HOME

Internationaler Tag der Berge: Himalaya: Warum wir uns vom Mythos der Idylle verabschieden müssen

Dramatischer Klimawandel, abnehmende Pflanzenvielfalt und der Verlust von Jahrhunderte alten Traditionen – die Bedrohungen des Himalayas sind vielfältig. Autor Peter Hinze zeigt in einer Fotostrecke auch die Auswirkungen der chinesischen Expansionspolitik.


Fliegende Himalaya-Händler – die letzten ihrer Art   Traditionell versorgten fliegende Händler abgelegene Gebiete und Yak-Weiden mit den nötigen Dingen des Alltags. Der Berufsstand ist nun kaum noch gefragt, da immer mehr Straßen auch abgelegene Regionen mit der „Außenwelt“ verbinden. Vor allem in den Gebieten Manaslu und Annapurna ist dieser Wandel bereits Alltag.

Fliegende Himalaya-Händler – die letzten ihrer Art

Traditionell versorgten fliegende Händler abgelegene Gebiete und Yak-Weiden mit den nötigen Dingen des Alltags. Der Berufsstand ist nun kaum noch gefragt, da immer mehr Straßen auch abgelegene Regionen mit der Außenwelt verbinden. Vor allem in den Gebieten Manaslu und Annapurna ist dieser Wandel bereits Alltag.

Mit dem vor 15 Jahren eingeführten "Internationalen Tag der Berge"“ rückt die UNO in diesem Jahr am 11. Dezember die facettenreichen Bergwelt in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit. Dabei sind Klimawandel, die ungehemmte zunehmende Erschließung ganzer Bergregionen sowie der massive Verlust von gelebten Kulturen und Traditionen die aktuellen, kritischen Themen der Zeit. Auch vor dem Himalaya, dem mit 3000 Kilometern größten asiatischen Bergmassiv, machen diese Trends nicht halt.

Der Münchner Journalist Peter Hinze beschreibt anhand seiner eigenen Erlebnisse in seinem neuen Buch "The Great Himalaya Trail – 1864 Kilometer durch eine bedrohte Welt in Nepal", wie dramatisch die Lage dort bereits ist.

Der Mythos existiert nur noch in unseren Köpfen

Er durchquerte im vergangenem Jahr zu Fuß in 87 Tagen auf der Ost-Westroute die Bergwelt des Himalayas und legte dabei mehr als 1800 Kilometern zwischen den 14 Achttausender-Gipfeln zurück. "Den Mythos Himalaya gibt es nur noch in unseren Köpfen. Die Realität ist leider eine andere. Denn das ökologische und kulturelle Gleichgewicht dieses Gebirgszuges ist aktuell massiv bedroht", so das warnende Fazit des Ultramarathonläufers und Nepal-Experten Hinze.

Vor allem zwei Gefahren verdüstern die Zukunft: "Neben dem Klimawandel ist es die ungehemmte Erschließung selbst abgelegener Gebirgstäler wie Tsum, Mustang oder Dolpo, wo bereits Jahrhunderte alte Traditionen für immer zerstört und vernichtet wurden."

Zudem machen geopolitische Interessen den Himalaya mittlerweile zu einem Spielball der Großmächte. So werden in 15 bislang fast unberührten Tälern umfangreiche Straßen-Projekte umgesetzt, vor allem auf Druck der chinesischen Regierung, die die Projekte auch finanziert.

Auf den folgenden Seiten der Fotostrecke zeigt Peter Hinze elf Gründe, warum wir uns vom Mythos der Idylle und der Verklärung des Himalayas verabschieden müssen.

+++ Lesen Sie auch: "#Project360 im Himalaya - Jetzt kann jeder den Everest besteigen" +++

Der Flughafen in Lukla
tib
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity