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Reaktion auf Corona-Ausbruch: Niedersachsen verbietet Tourismus aus Raum Gütersloh – Österreich warnt vor Reisen nach NRW

Der massive Corona-Ausbruch im Raum Gütersloh in NRW hat nun auch für die Urlaubspläne der Bewohner aus der Region Konsequenzen. In Niedersachsen sollen sie vorerst nicht mehr beherbergt werden, in anderen Bundesländern gelten strenge Einreise-Auflagen.

Nahender Sommerurlaub: Corona-Testzentrum in Gütersloh ausgelastet - Reisende warten auf negatives Testergebnis

Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. "Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover. Eine entsprechende Regelung werde gerade erarbeitet. Noch nicht entschieden ist, ob sie generell für Regionen in Deutschland mit einer erhöhten Zahl von Corona-Neufinfektionen gelten soll. 

Demnach prüfen auch mehrere Kommunen an der niedersächsischen Nordseeküste zeitlich begrenzte Aufenthaltsverbote für Touristen aus den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf. Wir sind jetzt in der Konsultationsphase mit Kollegen, von Leer bis zur Wesermarsch", sagte Sven Ambrosy, Landrat des Kreises Friesland. Man müsse kurz vor dem Beginn der Sommerferien dringend eine Lösung dafür finden, wie sich Infektionsrisiken senken ließen, wenn Menschen aus Gebieten mit lokalen Corona-Shutdowns weiterhin reisen dürften.

Auch Österreich reagierte auf den Covid-19-Ausbruch und sprach eine partielle Reisewarnung der Stufe fünf für NRW aus, wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz nach Angaben der Nachrichtenagentur APA in Wien mitteilte. Die Skala des österreichischen Außenministeriums reicht von eins "guter Sicherheitsstandard" bis sechs "Reisewarnung" für ein ganzes Land. Kurz verkündete die partielle Reisewarnung für NRW im Zuge der Ankündigung weiterer Lockerungen der Corona-Beschränkungen in seinem Land. Dabei warnte er, dass das neuartige Coronavirus "nicht verschwunden" sei und die Menschen "weiter wachsam" bleiben müssten. Schließlich zeige der Fall Tönnies im Nachbarland, "wie schnell es zu weiteren dramatischen Situationen kommen kann". 

Niedersachsen: Lehrer aus NRW sollen zu Hause bleiben

Indes wurden auch Lehrkräfte aus dem Raum Gütersloh und Warendorf, die an niedersächsischen Schulen unterrichten aufgefordert, zunächst zu Hause zu bleiben. "Es geht uns nicht um Diskriminierung oder Ausgrenzung von Menschen aus Nordrhein-Westfalen", betonte die Regierungssprecherin. Es gehe nicht darum, Menschen aus Nordrhein-Westfalen abzuweisen. "Wir versuchen angemessen zu reagieren auf die sich da abzeichnende Gefährdung." Es gehe darum, möglichst punktuell zu reagieren und den Wirtschaftsbetrieb in Niedersachsen zu schützen.

Für diese Ländern in Europa gelten Reisewarnungen – ein kleiner Staat bereitet Sorgen

Nach dem massiven Corona-Ausbruch rund um die Fleischfabrik Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatten Kreis und Stadt Osnabrück in Niedersachsen bereits angeordnet, dass dort ab Mittwoch für Menschen aus Gütersloh und Warendorf deckungsgleich alle Vorschriften gelten, die Nordrhein-Westfalen für diese Regionen festgesetzt hat. 

Einreise aus Corona-Risikogebieten nur noch unter strengen Auflagen

Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen Bürger aus Corona-Risikogebieten nur noch unter strengen Auflagen einreisen lassen. In Schleswig-Holstein sollen sie sich künftig nach der Einreise zwei Wochen in Quarantäne begeben. Auf der Insel Usedom waren Urlauber aus dem Kreis Gütersloh schon am Montag aufgefordert worden, Mecklenburg-Vorpommern wieder zu verlassen. In einer Telefonkonferenz wollen die Gesundheitsminister der Länder an diesem Mittwoch über eine einheitliche Linie im Umgang mit Reisenden beraten.

mod / DPA / AFP

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