HOME

Zwischen München und Berlin: Diese Zahlen zeigen, warum die Bahn keine Alternative zum Flugzeug ist

Seit Ende 2017 verkehrt die Bahn auf der Schnellfahrtstrecke zwischen München und Berlin mit Tempo 300 und macht dem Flugzeug Konkurrenz. Eine stichprobenartige Untersuchung zeigt, wie unterschiedlich sich die Flug- und Bahnpreise entwickelt haben.

Konkurrenz für Lufthansa, Easyjet und Eurowings: Die Bahn legt die Strecke von München nach Berlin mit ihren ICE-Sprinter-Zügen in knapp vier Stunden zurück.

Konkurrenz für Lufthansa, Easyjet und Eurowings: Die Bahn legt die Strecke von München nach Berlin mit ihren ICE-Sprinter-Zügen in knapp vier Stunden zurück.

In nur vier Stunden mit dem ICE von der Isar an die Spree: Die Schnellbahntrasse durch den Thüringer Wald hat die Fahrzeit der Sprinter-Züge zwischen München und Berlin auf 3 Stunden und 55 Minuten verkürzt. Zuvor waren Reisende zwischen den Metropolen noch sechs Stunden mit dem Zug unterwegs.

Mit dem Flugzeug geht es von Stadtmitte zu Stadtmitte kaum schneller. Zu der reinen Flugzeit von gut einer Stunde gilt es noch die An- und Abreise zum Flughafen sowie die Wartezeiten am Gate und vor der Sicherheitskontrollen hinzuzurechnen.

München-Berlin: drei Airlines und ICE

Nach eineinhalb Jahren sind die Kinderkrankheiten nach dem missglückten Start des Prestigeobjektes der Bahn vergessen. Die ICE-Züge verkehren regelmäßig mit hoher Frequenz und Auslastung. Parallel fliegen jetzt drei Fluggesellschaften zwischen München und Berlin hin und her. Noch vor zwei Jahren kontrollierten Lufthansa und Air Berlin die Strecke. Doch seit Anfang Mai gehört neben Lufthansa und Easyjet auch Eurowings mit bis zu fünf Flugpaaren am Tag zu den Wettbewerbern.

Flugbegleiter eskaliert bei Sicherheitseinweisung

Das inzwischen auf vier Anbieter gewachsene Angebot auf einer der wichtigsten innerdeutschen Verbindungen hat sich das Branchenprotal airliners.de genauer angesehen. Zwischen dem 11. Mai 2019 und dem Pfingstwochenende wurden die Ticketpreise "stichprobenartig" beobachtet, wobei der Fokus auf einem Kurztrip in beide Städte lag.

Bahnfahrt fast immer teurer als ein Flug

"Wer ein Bahnticket kaufen will, muss tief in die Tasche greifen, während die Flugpreise selbst kurzfristig niedrig sein können. Mit dem Einstieg von Eurowings gibt es sogar noch günstigere Preise", lautet das Fazit von airliners.de. "Vor allem am Pfingstwochenende waren die Bahn-Preise hoch."

Seit Eröffnung der neuen ICE-Trasse habe sich die Anzahl der Flugbewegung laut Statistischem Bundesamt nicht erhöht. Die Bahn dagegen spricht von einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen. Doch die einseitige Erhöhung der Nachfrage für den ICE drückt sich vor allem in den Bahnpreisen aus. "Während Eurowings auf der Strecke Kampfpreise rund um Pfingsten ab 35 Euro anbietet und die Lufthansa sowie Easyjet Preise ab etwa 50 Euro möglich machen, ist es bei der Bahn auffallend anders. Vor allem für Gelegenheitsfahrer, die keine Bahncard für Rabatte besitzen, wurde es sehr teuer."

Der reguläre Preis für die einfache Strecke mit dem ICE-Sprinter beträgt 153 Euro, Monate im Voraus gebucht gibt es die Fahrt auch zum Super-Sparpreis für 29,90 Euro. Allerdings geben die Autoren zu bedenken, dass bei den Flugreisen für aufgebendes Gepäck weitere Kosten entstehen, während beim Bahntarif für Koffer keine Aufschläge erhoben werden.

Flugpreise auf Sparpreisniveau

Auch bei einer Langzeitbeobachtung schneidet die Bahn als teurer Anbieter ab. "Die Situation änderte sich auch in den Wochen und Monaten nach Pfingsten nicht. Im Gegenteil, im Flugverkehr sanken die Preisuntergrenzen", schreibt das Portal. "Easyjet und Eurowings haben sich angepasst und bieten beispielsweise für den 7. bis 10. August 2019 Flugpreise ab 33 beziehungsweise 30 Euro an. Das ist in etwa das Sparpreisniveau der langsamen ICEs, die zwischen Berlin und München fünf Stunden brauchen."

Da die Anzahl der Flugpassagiere auf der innerdeutschen Rennstrecke in den vergangenen 18 Monaten konstant geblieben ist, dürften nur wenige Reisende vom Flugzeug auf die Bahn umgestiegen sein.

Selbst die neue Turbo-Strecke der Bahn entwickelt sich nicht zur Konkurrenz zum Flieger. "Die Bahnstrecke erzeugt nach den vorliegenden Informationen einen Bedarf an Verkehr, der vorher nicht gegeben war. Für die Bahn ist das gut, da sie sehr hohe Preise vorgeben kann, ohne sich vor der Konkurrenz des Flugzeuges fürchten zu müssen", lautet das Fazit der Untersuchung.

Quelle: "airliners.de"

Lesen Sie auch:


Wissenscommunity