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1. Bundesliga Dortmund bleibt nach dem 1 -0 gegen Bayer Spitzenreiter


Wir hoffen einfach mal, Leverkusen wollte sich für die Champions League und den FC Barcelona schonen. Vielleicht kann Bayer im Moment aber auch nicht besser spielen, denn die Leistung beim 0:1 in Dortmund war unglaublich blutleer. Ganz nebenbei: Der BVB bleibt nach dem glanzlosen Sieg Tabellenführer.

Borussia Dortmund hat auch das vierte Spiel in der Rückrunde gewonnen und bleibt Spitzenreiter der Bundesliga. Beim 1:0-Erfolg gegen Bayer Leverkusen zeigte der BVB aber die schwächste Leistung nach der Winterpause, das Tor des Tages erzielte Shinji Kagawa kurz vor dem Halbzeitpfiff (45.).

Die Gäste wirkten fast über die gesamten 90 Minuten so defensiv und teilnahmslos wie es die Aufstellung von Trainer Robin Dutt vermuten ließ. Am Dienstag spielt Bayer in der Champions League gegen den FC Barcelona, mit einer solchen Leistung droht dabei ein Debakel. In der Tabelle liegt Leverkusen weiter auf Rang sechs, aber nur weil der punkgleiche Konkurrent Hannover 96 nach dem 1:1 in Mainz das etwas schlechtere Torverhältnis hat.

Die Benders doch vereint

Die Dortmunder, ausnahmsweise mit der Immobilien-Sparte Vivawest ihrer Sponsors Evonik auf der gelben Brust, konnten sich über eine kleine Wunderheilung freuen. Sven Bender wurde im letzten Bundesliga-Spiel gegen Nürnberg mit einer Bänderverletzung ausgewechselt, die wochenlange Pause verkürzte sich auf wenige Tage und so konnte Bender zum Bruderduell gegen Bayers Lars antreten.

Dutt hatte sich wieder für ein 4-4-2 mit Andre Schürrle neben Stefan Kießling in der Spitze entschieden, das Mittelfeld wurde mit Simon Rolfes, Bender, Stefan Reinartz und Gonzalo Castro sehr defensiv und wenig spielstark aufgestellt. Genau so traten die Gäste in der Anfangsphase dann auch auf, auf der eigenen Offensive lag zunächst mal keine Priorität.

Wer beim Tabellenführer antritt, dem reicht das womöglich dann auch, denn der BVB kam nach starken Anfangsminuten nicht mehr ins Spiel. Die niveau- und chancenarme erste Halbzeit lag aber auch an der fehlenden Explosivität der Dortmunder. Die langen Bälle auf Robert Lewandowski verpufften, Shinji Kagawa hing in der Luft und der heimliche Spielmacher Mats Hummels wurde wie schon in Nürnberg aus dem Spiel genommen.

Kagawa bestraft Schwaabs Fehler

Eigentlich plätscherte das Spiel deutlich dem Pausentee entgegen, die Leverkusener Passivität in der Defensive wurde dann aber doch noch bestraft. Kevin Großkreutz scheiterte mit der ersten Chance des Spiels noch aus kurzer Distanz an Bernd Leno (40.), kurz darauf war es dann Kagawa, der einen Fehlpass von Daniel Schwaab in der Vorwärtsbewegung bestrafte:

Kuba Blaszczykowski erkannte die Situation sofort und spielte den Japaner frei. Kagawa ließ den für den gesperrten Michal Kadlec in die Viererkette gerückten Bastian Oczipka aussteigen und traf mit links ins lange Eck (45.). Leno war zwar noch dran, konnte den Rückstand aber nicht mehr verhindern. Aufgrund der optischen Überlegenheit war die Führung nicht unverdient, nach der Winterpause bot der BVB aber die deutlich schwächste Halbzeit.

Dutt korrigiert nach einer Stunde

Dutt entschied sich, in der Pause noch nichts zu verändern, auch wenn eine offensive Kraft im Mittelfeld der Werkself gut getan hätte. Denn trotz des von Lewandowski nicht vollendeten Hummels-Ausflugs (47.) sah auch das Dortmunder Spiel weiter nach angezogener Handbremse aus, fast wirkte es ein bisschen so, als würde sich der BVB für die Champions League gegen Barcelona schonen.

Nach 60 Minuten wusste dann auch der Bayer-Coach, was die Stunde geschlagen hatte, wenn im Kampf um die Europa League-Plätze noch ein Punkt herausspringen sollte. Nach monatelanger Verletzungspause kehrte Renato Augusto zurück, für ihn musste Simon Rolfes weichen, Michael Ballack lief sich derweil mit den anderen Reservisten weiter warm.

Leverkusen hatte nun tatsächlich mehr Ballbesitz, die erste richtig große Chance des zweiten Durchgang hatte aber Großkreutz. Nach toller Vorarbeit von Kagawa stand der Dortmunder frei vor Leno, der Keeper blieb lange stehen und machte die Gelegenheit zunichte (64.). Richtig gut reagierte der Torwart auch bei einem Kopfball seines eigenen Stürmers Kießling (69.).

Im Anschluss nahmen beide Teams das ohnehin geringe Tempo weiter heraus, ein Spitzenspiel sollte wirklich anders aussehen. Die Borussia hätte bei konsequenterer Ausspielung ihrer Konter den zweiten Treffer nachlegen können, von Bayer kam auch in der Schlussphase gar nichts. Der BVB reist am nächsten Spieltag zur kriselnden Hertha, Leverkusen empfängt mit Augsburg ebenfalls ein Kellerkind.

Marcus Krämer

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