Antarktis-Expedition Frühstück mit Pinguinen


Fotograf Michael Poliza ist für stern.de drei Wochen unterwegs in der Antarktis. Von Bord des Expeditionsschiffes "MS Bremen" werden er und sein Team regelmäßig über die Abenteurreise ins ewige Eis berichten.

Guten Tag liebe stern.de-Leser,
der eine oder andere wird sich vielleicht an mich erinnern. Vor gut einem Jahr bin ich mit dem Helikopter von Hamburg nach Kapstadt geflogen und habe an dieser Stelle regelmäßig über mein Abenteuer berichtet. Das Resultat der Expedition ist mein Buch "Eyes over Africa", das letztes Jahr im August erschienen ist und kurzlich den Fotobuchpreis des Jahres 2008 gewonnen hat.

Heute schreibe ich ihnen aus Ushuaia in Argentinien, unweit des berüchtigten Kap Hoorn, wo Atlantik und Pazifik aufeinandertreffen. Ich sitze auf dem Expeditionsschiff "MS Bremen" im Hafen dieser südlichsten Stadt des Kontinents. In wenigen Stunden werden wir auslaufen und die Falkland-Inseln, Südgeorgien und danach die Antarktis anlaufen. Die Reise wird mich und die 160 Passagiere an Bord in ein Tierreich entführen, für dessen Erhalt es sich zu kämpfen lohnt. Auf stern.de unter www.stern.de/antarktis werde ich regelmäßig einzigartige Bilder aus diesem Paradies für Pinguine, Seeelefanten, Pelzrobben und Wale senden. Auch daraus soll wieder ein Buch entstehen.

Das Kommando über die Bremen hat Kapitän Daniel Felgner. Der erfahrene Seebär kennt die Antarktis und ihre Tücken wie seine Westentasche. Wir sind schon vor einiger Zeit einmal zusammen eine sehr ähnliche Route gefahren und ich kann mir keinen besseren Kapitän vorstellen. Er wird uns sicher zwischen den Eisbergen zu den schönsten Orten der Region schippern. Der zweite Mann an Bord ist eine Frau, Margrith Ettlin, genannt Maggie. Sie ist unter anderem für die technische Durchführung der Landgänge verantwortlich. Sie ist die Herrscherin über unsere 12 Schlauchboote, sogenannte Zodiacs, mit denen wir Ausfahrten und viele Landgänge machen warden, um hoffentlich fantastische Fotos machen zu können.

Experten an Bord befriedigen den Wissensdurst der Passagiere. Warum gibt es hier keine Eisbären? Was machen Pinguine im Sommer? Müssen wir vor Eisbergen Angst haben? Das sind alles Fragen, die Henryk Wolski schon einmal gehört hat. Henryk ist der Expeditionsleiter an Bord der Bremen, kurz "EL" genannt. Er koordiniert die Anlandungen, bestimmt gemeinsam mit dem Kapitän wo wir hinfahren - was sehr von Eisbedingungen und Wetter abhängt - und ist der Boss eines illustren Lektoren-Teams hier an Bord. Dazu gehört auch Oliver Kruger. Oliver lebt zur Zeit in Cambridge und arbeitet dort an der weltberühmten Universität, wenn er nicht gerade auf der MS Bremen sein Wissen mit den Passagieren teilt. Mit seiner Erfahrung sorgt er an Land und Bord für Hintergrund-Informationen zu den Zielgebieten.

Oliver wird Ihnen in den nächsten drei Wochen von unserer Expedition in die Antarktis berichten. Wer glaubt, unsere Kreuzfahrt sei kein Abenteuer, der irrt. Trotz Satellitennavigation gibt es in der Antarktis noch viele Entdeckungen zu machen. Im Februar 2003 hat die MS Bremen hier einen neuen Kanal und eine Insel entdeckt. Beide tragen seither offiziell den Namen Bremen. Wir werden auf unserer Reise daran vorbeifahren. Auf unserer großen Fahrt werden wir uns Themen wie dem Klimawandel, der Anpassung der Tierwelt an die arktischen Verhältnisse, Walen, Pinguinen und den Reisen des Polarforschers Ernest Shackleton widmen.

Ich freue mich auf auf ein gute gemeinsame Zeit und hoffe auf eine aufregende und fotografisch ergiebige und spannende Expedition.

Schiff ahoi
Ihr Michael Poliza


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