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Formel 1: Rosberg ist Schnellster im Training

Im Wüstensand von Bahrain hat Nico Rosberg im Williams ein Ausrufezeichen gesetzt: Der deutsche Pilot war im Training zum vierten Saisonrennen am schnellsten unterwegs. Stark zeigten sich auch Fernando Alonso im Renault und Jarno Trulli im Toyota. Um Ferrari muss man sich Sorgen machen.

Nico Rosberg hat mit seiner Tagesbestzeit bei 36 Grad Hitze zum Auftakt des Großen Preises von Bahrain seinen Ruf als "Trainings-Weltmeister" eindrucksvoll bestätigt. Allerdings stellte McLarens "Kniefall" vor Fia-Präsident Max Mosley in der "Lügen- Affäre" um Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton diese sportliche Schlagzeile in den Schatten. Teamchef Martin Whitmarsh bestätigte, wegen der delikaten Angelegenheit, die im schlimmsten Fall den WM- Ausschluss des Teams zur Folge haben könnte, auf den Internationalen Automobil-Verband zugegangen zu sein. "Wir sind in Kontakt mit der Fia", sagte er in Sachir.

"Allerdings bitte ich um Verständnis dafür, dass wir als Team zu Inhalten und Details vor der Anhörung am 29. April keine Stellung nehmen", lehnte Whitmarsh weitere Angaben ab. Auch Mercedes- Motosportchef Norbert Haug hielt sich mit Äußerungen zurück. "Ich sage dazu nichts vor dem 29. April", sagte er. Whitmarsh hat laut einem Bericht der britischen "Times" in der "Lügen-Affäre" angeblich ein Fehlverhalten gegenüber der Fia eingeräumt. Der Nachfolger des zurückgetretenen Ron Dennis habe in einem Brief an Mosley Verstöße gegen dem Sportparagrafen 151c zugegeben. Dieser Artikel sieht Strafen vor, wenn das Ansehen des Sports beschädigt wird.

Silber zittert vor der Fia-Anhörung

McLaren-Mercedes muss sich drei Tage nach dem Großen Preis von Bahrain vor dem Fia-Weltrat in Paris wegen der Vorkommnisse um Hamilton beim Auftaktrennen in Australien verantworten. Im schlimmsten Fall droht dem Rennstall ein WM-Ausschluss. Nach Dennis' Rückzug auch von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender der McLaren Group in der Vorwoche scheint aber eine wesentlich mildere Strafe wahrscheinlich. Dennis und Mosley sind seit Jahren erbitterte Gegner. So soll der Fia-Präsident den ehemaligen Teamchef auch für die Enthüllung seiner für viel Wirbel sorgenden "Sex-Affäre" verantwortlich gemacht haben.

Nach dem Rückzug der Reizfigur wird spekuliert, dass McLaren- Mercedes mit einer Sperre von zwei bis drei Rennen oder einer hohen Geldstrafe davonkommen könnte. In der "Spionage-Affäre" 2007, wo es um den illegalen Transfer von geheimen Ferrari-Daten an einen ehemaligen McLaren-Ingenieur gegangen war, wurde das Team zur Rekordstrafe von 100 Millionen Dollar verurteilt und aus der Konstrukteurs-Wertung ausgeschlossen.

Rosberg optimistisch

Rosberg geht nach seiner Trainingsbestzeit optimistisch in den vierten Saisonlauf am Sonntag "Ich bin mir ganz sicher, dass ich hier ein tolles Resultat einfahren werde", sagte der Williams-Toyota-Pilot. Titelverteidiger Hamilton hatte am Vormittag im ersten Durchgang mit seinem ersten Platz den Aufwärtstrend bei McLaren-Mercedes unterstrichen. Zum Auftakt trumpfte auch BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld als Zweiter hinter dem Briten groß auf.

Rosberg drehte bereits zum sechsten Mal in bislang elf Trainingseinheiten die schnellste Runde. Auf dem 5,412 Kilometer langen Bahrain International Circuit mitten in der Wüste benötigte der 24 Jahre alte Wiesbadener 1:33,339 Minuten. Am Vormittag hatte er bereits mit dem vierten Platz seine Ambitionen auf den ersten Podestrang in dieser Saison unterstrichen. "Wir sind noch ein Stück besser als an den anderen Wochenenden. Das ist ein positiver Anfang", sagte Rosberg zufrieden.

Streit um Budget-Grenze

Überhaupt spielte das deutsche Fahrer-Quintett eine gute Rolle. Shanghai-Sieger Sebastian Vettel (Heppenheim) steigerte sich auf Rang vier, nachdem der Red-Bull-Renault-Pilot am Vormittag noch Zwölfter war. Force-India-Vertreter Adrian Sutil (Gräfelfing) sorgte mit seinem siebten Platz für Furore. Und auch Timo Glock (Wersau) fuhr im zweiten Durchgang als Achter in die Top Ten.

Vor dem Großen Preis von Bahrain führt der Brite Jenson Button die Fahrer-WM mit 21 Punkten vor seinem brasilianischen Brawn-GP- Teamkollegen Rubens Barrichello an. Vettel ist Gesamtdritter vor dem punktgleichen Glock (beide je 10).

Indes hat der Streit um eine Budgetgrenze neue Nahrung erhalten. Nach einem erneuten Vorstoß Mosleys ringen die Teams um eine Antwort auf die Pläne für ein freiwilliges Etatlimit von 33 Millionen Euro. Bis zur nächsten Sitzung des Fia-Weltrats sei mit keiner gemeinsamen Position der Rennställe zu rechnen, erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. Die Teamvereinigung Fota werde sich erst bei ihrem Treffen vor dem Rennen in Barcelona am 10. Mai mit dem Thema befassen. Die Fia hatte im März beschlossen, Rennställe mit einem Mini-Etat von 2010 an mit technischen Vorteilen zu belohnen. Damit brüskierte der Verband vor allem die in der Rennserie engagierten Autokonzerne, die deutlich größere Summen investieren.

Elmar Dreher/DPA / DPA

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