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1. Bundesliga HSV trennt sich von Michael Oenning


Immer wieder hatte HSV-Sportdirektor Frank Arnesen sich zu seinem erfolglosen Trainer Michael Oenning bekannt. Jetzt aber zog der Verein die Reißleine und beurlaubte seinen Chefcoach. Rodolfo Cardoso soll am Freitag in Stuttgart auf der Bank sitzen - als Übergangslösung.

Nach einer Serie von 13 sieglosen Bundesligaspielen in Folge hat sich der Tabellenletzte Hamburger SV von Trainer Michael Oenning getrennt. Sportdirektor Frank Arnesen, der nach der 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach am Wochenende noch angekündigt hatte, Oenning werde zumindest beim nächsten Bundesligaspiel in Stuttgart noch das Sagen haben, erklärte nun: "In den letzten zwei Tagen nach der 0:1-Niederlage gegen Mönchengladbach und nach vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir diese Entscheidung treffen mussten".

Beim schweren Spiel in Stuttgart gegen den von Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia betreuten VfB soll nun Rodolfo Cardoso interimistisch die Verantwortung übernehmen. Der ehemalige HSV-Profi, der zwischen 1996 und 2004 mehr als 100 Bundesligaspiele für die Rothosen bestritt, hatte zuletzt mit großem Erfolg die zweite Mannschaft des HSV an die Tabellenspitze der Regionalliga Nord geführt.

Cardoso soll aber keine Dauerlösung für den Traditionsclub sein: "Wir werden uns ab heute intensiv mit der Nachfolge von Michael Oenning beschäftigen. Rodolfo hat jetzt unsere volle Unterstützung", wurde Arnesen auf hsv.de zitiert. An gleicher Stelle äußerte sogar der gefeuerte Oenning Verständnis für seine Demission: "Es ist auch für mich nachvollziehbar, dass der Verein in der jetzigen Situation einen anderen Weg geht".

Oenning: nur ein Sieg gegen Oldenburg seit Mitte März

Oenning, zuvor Assistent von Armin Veh, war nach dessen Entlassung erst am 13. März zum Chefcoach des HSV gemacht worden. Das erste Spiel unter seiner Ägide gegen Köln gewannen die Hamburger mit 6:2, aber danach gelang nur noch zu Beginn der neuen Saison beim mühsamen 2:1-Sieg beim Fünftligisten VfB Oldenburg in der ersten Pokalrunde ein Erfolg.

Trotz der durchwachsenen Bilanz Oennings, der auch bei seiner ersten Bundesligastation in Nürnberg nach der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz liegend entlassen worden war, hatte sich Hamburgs neuer Sportdirektor Arnesen im Frühjahr offensichtlich von Oennings Qualitäten überzeugen lassen, obgleich zunächst der jetzige Kölner Trainer Stale Solbakken als Wunschkandidat des Dänen gegolten hatte.

Cardosos Nachfolger, über dessen Identität zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden kann, wird der sechste HSV-Trainer innerhalb von zwei Jahren werden, wenn man Cardoso und den Interimstrainer Ricardo Moniz dazurechnet, der als Nachfolger von Bruno Labbadia das Saisonende 2010 verantwortet hatte.

Nachfolger noch völlig unklar

Zwar hatten sich Huub Stevens und Bernd Schuster in den letzten Wochen schon als mögliche Kandidaten ins Spiel gebracht, doch von Seiten des HSV gab es bisher keine Anzeichen für eine mögliche Präferenz. Klar ist bei der jetzigen Tabellensituation (ein Punkt, Platz 18) nur: Schlechter kann es kaum werden.

Das gilt auch für die Darbietungen der Mannschaft, die erstaunlich viele Gegentore nach Standardsituaionen kassieren musste und zuletzt gegen Mönchengladbach mangelhafte Abstimmung zwischen Abwehr und Mittelfeld offenbarte - beides Probleme, die ein neuer Cheftrainer als erstes angehen sollte.

Daniel Raecke

sportal.de sportal

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