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Festnahme nach drei Monaten: Voyeur versteckt Kamera auf Flugzeugtoilette - FBI schnappt ihn, weil er mehrere Fehler macht

Eine Passagierin hat an Bord eines United-Jets einen kleinen blinkenden Gegenstand entdeckt und rasch die Crew informiert. Jetzt konnte der Besitzer der Spionage-Kamera ausfindig gemacht und gefasst werden.

Flugzeugtoilette

Vorsicht: Voyeur an Bord. Das stille Örtchen im Flugzeug (Symbolfoto)

Es geschah auf einem Inlandsflug von United Airlines am 5. Mai. Gegen 10 Uhr morgens war die Boeing 737-800 in San Diego an der amerikanischen Westküste mit dem Ziel Houston in Texas gestartet.

Als eine Passagierin aus dem First-Class-Abteil während des gut dreistündigen Fluges die vordere Bordtoilette aufsuchte, wunderte sie sich über ein kleines Gerät mit blinkendem blauen Licht in dem engen Raum. Der merkwürdige Gegenstand war in der Nähe des Türscharniers lose befestigt.

Die Reisende war sich nicht sicher, ob dieses Teil zur normalen Inneneinrichtung des Flugzeugs gehört. Daher wurde sie stutzig und ergriff die Initiative: "Als sie ihren Aufenthalt in der Toilette beenden wollte, stand die identifizierte Passagierin auf, ergriff den Gegenstand mit einem Papiertuch, verließ die Toilette und übergab ihn der Flugbesatzung", berichtet ein FBI-Beamter in der Zeitung "Houston Chronicle".

Nach der Landung des Fluges UA646 in der texanischen Metropole übergab die Crew das seltsame Fundstück den Sicherheitskräften am George Bush Intercontinental Airport. Diese identifizierten das kleine Gerät als Videokamera.

Gespeicherte Videos verraten den Täter

Als FBI-Mitarbeiter die aufgezeichneten Clips begutachteten, fanden sie auch mehrere Hinweise auf die Person, die die Minikamera in der Flugzeugtoilette angebracht hatte. Zwar war ein Gesicht nirgendwo zu sehen, allerdings die Kleidung, schwarze Tennisschuhe, eine Armbanduhr am linken Handgelenk und ein unverwechselbares Armband am rechten Handgelenk.

Beim Abgleich mit Videomaterial aus den Überwachungskameras an den Flughäfen in San Diego und Houston kamen die Ermittler zu weiteren Erkenntnissen, unter anderem durch einen Schriftzug auf seinem Hemd.

Auch konnten bereits gelöschte Clips auf dem Speicherchip rekonstruiert werden, die Aufnahmen aus einer anderen Flugzeugtoilette zeigten, die demnach von einer Flugbegleiterin mit der Uniform von Emirates Airlines aufgesucht wurde.

Es stellte sich bei weiteren Nachforschungen heraus, dass der Täter für einen großen Konzern arbeitet und beruflich unterwegs war - auch an Bord von Emirates-Flügen war. Das Unternehmen stellte daraufhin dem FBI das Reiseprofil des Mitarbeiters und aufgezeichnete Bilder einer Sicherheitskamera vom Flur der Firma zur Verfügung, auf denen ein Mann mit derselben Armbanduhr und demselben Armband wie an Bord des United-Fluges 646 zu sehen ist.

Ein Mann schaut durch ein Flugzeugfenster nach draußen, während die Sonne nach drinnen scheint

Anfang August wurde die betreffende Person, die in Houston ansässig ist, verhaftet. Bei ihm soll es sich laut Medienberichten um einen Bürger aus Malaysia handeln. Er muss sich jetzt vor Gericht wegen "Video-Voyerismus an Bord eines Flugzeuges" verantworten. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Quelle: "Houston Chronicle"

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