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Regierungsbildung in Thüringen: Grüne wollen mit SPD und Linken verhandeln

Die Thüringer Grünen zeigen sich gesprächsbereit und wollen mit der Linkspartei und der SPD über eine mögliche Koalitionsbildung verhandeln. Einen Ministerpräsidenten der Linken wollen sie dann aber docht nicht wählen.

Die Grünen wollen in Thüringen Sondierungsgespräche mit der SPD und den Linken über eine mögliche Koalition aufnehmen. Das beschloss der Landesparteirat am Freitagabend in Jena mit großer Mehrheit und nur wenigen Gegenstimmen. Der Parteirat forderte aber von den beiden Parteien, dass sie schlüssig beantworten müssten, wie eine Mitgestaltung aussehen solle. "Wir werden uns nicht dafür hergeben, einer Koalition, die sich selbst nicht über den Weg traut, eine Mehrheit zu sichern", teilten die Grünen mit. Rechnerisch verfügt ein rot-rotes Bündnis über die notwendige Mehrheit, um die Regierung in dem ostdeutschen Bundesland zu stellen.

Der thüringische Linken-Spitzenkandidat Bodo Ramelow hatte für eine Koalition mit SPD und Grünen einen Verzicht auf das Ministerpräsidentenamt angeboten. Als Bedingung pochte er aber auf die Übernahme eines Schlüsselressorts. Er könne sich vorstellen, in einem solchen Dreierbündnis ein Ministerium für Wirtschaft und Energie zu leiten, sagte Ramelow. Die Landessprecherin der Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, äußerte Respekt für Ramelows Entscheidung. Die Konsequenzen daraus müssten in den kommenden Sondierungsgesprächen besprochen werden.

Die Linkspartei war bei der Landtagswahl vor drei Wochen zweitstärkste Kraft nach der CDU geworden, die zweistellige Verluste einstecken musste. Die Grünen hatten 6,2 Prozent der Stimmen erreicht. Sie könnten gemeinsam mit den Linken, die 27,4 Prozent erzielten, und der SPD, die auf 18,5 Prozent kam, in einem Dreierbündnis das Land regieren. SPD und CDU wollen ihre Sondierungen fortsetzen, Linke und SPD aber mit den Grünen auch über ein Linksbündnis sprechen.

Reuters/AP/DPA / AP / DPA / Reuters