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Bundesliga im stern-Check Erst Sextuple, jetzt ex und hopp – was soll Hansi Flick noch bei diesen Bayern?

Brazzo und Flick auf Bayern-Bank
Unterschiediche Perspektiven: Sportvorstand Hasan Salihamidzic (l.) und Hansi Flick (M.) beim Spiel gegen Union Berlin
© Sven Hoppe / DPA
Die Mannschaft will ihn, er will sie, aber jemand bei Bayern München will Hansi Flick nicht. Oder nicht so richtig. Der Zoff beim Rekordmeister wirkt hanebüchen. In Bremen dagegen ist kein Streit, sondern nur Stagnation. Der stern-Bundesliga-Check.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 28. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Was derzeit im künftigen Nationaltrainer der Herzen vorgeht, konnten Sky-Zuschauer am Samstag ungeschönt in ihren Wohnzimmern erleben. Vor der Partie gegen Union Berlin reagierte Hansi Flick reichlich genervt auf das Insistieren von Reporter Patrick Wasserziehr. Der wollte einfach nicht aufhören zu fragen, wie die Zukunft des Coachs bei den Bayern aussehe, doch Flick fauchte nur "Nächste Frage, bitte!". Später schenkte seine ausgewrungene Mannschaft mit dem 1:1 noch zwei Punkte her. Wenige Tage nach der unglücklichen Niederlagen gegen Paris Saint-Germain. Nicht, dass das Unentschieden die Meisterschaft noch einmal spannend machen würde, doch Flick scheint gerade alles zu entgleiten. Nach dem DFB-Pokal-Aus könnte es am Dienstag auch mit der Champions League vorbei sein. Aber selbst wenn nicht, wird der Dauerzwist mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic trotzdem weiter an ihm zehren. Nicht einmal ein Jahr nach dem historischen Sextuple scheint Flick bei den Münchnern bereits wieder abgeschrieben zu sein. Obwohl ihn die Mannschaft will. Und er sie.

Gewinner des Spieltages

Fünf Wochen vor dem Ende dieser hoffentlich einmaligen Saison geht es eigentlich nur noch um zweieinhalb Fragen: Wer folgt Schalke 04 in die 2. Liga (Köln, plus?) und wer folgt Bayern München und RB Leipzig direkt in die Champions League? Während der Batzen an Abstiegsbewerbern immer größer wird, lichtet sich das Feld obenrum. Was auch an Eintracht Frankfurt liegt. Die SGE hört einfach nicht auf, mitzumischen, erstmals lockt sogar die Champions League. Per Direkt-Quali, Platz vier reicht, aber selbst Platz drei ist für das Team von Adi Hüter in dieser Saison ein realistisches Ziel. Nicht nur, weil Konkurrent Wolfsburg in einem würdigen Spitzenspiel geschlagen wurde, sondern auch, weil die Frankfurter das deutlich entspanntere Restprogramm haben als der VfL. Wie schrieb stern-Kollege und Eintracht-Fan Swen Thissen vor dem Spieltag? "Das wäre die größte Positivüberraschung der Saison. Und ein wundervolles Zeichen. Zumindest für Fans von Eintracht Frankfurt. Aber vermutlich auch für Anhänger anderer Traditionsvereine."

Verlierer des Spieltages

"Es ist immer besser, etwas zu probieren, statt sich auf den Rücken zu legen und zu sagen: Hoffentlich wird es nicht so doll." Ist es dann doch geworden – doll. Und das, obwohl Bremens Trainer Florian Kohfeldt, der sich nicht auf den Rücken legen wollte, versucht hatte, den Leipzigern hinten einen Fünferriegel vorzuschieben. Es half nichts. Und als wäre die verdiente 1:4-Klatsche nicht genug gewesen, riss bei Werders Abwehrchef Ömer Toprak auch noch ein Muskel. Die Bremer werden ihn in den kommenden Wochen schmerzlich vermissen, denn der Verein hat nun vier Mal in Folge verloren und sich damit völlig unnötig wieder in den Abstiegskampf eingeschaltet. Einige Konkurrenten von dort unten wie Mainz und Bielefeld geben sich auch noch Mühe zu punkten. In seinem vierten Jahr als Cheftrainer steht Kohfeldt vor der trüben Einsicht, dass er und seine Mannschaft nicht wirklich vorankommen.

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Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund war ein munterer Kick am Samstagabend. Fünf Tore sind gefallen und eines davon wird noch länger in Erinnerung bleiben: der Siegtreffer zum 2:3 von Ansgar Knauff. Es war das erste Bundesligator des gerade einmal 19-Jährigen und was für eines. Nachdem Erling Haaland ihm an der Strafraumgrenze den Ball zugepasst hat, tanzt er ein paar Meter nach links, dann ein paar nach rechts, lässt zwei Stuttgarter stehen und zieht einfach ab. "Ich bin reingekommen, wollte mein Bestes geben. Es freut mich, dass es geklappt hat", sagte Knauff fast schon erschreckend sachlich.


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