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Meinung

Pofallas Wunschzettel: Die Bahn verpasst ihr Pünktlichkeitsziel – schon wieder. Mir reicht's.

Zum Jahrestag der Einführung von "Plankorridoren" an neuralgischen Punkten im Schienennetz hat Bahn-Vorstand Roland Pofalla eine Kernbotschaft verkündet: "Pünktliche Züge müssen pünktlich bleiben." Ich kann seine Botschaft kaum glauben.

Till Bartels

stern-Redakteur Till Bartels ist auf die Deutsche Bahn gerade nicht gut zu sprechen

DPA

Der Mann ist mutig: Ronald Pofalla, einst Bundesminister für besondere Aufgaben und jetzt im Vorstand der Deutschen Bahn für das Thema Infrastruktur zuständig, tritt vor die Presse und verkündet eine Binsenweisheit: "Pünktliche Züge müssen pünktlich bleiben".

Mir kommt der 60-Jährige wie ein kleiner Junge vor, der gerne mit der Eisenbahn spielt und in der Adventszeit von seinen Eltern einen weißen Zettel bekommen hat, auf dem er seine Weihnachtswünsche schreiben darf.

Im Schienennetz der Deutschen Bahn gibt es noch den einen oder anderen Knoten zu lösen. Zweiter von links: Ronald Pofalla, seit 2015 im Vorstand der Deutschen Bahn für die Infrastruktur zuständig.

Im Schienennetz der Deutschen Bahn gibt es noch den einen oder anderen Knoten zu lösen. Zweiter von links: Ronald Pofalla, seit 2015 im Vorstand der Deutschen Bahn für die Infrastruktur zuständig.

DPA

Der Satz liest sich wie eine sinnleere Worthülse. Genauso gut hätte Pofalla auf seinen Wunschzettel Sätze wie "rot bleibt rot", "das Trinkwasser soll sauber bleiben" oder "doof bleibt doof" schreiben können.

Zauberwort "Plankorridor"

Anlass für die Presserklärung war die Einrichtung von "Plankorridoren" vor einem Jahr. Für zwei kurze Strecken im 33.400 Kilometer umfassenden Schienennetz der Deutschen Bahn haben die Bahn-Oberen inzwischen ein spezielles "Engpass-Management" eingeführt.

Zu den vielbefahrenen Strecken mit zum Teil "bis zu 140 Prozent" Auslastung gehören im Westen die Achsen Köln-Dortmund und in Deutschlands Zentrum die Verbindung Fulda-Mannheim. Als zwei weitere Schwerpunkte folgen im Süden Würzburg-Nürnberg und im Norden die vier Zufahrtsstrecken nach Hamburg.

Nach Pofallas Angaben hat die Bahn in diesem Jahr allein 20 Millionen Euro in die Plankorridore West und Mitte investiert. "Spezialisten dafür, dass der Zugverkehr sowie alle Einflüsse auf den Betrieb unter stetiger, intensiver Kontrolle stehen." Wie schön, diese löbliche Maßnahme. Daher seien 6000 Verspätungen im Fernverkehr verhindert worden.

Ich rechne nach: Macht gerade mal 16 Verspätungen weniger pro Tag. Und deshalb hängt sich der Infrastruktur-Mann der Bahn gleich den Wunderbeutel um. Er nennt es ein "wirkungsvolles Instrument, um den Eisenbahnbetrieb stabiler zu machen." Immerhin dürften einige Passagiere mehr ihre gewünschten Anschlusszüge erreicht haben.

Für die Schaffung der neuen Korridore Nord und Süd werden noch einmal 20 Millionen Euro ausgeben: in "vorausschauende Instandhaltung der Technik", was ich für selbstverständlich erachte, und in "intensiv betriebenes Vegetationsmanagement". Die Formulierung soll wohl das rechtzeitige Fällen von Bäumen umschreiben, die beim nächsten Herbststurm die Kabel der Oberleitung beschädigten könnten.

Im Kampf um die störanfälligen Klimaanlagen in den Zügen probieren es die Zugbegleiter mit Humor.

Wünsch dir was

Aber Pofalla hat am Donnerstag noch eine frohe Botschaft verkündet: "Operativ kümmern sich Teams aus Disponenten von DB Netz, DB Regio, DB Fernverkehr, DB Station & Service sowie von anderen Eisenbahnen um den Betrieb auf dem Plankorridor." Das ist wirklich ein Novum. Denn endlich scheinen wieder alle an einem Tisch zu sitzen, die zusammengehören, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Dank der Bahnreform 1999 wurden das Unternehmen stark regionalisiert und organisatorisch in diverse Tochterfirmen aufgeteilt, die nun wieder ins Gespräch kommen. "Sie entscheiden im Tagesgeschäft gemeinsam, wenn eine geänderte Zugreihung oder Geschwindigkeit erforderlich ist, damit pünktliche Züge Vorfahrt bekommen", heißt es in der Pressemitteilung.

Doch Pofallas Planungskorridore sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Pünktlichkeitsstatistik bleibt im Jahresverlauf miserabel. Im Oktober sank sie im Fernverkehr nach einem Hoch von 79,8 Prozent im Mai auf 73,1 Prozent. Bis zum Jahresende wird wohl ein Durchschnittswert von 76 Prozent erreicht sein. Mit anderen Worten: Nur drei von vier Fernzügen fahren pünktlich. Damit verfehlt die Bahn sogar das für 2019 von ihr selbst gesetzte bescheidene Ziel.

Doch Pofalla sieht es positiv. "Wir werden am Ende um etwa einen Prozentpunkt besser sein als vergangenes Jahr."

Was ich mir wünsche: Die Züge sollen wie im Fahrplan fahren. Aber das ist wohl zu viel verlangt. Oder im Pofalla-Sprech sei mir der Mini-Wunsch gestattet: Unpünktliche Züge müssen pünktlicher werden.

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