russlands. "Der wahrscheinlichste Zeitpunkt zur Eskalationsbereitschaft ist Ende Januar", sagte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksi Resnikow am Freitag. Der ukrainische Geheimdienst analysiere derzeit alle möglichen Szenarien. 

Laut der Pentagon-Quelle gebe es zudem eine Propagandaoffensive seitens der russischen Medien. Dort würden die Ukraine und die Nato verunglimpft, um eine mögliche militärische Eskalation zu rechtfertigen. Zudem hätte man Informationen, dass Russland versuche, die ukrainischen Machthaber als vom Westen installierte Schattenmänner zu denunzieren, die nicht im Interesse der ukrainischen Bevölkerung handeln würden.

In der kommenden Woche sollen US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Putin bei einem Videogipfel zusammenkommen. Biden sagte am Freitag im Weißen Haus, er wolle mit einer Reihe von Maßnahmen eine russische Invasion der Ukraine verhindern. Dennoch sei man in allerhöchster Alarmbereitschaft, erklärte US-Außenminister Anthony Blinken bei einer Europareise unter der Woche. "Wir wissen nicht, ob Präsident Putin sich bereits zu einer Invasion entschlossen hat. Was wir wissen ist, dass er derzeit die Möglichkeiten dazu schafft, einen Angriff binnen kürzester Zeit zu starten."

Quelle: Washington Post

sei AFP

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