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Formel 1: Hinter Vettel enttäuschen die deutschen Piloten

In der Formel 1 wird, gerade auch nach Sebastians Vettels Triumph, weiterhin Deutsch gesprochen. Doch außer Vettel konnte kein Pilot wirklich überzeugen, alle blieben unter den Erwartungen. Einem Trio droht eine Rolle im Abseits.

Zumindest für ein paar Stunden wollte Sebastian Vettel nichts mehr vom Weltmeister-Rummel wissen. Keine PR-Termine, keine Interviews, nur Schlaf und Entspannung - der Formel-1-Champion verordnete sich in Japan Zeit zum Auftanken. "Es steckt soviel Arbeit dahinter. Man hat sehr viel gegeben und sehr viel geopfert, aber es war nie eine Quälerei, sondern wir hatten immer großen Spaß", hatte Vettel nach seinem zweiten Titelgewinn erklärt.

Der Druck des Gejagten wird ihm bleiben, schon am Mittwoch führt ihn der Weg zum nächsten Rennen nach Yeongam in Südkorea. Dann trägt der jüngste Doppel-Weltmeister auch wieder die Hoffnungen des entzückten Autolands Deutschland auf den Schultern. Sein überwältigender Erfolg rettet die in diesem Jahr ansonsten ziemlich blasse Bilanz der deutschen Piloten.

Außer Vettel sind alle unter den Erwartungen geblieben. Michael Schumacher und Nico Rosberg schafften es in 15 Rennen nicht einmal aufs Podium. Timo Glock wird wohl wie im Vorjahr punktlos bleiben. Adrian Sutil steht vor dem Aus. Und für Nico Hülkenberg ist ebenso kein neuer Stammfahrer-Vertrag in Sicht wie für den ausgemusterten Nick Heidfeld. "Das Level ist extrem hoch. Man kann sich keinen Fehler erlauben", beschreibt Vettel das knallharte PS-Geschäft.

Schumacher wartet noch auf den ersten Podestplatz

Gerade das Silberpfeil-Duo Schumacher und Rosberg hatte noch zu Jahresbeginn gehofft, Vettel diesmal härter bedrängen zu können. Nach 15 Rennen aber hat der Rekordchampion gerade mal 14 Zähler mehr als zum gleichen Zeitpunkt im enttäuschenden Vorjahr. Bei Rosberg sind es gar 59 weniger. "Ich habe einen eigenen Plan, um an die Spitze zu kommen. Aber der ist leider anders als die Realität, im Plan waren schon vergangenes Jahr mindestens ein paar Rennsiege dabei", sagte der Wiesbadener jüngst der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Auch Schumacher kann allenfalls minimale Vorwärtsschritte loben. "Seit der Sommerpause haben wir hart gearbeitet, uns zu steigern und haben einige viel versprechende Ergebnisse erzielt", urteilte der 42-Jährige. Doch vor dem 35. Grand Prix seit seinem Comeback wartet der Kerpener immer noch auf seinen ersten Podiumsplatz.

Glock hofft, Heidfeld schaut zum DTM

Seit zwei Jahren ohne Punkte ist der Wersauer Glock. "Jeder weiß, dass hinter mir eine schwierige Zeit liegt, aber jetzt müssen wir uns da rausarbeiten", fordert der sportal.de-Kolumnist. Zuletzt in Suzuka war er zweimal überrundet worden. Durch die Zusammenarbeit mit McLaren hatte sich Glock eigentlich schon kurzfristige Fortschritte erhofft, nun soll aber spätestens in der kommenden Saison der Anschluss an das Mittelfeld geschafft werden.

Abgehängt könnte dagegen in wenigen Wochen auch Force-India-Pilot Sutil sein. "Noch habe ich keinen Vertrag", sagte der Gräfelfinger vor dem viertletzten Saisonrennen. Teamchef Vijay Mallya lässt den Deutschen zappeln. Die Branche wertet dies als schlechtes Zeichen. Für Sutil wird es eng, weil eigentlich fast alle Cockpits schon vergeben sind.

Genau das ist auch Heidfelds Problem. Der bei Lotus-Renault im Sommer unsanft aussortierte Mönchengladbacher darf derzeit nur noch als Zuschauer an die Strecke. Seine Zukunft liegt wohl eher bei BMW im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM), auch wenn der Routinier noch pflichtschuldig dementiert: "Ich habe Kontakt zu allen DTM-Teams, aber mein Fokus liegt derzeit noch auf der Formel 1."

Wie schwer es allerdings auch hochtalentierte Jungspunde haben, zeigt das Beispiel Hülkenberg. Williams entschied sich vor dieser Saison für die Millionen-Mitgift des Venezolaners Pastor Maldonado und kündigte dem Emmericher. Nun versauert er als Ersatzmann bei Force India. Ein hartes Los: In Südkorea bekommt er nicht einmal die gewohnte Bewährungschance als Freitagsfahrer.

sportal.de / sportal

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