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Formel 1 Webber gewinnt in Brasilien vor Vettel


Den WM-Titel hatte Sebastian Vettel schon lange sicher, dennoch schob er nach dem letzten Saisonrennen Frust. Getriebeprobleme kosteten ihn beim Großen Preis von Brasilien den Sieg und so musste er sich mit Rang zwei hinter seinem Teamkollegen Mark Webber begnügen.

Ein Getriebedefekt hat Sebastian Vettel den scheinbar sicheren Sieg beim Saisonfinale gekostet. Der Doppel-Weltmeister musste beim Großen Preis von Brasilien wegen Problemen mit der Schaltung seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber in der 30. Runde kampflos passieren lassen.

Statt das Dutzend voll machen zu können, musste sich Vettel frustriert mit Rang zwei begnügen. Webber freute sich indes über seinen ersten Erfolg zum Abschluss eines langen Formel-1-Jahres. McLaren-Pilot Jenson Button sicherte sich durch Platz drei den Vize-Titel.

Für Vettel endete das 19. Rennen mit einer weiteren Enttäuschung. Zwar blieb dem Überflieger ein Blitz-K.o. wie vor zwei Wochen in Abu Dhabi erspart, als sein Hinterreifen schon in der ersten Runde geplatzt war, aber der Traum vom zweiten Sieg im Autodromo José Carlos Pace platzte ebenfalls früh.

Da Vettel seinen zweiten WM-Titel schon in Japan perfekt gemacht hatte, blieben die beiden technischen Defekte zum Saisonabschluss aber ohne gravierende Auswirkungen.

Webber siegt erstmals seit August 2010

Für Webber war der erste Erfolg seit dem Rennen in Ungarn am 1. August 2010 eine Befreiung. Es war sein insgesamt siebter Sieg im 176. Grand Prix. Der Australier gewann nach 71 Runden mit 16,983 Sekunden Vorsprung vor Vettel. Der Spanier Fernando Alonso belegte im Ferrari den vierten Rang. Champion Vettel schloss die Saison mit 392 Punkten souverän vor den Verfolgern ab. Der WM-Zweite Button (270) hielt Webber (258) auf Distanz.

Der neue Pole-Rekordhalter Vettel nutzte seine 15. Bestzeit dieser Saison perfekt und setzte sich gleich von seinem Stallgefährten Webber ab. Die Konkurrenten der anderen Teams fuhren auf dem 4,309 Kilometer langer Berg-und-Tal-Kurs schon früh chancenlos hinterher.

Vettel muss sich kampflos ergeben

Alles sah nach dem zwölften Sieg des 24-Jährigen aus, aber dann machten ihm die Getriebeprobleme einen dicken Strich durch die Rechnung. "Ich fühle mich wie Ayrton Senna 1991", klagte Vettel per Boxenfunk. Der 1994 tödlich verunglückte dreifache Champion aus Brasilien hatte damals bei seinem Heimrennen ein vergleichbares Problem. Allerdings gewann Senna und wurde nach der Zieldurchfahrt ohnmächtig.

Nach 14 Umläufen wurde Vettel um ein paar Zehntelsekunden langsamer. Bis zur 30. Runde konnte er sich trotz dieses technischen Problems noch an der Spitze halten, dann musste er Webber kampflos passieren lassen. Red Bull hatte Vettel per Boxenfunk immer wieder darauf hingewiesen, beim Schalten aufzupassen. "Wenn ich jede Runde den Schaltmodus ändere, werde ich hinter ihn zurückfallen", wehrte sich Vettel auch verbal gegen den Verlust der Führung.

Aber der Zeitverlust war auf die volle Distanz gesehen einfach zu groß: Der Australier konnte schließlich locker vorbeiziehen. Vettel fuhr auch danach weiter volles Tempo, so dass die Teamstrategen ihn erneut aufforderten: "Sebastian, wir haben ein echtes Getriebeproblem. Sei vorsichtig". Schließlich ging es um die Absicherung des dritten Doppelerfolges in 2011.

Senna kollidiert mit Schumacher 

Für Michael Schumacher war das Rennen im Prinzip schon nach zehn Runden gelaufen. Beim Überholen des auf Rang neun vor ihm liegenden Bruno Senna schlitzte sich der Rekord-Weltmeister am Flügel des Lotus-Renault einen Hinterreifen an seinem Silberpfeil auf. Der Mercedes-Pilot musste unplanmäßig früh zum Wechseln an die Box zurückschleichen. Dass der Brasilianer für sein zu frühes Einscheren ein Durchfahrtsstrafe erhielt, nutzte Schumacher nichts. Am Schluss wurde er nur 15.

Nico Rosberg hatte erneut die Nase vor seinem Teamkollegen. Er belegte den siebten Platz. Er blieb damit auch in der Gesamtwertung als WM-Siebter vor Schumacher (Achter). Zweitbester Deutscher in Brasilien war indes Adrian Sutil. Der Force-India-Fahrer überzeugte auf Rang sechs.

Der als Letzter gestartete Timo Glock schied in der 24. Runde als erster Fahrer aus. Die Mechaniker hatten ein Hinterrad nicht richtig festgeschraubt, so dass er seinen Marussia-Virgin in der Auslaufzone abstellen musste. 

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