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Wahl 2009 Wird es für Schwarz-Gelb reichen?


Die Spannung steigt: Mit wem wird Merkel regieren können. Die Wahlbeteiligung ist mau. Es droht ein neues Rekordtief.

Die Bundestagswahl ist vielerorts zunächst nur schleppend angelaufen. Bei strahlender Herbstsonne gaben in vielen Bundesländern in den ersten Stunden weniger Wähler ihre Stimme ab als vor vier Jahren. Nach Angaben des Bundeswahlleiters gaben bis 14 Uhr 36,1 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei dieser Zahl wurden die Stimmen der Briefwähler noch nicht berücksichtigt. Bei der letzten Bundestagswahl 2005 lag die Wahlbeteiligung bis 14 Uhr bei 41,9 Prozent; die Wahlbeteiligung insgesamt betrug 77,7 Prozent. Dies war die niedrigste Wahlbeteiligung bei allen bisherigen Bundestagswahlen.

In Baden-Württemberg gaben bis zum späten Nachmittag teils erheblich weniger Wähler ihre Stimmen ab als bei der bisher schlechtesten Beteiligung vor vier Jahren. In den größeren Kommunen ging die Zahl der direkt abgegebenen und per Post eingesandten Stimmen teilweise um mehrere Prozentpunkte zurück.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen hatten nach Angaben der Landeswahlleiterin zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale erst 62,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vier Jahre zuvor waren es zu dem Zeitpunkt bereits 71 Prozent gewesen.

Auch in Berlin blieb die Wahlbeteiligung mäßig. Wegen des schönen Wetters wurde damit gerechnet, dass viele Bürger erst später ins Wahllokal gehen. Außerdem wurde stärker als 2005 von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Aus Schleswig-Holstein und Brandenburg, wo gleichzeitig die Landtage neu bestimmt werden, wurde dagegen eine regere Teilnahme verzeichnet. Im Norden lag die Wahlbeteiligung bis 11 Uhr bei 25,9 Prozent im Vergleich zu 17,2 Prozent vier Jahre zuvor.

Rund 62,2 Millionen Bundesbürger können noch bis 18 Uhr den neuen Bundestag wählen. Nach den Umfragen hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gute Chancen, im Amt zu bleiben - entweder an der Spitze eines Bündnisses mit der FDP oder in der Wiederauflage einer großen Koalition.

Die CDU-Chefin gab am Mittag in Berlin ihre Stimme ab. Gegen 13.30 Uhr kam sie bei strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen zu Fuß in die Mensa in der Humboldt-Universität in Mitte. Begleitet von Ehemann Joachim Sauer warf sie anschließend ihren Stimmzettel in die Wahlurne. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor ebenfalls in Berlin gewählt. Bei der Bundestagswahl 2005 hatten CDU/CSU 35,2 Prozent der Stimmen erreicht, die SPD 34,2 Prozent, die FDP 9,8 Prozent, die Linke 8,7 Prozent und die Grünen 8,1 Prozent.

In Brandenburg und Schleswig-Holstein bemühen sich die Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) und Peter Harry Carstensen (CDU) um eine Wiederwahl. In beiden Bundesländern gab es bislang ebenfalls große Koalitionen.

DPA DPA

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