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1. Bundesliga: Borussia Dortmund schießt den 1. FC Köln ab

Die Bayern-Fans durften nur kurz von einem BVB-Ausrutscher träumen, nachdem Novakovic Köln gegen Dortmund in Führung gebracht hatte. Doch dann wurde die Borussia besser, bestrafte die Geißböcke für eine indiskutable Leistung und sendete sechs klare Zeichen in Richtung Bayern München: Zermürbungskampf? Uns egal.

In eine "kontrollierte Offensive“ und Lukas Podolski, der "das Spiel jederzeit für uns entscheiden kann“, hatte Kölns Stale Solbakken seine ganzen Hoffnungen gesetzt, dass der 1. FC Köln für Borussia Dortmund zum Stolperstein werden und deren Superserie beenden könnte.

Doch der Geißbock-Coach wurde bei der 1:6-Heimniederlage bitter enttäuscht. Denn sein Team half mit einem indiskutablen Auftritt sogar noch tatkräftig mit, dass der BVB seine Bilanz auf 21 ungeschlagene Spiele ausbauen konnte. Zwar hatte Köln durch Milivoje Novakovic (13.) die schwache Anfangsphase der Borussia zur Führung nutzen können, waren dann aber gegen den langsam aufdrehenden deutschen Meister chancenlos. Lukas Piszczek (26.), Shinji Kagawa (47./80.), Robert Lewandowski (52.), Ilkay Gündogan (78.) und Ivan Perisic (84.) schossen nahezu ohne Gegenwehr den Kantersieg heraus.

Während Dortmund trotz aller Hoeneß-Verbalattacken und Androhungen von "Zermürbungskampf" aus München und dem Gerede von einer angeblichen Krise oder Nervosität den Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga hält, trudelt der 1. FC Köln in Richtung Abstiegszone. Die Mannschaft sollte sich hinterfragen, ob sie sich mit dem Verzicht auf nennenswerte Gegenwehr in Bezug auf das Torverhältnis im Abstiegskampf nicht einen Bärendienst erwiesen hat. Denn das Restprogramm mit Bremen, Stuttgart und Bayern zu Hause sowie Augsburg, Mainz, Gladbach und Freiburg auswärts hat es in sich.

Köln auf zwei, Dortmund auf einer Position verändert

Bei Köln durfte Podolski nach abgesessener Rotsperre wieder mitmischen, Mikael Ishak rückte für ihn zurück auf die Bank. Zudem bot Solbakken den wiedergenesenen Martin Lanig anstelle von Kevin Pezzoni in der Starformation auf.

Auf der Gegenseite veränderte Jürgen Klopp trotz der 120 Pokalminuten unter der Woche gegen Fürth sein Team nur auf einer Position. Ilkay Gündogan durfte an Stelle von Sebastian Kehl von Anfang an auflaufen.

Kölner Führung schnell egalisiert

In der zerfahrenen Anfangsphase lief beim BVB wenig zusammen. Viele Fehlpässe, aber auch bissige Kölner hemmten das Kombinationsspiel zunächst. Mit langen Bällen in die Spitze versuchten die Hausherren Nadelstiche zu setzen. Meist vergeblich - bis sie ihren ersten Torschuss zur 1:0-Führung nutzten. Martin Lanig hatte vor das Tor geflankt, Novakovic sich gegen Neven Subotic und Piszczek durchgesetzt und den Ball per Kopf über den herausgeeilten Roman Weidenfeller ins Tor bugsiert.

Ein früher Schock, den Dortmund allerdings schnell verdaute. Die Gäste erhöhten das Tempo und drängten Köln tief in die eigene Hälfte. Auch wenn sie dabei nicht unbedingt brillierten, gelang ihnen der Ausgleich. Marcel Schmelzer hatte einen Freistoß auf den kurzen Pfosten geschlagen, den der von Lanig allein gelassene Piszczek zum 1:1 einköpfte.

Der BVB war nun klar Herr der Lage, drängte auf das zweite Tor. Doch sie hatten Pech, dass ein Treffer von Sven Bender wegen Abseitsstellung nicht anerkannt worden war, allerdings auch Glück, dass Podolskis Abschluss nach einem Konter zu schwach und dabei kein Problem für Weidenfeller darstellte.

Borussia Dortmund macht den Sieg klar

In der zweiten Hälfte machte der BVB dann mit zwei Traumtoren den Sack zu. Nach einer schönen Passstaffette hatte Jakub Blaszczykowski vor das Kölner Tor geflankt, Piszczek per Kopf quergelegt und Kagawa den Ball volley mit Hilfe der Lattenunterkante zum 1:2 ins Tor gehämmert. Wenige Minuten später veredelte Kagawa am Sechszehner einen Doppelpass mit der Hacke auf Blaszczykowski, dessen Querpass Lewandowski ungehindert zum 1:3 einschob.

Köln stellte die Gegenwehr jetzt völlig ein, hatte aber Glück, dass Dortmund nicht wie beim Kantersieg im Hinspiel mit aller Macht auf weitere Treffer drängte, sondern Gefallen daran fand, Ball und Gegner laufen zu lassen. Erst als Sereno sich in der eigenen Hälfte einen katastrophalen Ballverlust gegen Gündogan leistete, konnte der BVB gar nicht anders, als nachzulegen. Erst schob Gündogan nach Doppelpass mit Kagawa zum 1:4 ein, dann erhöhte der im Strafraum völlig freistehende Japaner nach Pass von Piszczek auf 1:5, ehe der eingewechselte Perisic nach Gündogan-Pass das Debakel der Kölner perfekt machte.

sportal.de / sportal

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