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Formel 1: Ab in die Wüste

Ab 2009 wird der Formel 1-Zirkus auch in den Vereinigten Arabischen Staaten gastieren. "Mr. Formel 1" Bernie Ecclestone gab das in der Hauptstadt Dubai bekannt, wo der Grand Prix ausgetragen wird.

Bernie Ecclestone treibt die Erschließung neuer finanzkräftiger Märkte für die Formel 1 mit Hochdruck voran. Von 2009 an wird die "Königsklasse" des Motorsports auch in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dubai, Station machen. Auf einem noch vom deutschen Architekten Hermann Tilke zu errichtenden Kurs, der teilweise durch die Stadt und teilweise am mondänen Yachthafen vorbeiführen soll, werden die Piloten dann um WM-Punkte fahren. Vorerst für sieben Jahre.

"Ich bin mir aber sicher, dass wir dort für immer fahren werden", sagte Formel-1-Chef Ecclestone am Samstag in Abu Dhabi. Anschließend sorgten unter anderem der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (McLaren-Mercedes) und Rivale Kimi Räikkönen (Ferrari) sowie die deutschen Fahrer Ralf Schumacher (Toyota), Michael Ammermüller (Testpilot Red Bull/) und Timo Glock (Testpilot BMW- Sauber/) für Formel-1-Atmosphäre bei einer Parade vor zehntausenden Zuschauer.

Pretsige und Nutzen durch Formel 1-Rennen

"Motorsport ist ein großer Teil der Sport-Kultur im Mittleren Osten", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Khaldoon Al Mubarak, am Sonntag in einem Interview auf der offiziellen Formel-1- Internetseite www.formula1.com "Das Prestige und der Nutzen, wenn man ein Formel-1-Rennen veranstaltet, sind in derselben Kategorie wie Olympische Spiele oder eine Weltmeisterschaft", behauptete er, nachdem Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan den Siebenjahresvertrag mit Ecclestones Formula One Management (FOM) unterzeichnet hatte.

Während in Deutschland - Nürburgring und Hockenheimring wechseln sich nur noch jährlich ab - und Europa insgesamt die Rennen um ihre Zukunft kämpfen, werden von 2009 an damit zwei Rennen im Mittleren Osten ausgetragen. Seit 2004 ist bereits Bahrain fester Bestandteil des Rennkalenders. Das Königreich, dessen Herrscherfamilie auch Anteile am McLaren-Mercedes-Rennstall erwarb, einigte sich jüngst mit Ecclestone auf eine langfristige Zusammenarbeit bis in das nächste Jahrzehnt.

Fünf weitere Länder wollen Rennen

"Ich bin mir sicher, dass Bahrain und Abu Dubai eng zusammenarbeiten werden, um sicherzustellen, dass die Formel 1 in diesem Teil der Welt sehr erfolgreich ist", sagte Ecclestone, der fünf weitere Länder in petto hat, die in den erlesenen Zirkel des Formel-1-Zirkus eintreten wollen. Daher hat Ecclestone auch die Aufstockung des Rennkalenders im Visier. 20 Grand Prix' sollen es letztlich sein, darunter auch ein oder zwei Nachtrennen. Als heißer Kandidat wird das ebenfalls florierende Singapur gehandelt.

Doch nun läuft erst einmal der Countdown für den Grand Prix in Abu Dubai, für den bereits eine eigene Internetseite freigeschaltet wurde (www.abudhabigp.com), auf der per Video bereits die Strecke virtuell abgefahren wird und die Tage - am Sonntag waren es 727 Tage - runtergezählt werden. Entstehen soll der Kurs auf der 2550 Hektar großen Yas-Insel, auf der auch der neue Ferrari-Themenpark errichtet werden soll. Sie liegt nach Veranstalterangaben lediglich fünf Minuten vom Flughafen und 20 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Streckenlänge soll voraussichtlich 5,6 Kilometer betragen.

Jens Marx/DPA / DPA

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