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Bundesliga im stern-Check: Der Gewinner des Spieltags kann nur dieser Mann sein

Warum Ralph Hasenhüttl das Lob der Stunde gebührt, wieso die Bayern gefühlt nicht so dominant sind wie in Vorjahren und wie Markus Gisdol es beim HSV schafft, für rein gar nichts zu stehen. Das Bundesliga-Wochenende im Check.

Ralph Hasenhüttl formt in Leipzig ein echtes Spitzenteam

Ralph Hasenhüttl formt in Leipzig ein echtes Spitzenteam

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Bundesliga-Fans reiben sich derzeit verdutzt die Augen: Die Bayern, die unter Guardiola noch eine absolute Heimmacht waren, spielen unentschieden daheim in München. Schon zum zweiten Mal in dieser Saison. In der letzten Spielzeit gewannen die Bayern insgesamt nur zweimal nicht in Bundesliga-Heimspielen. Jetzt gibt's "schon" zwei Unentschieden in sechs Heimspielen. Dazu ist RB Leipzig ein echter Verfolger, hat genauso viele Punkte (24). Müssen sich die Bayern deswegen Sorgen machen? Man kann beruhigen: Eher nicht. Es gibt viele Gründe dafür, dass die Bayern der Liga in diesem Jahr nicht ganz wegfliegen. Einer davon ist, dass Ancelotti deutlich mehr und konsequenter rotiert als Guardiola. Am Wochenende saßen dann eben Alaba, Lahm, Müller und Kimmich auf der Bank. Ancelotti macht das natürlich bewusst. Sein Plan: Im Frühjahr muss die Mannschaft in Topform sein, nicht im Herbst. Sollte der Plan aufgehen, ist es den Bayern-Fans sicherlich vollkommen egal, dass die Liga in der Momentaufnahme etwas spannender ist als in den vergangenen Jahren. 

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Okay, ausnahmsweise empfehlen wir hier mal kein Tor. Sondern ein beinahe-Tor oder auch: eine kläglich vergebene Chance. Wer wissen will, wie es gerade um Thomas Müllers Laune steht, muss sich nur die Nachspielzeit gegen Hoffenheim anschauen. Die Bayern drückten, der Siegtreffer zum 2:1 schien nahe - und da legte Kingsley Coman einen Ball perfekt zum komplett freistehenden Müller ab. Der stand nur fünf Meter vor dem Tor. Er bekam den Ball ideal serviert. Und doch schaffte Müller es irgendwie, den Ball nur an den Pfosten zu donnern. Nix mit dem Siegtreffer. Nix mit Müllers erstem Bundesliga-Tor in dieser Saison. Eine Riesenchance, die zeigte, das Müller derzeit "Scheiße am Stiefel" hat, wie er selbst sagte.

Gewinner des Tages

Unfassbar, dieses RB Leipzig. Marschiert durch die Liga wie ein Spitzenteam. Natürlich investierte der Verein auch wie ein solches. 100 Millionen Euro haben die Sachsen in den vergangenen fünf Jahren mehr auf dem Transfermarkt investiert, als sie eingenommen haben. Knapp 50 Millionen kosteten die neuen Spieler vor der Saison. Alles, um die Bundesliga aufzumischen. Aber wer nur auf das Geld schaut, kann auch beim HSV nachsehen: Dort spendierte Milliardär Kühne vor der Saison ebenfalls rund 30 Millionen für die Mannschaft. Das Transferminus der vergangenen fünf Jahre liegt gar bei über 60 Millionen. Und in Hamburg bekommt keiner was auf die Reihe. Am Geld alleine liegt es also nicht. Der wahre Gewinner hinter RB Leipzig ist Trainer Ralph Hasenhüttl. Schon in den vergangenen Jahren formte er in Ingolstadt eine unangenehme Mannschaft, die ziemlich viele Gegner zu zermürben wusste. Das Prinzip setzt Hasenhüttl nun in Leipzig fort. RB ist giftig, gedankenschnell, und dazu verdammt talentiert. Hasenhüttl ist der perfekte Förderer für die junge Mannschaft, gibt sich dazu realistisch und fordernd zugleich: "Wir sind stolz auf die Punkte, die wir bisher geholt haben. Es ist aber erst ein kurzer Weg, den wir gegangen sind. Momentan können wir uns von dem zweiten Tabellenplatz nichts kaufen", sagte er nach dem deutlichen Sieg gegen Mainz. Mit diesem Trainer kann RB noch viel bewegen.

Verlierer des Tages

Läuft nicht: Markus Gisdol beim HSV

Läuft nicht: Markus Gisdol beim HSV

Okay, dass der HSV derzeit nichts auf die Reihe bekommt, ist klar. Er könnte quasi in jeder Woche Verlierer des Spieltages sein. Aber wie im Positiven bei Leipzig muss auch im Negativen in dieser Woche der Trainer den Kopf hinhalten. Weil Hasenhüttl es in Leipzig schafft, ein starkes Team zu formen, fällt umso mehr auf, was der Trainer in Hamburg alles nicht schafft. Von Team kann beim HSV gar keine Rede sein. Unter Markus Gisdol, so scheint es zumindest, ist beim HSV eher alles schlechter als besser geworden. Einen Punkt hat Gisdol in fünf Spielen geholt - und wenn man ehrlich ist, war der Punkt in Gladbach damals mehr als schmeichelhaft, weil die Borussia gleich zwei Elfmeter verschoss. Labbadia stand beim HSV zumindest für permanenten Optimismus und den Mut, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Gisdol steht bislang beim HSV für gar nichts, erst recht nicht für einen (Mini-)Aufbruch.

Bild des Wochenendes

Ein langweiliges Bayern-Bild als Foto des Wochenendes? Was ist denn daran jetzt so besonders, fragen Sie vielleicht zurecht. Es geht diesmal allerdings nicht um den Sport. Sondern um das Trikot und die Botschaft dahinter. Der FC Bayern spielte gegen Hoffenheim mit Trikots aus receyceltem Ozeanmüll. Eine starke Geste von Ausrüster Adidas. Wie viel Plastik wohl noch im Ozean schwimmen würde, wenn alle Trikots weltweit aus receyceltem Müll bestünden?

Ein langweiliges Bayern-Bild als Foto des Wochenendes? Was ist denn daran jetzt so besonders, fragen Sie vielleicht zurecht. Es geht diesmal allerdings nicht um den Sport. Sondern um das Trikot und die Botschaft dahinter. Der FC Bayern spielte gegen Hoffenheim mit Trikots aus receyceltem Ozeanmüll. Eine starke Geste von Ausrüster Adidas. Wie viel Plastik wohl noch im Ozean schwimmen würde, wenn alle Trikots weltweit aus receyceltem Müll bestünden?


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