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Flughafen Berlin Brandenburg Spielend einfach: Wir haben den BER gebaut – in nur 29 Minuten

Statt 6 Milliarden Euro nur 19,99 Euro Baukosten: der "Flughafen Berlin Brandenburg aus Noppensteinen" als Bausatz
Statt 6 Milliarden Euro nur 19,99 Euro Baukosten: der "Flughafen Berlin Brandenburg aus Noppensteinen" als Bausatz
© Till Bartels
"Berlin – wir können alles, außer Flughafen", so lautet ein gängiger Spruch. Jetzt kann jeder seinen eigenen Hauptstadtflughafen bauen, zu Hause aus 158 Teilen. Und darf Eröffnung feiern, denn der eigene BER wird garantiert fertig.

Der neue Hauptstadtflughafen im Süden Berlins heißt seit Jahren Pannenflughafen. Über die Dauerbaustelle wurden längst Bücher mit Titeln wie "Lachnummer BER" oder "Black Box BER" verfasst. Letzteres ist eine schonungslose Abrechnung des BER-Architekten Meinhard von Gerkan mit seinen Auftraggebern.

Das Buch ist längst vergriffen und wird bereits antiquarisch für ein dreistellige Summe gehandelt. Ein Verlag hat sogar den Sammelband "Hatte wirklich jemand vor, einen Flughafen zu bauen?" mit BER-Witzen herausgeben.

Wer sich die Zeit bis zu der nun für den 31. Oktober geplanten Eröffnung spielerischer vertreiben möchte, kann entweder zum "BER Pannen Quartett" greifen oder zum Brettspiel "UnberechenB€R - das verrückte Flughafenspiel".

"Bau ihn schneller"

Doch getoppt wird alles mit einem höchst kreativen Bausatz, der seit wenigen Tagen den Markt der BER-Devotionalien bereichert: der "Flughafen Berlin Brandenburg aus Noppensteinen." In dem Karton aus dem Brandenburgischen Verlagshaus befinden sich ein Set mit 158 Teilen und eine Bauanleitung. Mit den Noppen- sind die legendären Lego-Steine gemeint, denn der Patentschutz für die Plastikklötzchen aus Dänemark ist längst ausgelaufen.

Die 40-seitige Bauanleitung wird ergänzt durch eine Chronik der Berliner Flughäfen und einen Text des Luftfahrtjournalisten Andreas Spaeth über das Baustellen-Desaster. Sein Beitrag endet mit dem Witz: "Was hat der Mars mit dem Berliner Flughafen gemeinsam? In etwas 30 Jahren sollen die ersten Menschen dort landen."

Nach dem Motto "Bau ihn schneller" kann sich nun jeder seinen eigenen BER zu Hause fertigstellen, wenn auch nur in Miniatur, dafür minutenschnell. Wer die beiden Tütchen entleert, sollte erst einmal die Bauteile sortieren, die teilweise die nur die Größe eines kleinen Fingernagels haben.

Dann geht es ans Werk: Die grüne Grundplatte wird durch einen weiteren Streifen zunächst ergänzt. Dann gewinnt langsam der Hauptterminal an Höhe, ebenso die Nord- und die Südpier, die einst für die ausschließliche Nutzung für Air Berlin gedacht war.

In 18 Schritten zur Fertigstellung

Transparente Einer-Steinchen dienen schließlich als Oberlichter auf dem Dach des Gebäudes. Dabei wird das Ausrichten der 20 kleinen Quadrate in einer gerade Linie zu einer Fummelarbeit. Noch filigraner wird das Zusammensetzen der eher symbolischen Fluggastbrücken.

Acht dieser Minimasten werden vor der Haupt- und Südpier platziert - die Nordpier geht leer aus. Das stimmt genau, denn dort sollen die Billigflieger parken. Auf komfortable Flugsteige wurde dort verzichtet.

Kopfzerbrechen bereiteten allerdings die letzten beiden Bauabschnitte, die Kapitel 17 und 18 zur Errichtung des Towers. Denn am Ende fehlte ein entscheidendes Teil. Und eines war übrig, das falsche – also alles wie im richtigen Leben auf einer Baustelle.

Aber eines bleibt nach 29 Minuten Bauzeit anzumerken: Bei dieser Kleinbaustelle gab es mit der Kabellage und Entrauchungsanlage null Probleme.

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