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Formel 1 Button kündigt Großes an - Vettel verliert seinen Trainer


Die Teams schrauben an den Autos, die Piloten machen noch Urlaub. Trotz der noch dreimonatigen Rennpause passiert in der Formel 1 einiges, zumal noch nicht alle Cockpits vergeben sind. Wir bringen Sie auf den neuesten Stand.

Erst vor wenigen Tagen hat Sebastian Vettel in Neu Delhi von der FIA den Pokal für seinen zweiten WM-Triumph erhalten, doch der Blick der Topteams geht schon lange in Richtung 2012. Wer kann den Doppel-Weltmeister stoppen, wer plant das beste Auto? Selbstbewusstsein strahlt vor allem Jenson Button aus. Wir haben uns im Formel 1-Lager umgeschaut und bringen Sie auf den neuesten Stand.

Ein bescheidenes Säbelrasseln

Nach der Pokalübergabe in Indien, bei der Vettel der Öffentlichkeit ausnahmsweise seine Freundin Hanna zeigte, fuhr der Weltmeister mit Teamkollege Mark Webber noch durch die Straßen des Red Bull-Hauptsitzes Milton Keynes, um sich danach endgültig in den Urlaub zu verabschieden.

Seine Konkurrenten hatten weniger zu feiern und deshalb bereits mehr Zeit, um neues Selbstbewusstsein für die kommende Saison zu schöpfen. Das gelang zwar nicht jedem, aber insbesondere Jenson Button will nach seinem guten Jahr im McLaren weitere Großtaten folgen lassen. "Wir werden den Red-Bull-Jungs das Letzte abverlangen. Seb und Mark werden staunen - und unter unserem enormen Druck auch leiden", erzählte Button in einem Interview mit Motorsport aktuell und legte sogar nach: "Das sind keine Floskeln, sondern da können sie mich beim Wort nehmen. Auf ein gutes, besseres, neues Jahr 2012."

Diese Lockerheit würde sicher auch gerne sein Teamkollege Lewis Hamilton ausstrahlen, aber das gefallene Wunderkind ist immer noch mit der Aufarbeitung der für ihn unterdurchschnittlichen Saison beschäftigt. Zuletzt musste er sich Kritik von Bernie Ecclestone gefallen lassen, der ihm den Umgang mit falschen Freunden vorwarf, die Schuld aber auch Hamiltons neuem Manager gab. "Die Probleme, die ich 2011 hatte, waren meine Schuld", stellte Hamilton aber im Guardian klar – eine Kampfansage kam ihm auch deshalb noch nicht über die Lippen.

Auch Mark Webber wird nicht müde, ein persönlich besseres Jahr anzukündigen. Der zweite Red Bull-Fahrer, der sich nie aus dem Vettel-Schatten befreien konnte, glaubt seine Probleme mit den Pirelli-Reifen in den Griff bekommen zu haben. In Abu Dhabi und Brasilien war der Reifenhersteller mit Entwicklungsreifen angereist und prompt lief es für den Australier besser. "Als ich diese Reifen gefahren bin, habe ich mich damit wie zu Hause gefühlt", sagte Webber.

Wesentlich ruhiger geht es dagegen bei der Scuderia Ferrari zu. Von Felipe Massa werden in seiner letzten Saison ohnehin keine Wunderdinge erwartet und auch im Lager von Fernando Alonso dominieren die leisen Töne. "Bestimmt hätte ich unter anderen Umständen mehr gewinnen können", erzählte Alonso gegenüber Autosport. "Aber ich bin sicher, dass der dritte Titel eher früher denn später kommt."

Das lange Warten bei Force India

Da bei den vier Topteams Red Bull, Ferrari, McLaren und Mercedes die Fahrerkonstellationen frühzeitig geklärt waren, drehte sich das Fahrerkarussell gegen Ende der Saison ungewohnt langsam. Für ein bisschen Schwung sorgte vor allem Force India, aber auch nur, weil sich Teamchef Vijay Mallya trotz anderslautender Ankündigungen noch nicht zur Bekanntgabe der beiden Piloten durchringen konnte.

Nun soll es endlich auf der Weihnachtsfeier passieren, mit Überraschungen wird aber ohnehin nicht gerechnet, Nico Hülkenberg gilt weiterhin als Favorit und Paul di Resta werden größere Chancen als Adrian Sutil eingeräumt. Gerüchten zufolge soll die Verzögerungstaktik Mallyas mit finanziellen Schwierigkeiten zusammenhängen, der neue Team-Mitbesitzer Sahara könnte sogar komplett übernehmen. Ob das auch für die Fahrer Auswirkungen haben könnte, ist allerdings offen.

Sutil hofft derweil auf eine Chance in einem anderen Mittelfeld-Team, denn bei Williams gilt es als sicher, dass Veteran Rubens Barrichello keine weitere Vertragsverlängerung bekommt. Der Platz neben Pastor Maldonado ist noch frei, Sutil werden aber weitaus größere Chancen als Nick Heidfeld eingeräumt.

Lotus Renault wiederum setzt auf ein komplett neues Fahrerduo. Nach der Rückkehr von Kimi Räikkönen gab das Team die Verpflichtung des Franzosen Romain Grosjean bekannt und besiegelte damit das Aus für seine bisherigen Stammpiloten Vitali Petrov und Bruno Senna. Für den eigentlich als Stammfahrer eingeplanten Robert Kubica kommt ein Comeback immer noch zu früh, auch wenn es zwischen Kubicas Management und Lotus Renault Streit über Aussagen zum tatsächlichen Fitnesszustand des Rennfahrers gegeben hat.

Vettels Verlust

Eine schlechte Nachricht musste Sebastian Vettel dann aber doch noch zum Jahresende verkraften. Sein Physiotherapeut und engster Vertrauter Tommi Pärmakoski wird sich in der kommenden Saison nicht mehr um die Fitness des Weltmeisters kümmern. Pärmakoski kehrt in die Heimat und zu seiner alten Liebe Eishockey zurück.

Vettel unterstrich auf der Pressekonferenz nach dem Rennen in Japan, wie wichtig Pärmakoski für ihn geworden ist. "In diesem Jahr steht eine Person ein bisschen im Vordergrund, denn mit der verbringe ich während der Saison die meiste Zeit. Es ist mein Trainer", sagte Vettel damals laut motorsport-total.com. "Er ist einer der Leute im Hintergrund, die man nicht so wahrnimmt, aber die unglaublich wichtig sind, einem Mal in den Arsch treten und dafür sorgen, dass man auf Kurs bleibt."

Fragezeichen hinter Kimi Räikkönen

Wochenlang wurde über ein mögliches Comeback von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen nach zwei Jahren Rallye-Erfahrung in die Formel 1 berichtet. Lotus Renault machte Nägel mit Köpfen und holte den Iceman zurück. Lotus Group CEO Dany Bahar sprach bei der Präsentation von einem überschaubaren Risiko. "Kimi ist ein cooler Typ und er ist erwachsen geworden", sagte Bahar laut motorsport-magazin.com. "Er weiß, was er tut, er weiß, was die Leute von ihm erwarten und ich denke, dass er die Sache jetzt ernster nimmt als zu seiner McLaren-Zeit."

Die erste Schrecksekunde ließ aber nicht lange auf sich warten. Der Finne verlor bei einem Snowmobil-Rennen im österreichischen Hinterglemm die Kontrolle über seinen Motorschlitten und stürzte in der Abfahrt. Dabei zog er sich eine Blessur an der linken Hand zu. Die Verletzung soll zwar nicht sehr schwer sein, Zweifel an Räikkönens Professionalität kamen trotzdem auf.

Doch auch hier hat Bahar eine etwas andere Meinung: "Es ist Teil unseres Jobs, riskante Dinge zu tun", erzählte der Lotus-Boss gegenüber ESPN. "Wir machen das wirtschaftlich und in Bezug auf unser Unternehmen. Kimi macht das in seinem eigenen Leben. So ist er eben, das ist sein Charakter. Kimi ist Kimi und es wird schwierig sein, seinen Lebensstil zu ändern. Ich mag diese Charaktere. Es ist unglücklich, wenn er sich verletzt, aber so ist das Leben."

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