Bundesliga-Check, Teil 14 Leverkusen - der Sheriff und die Krabbelgruppe


Bis zum Start der Bundesliga stellt stern.de alle Bundesligisten vor und analysiert ihre Chancen vor der Saison. Heute: Bayer Leverkusen. Dort soll ein Sheriff für mehr Konstanz bei der Nachwuchself sorgen.
Von Nico Stankewitz

Aussichten: Unter Michael Skibbe zeigte die Werkself zwei vollkommen verschiedene Gesichter: Brillanten, schnellen Offensivfußball über weite Strecken der Vorrunde und ängstlichen, harmlosen Sicherheitsfußball in der Rückrunde, als in der Schlussphase noch die sicher geglaubte Uefa-Cup-Teilnahme verspielt wurde. Der neue Trainer Bruno Labbadia soll nun dafür sorgen, dass eine komplette Saison erfolgreich unter dem Bayer-Kreuz absolviert werden kann. Fehlen werden dabei zwei langjährige Mitarbeiter, die von Christoph Daum zum Aufsteiger FC gelockt wurden, Kult "Medizinmann" Dieter Trzolek und Scout Paul Steiner haben sich dem Lokalrivalen angeschlossen.

Nicht mehr dabei sind auch zwei andere alte Recken: Carsten Ramelow und Sergei Barbarez, die beide ihre Laufbahn beendeten. Dafür investierte Sportdirektor Rudi Völler kräftig, und holte mit Renato Augusto (für 10 Millionen Euro!) und Henrique (auf Leihbasis) zwei brasilianische Top-Talente. Dazu kommen vom Kölner Nachbarverein Jungnationalspieler Patrick Helmes, der sich wohl mit Gekas einen heißen Kampf um den Platz im Sturm neben Stefan Kießling liefern dürfte und aus der rumänischen Liga der ivorische Linksverteidiger Constant Djakpa, dem nicht wenige Experten eine große Karriere vorher sagen. An Qualität hat der Leverkusener Kader eher noch gewonnen. Allerdings ist das Team noch jünger geworden und hat jetzt auch einen Trainer ohne Bundesligaerfahrung in dieser Funktion.

Trainer: Bruno Labbadia. Der 42-Jährige hat sich mit guter Arbeit bei seinen vorherigen Trainerstationen in Darmstadt und Fürth seinen ersten Bundesligajob verdient. Als Spieler nannte man Labbadia auch den "Sheriff", wegen seiner Künste als Scharfschütze unter anderem für Kaiserslautern, Bayern München und Werder Bremen. Bei Leverkusen sind die Ansprüche ziemlich hoch, aber es ist auch eine Riesenchance, sich als Coach in der Bundesliga durchzusetzen.

Neuzugänge:

Renato Augusto (Flamengo(Brasilien)/10 Mio), Constant Djakpa (Pandurii Targu-Jiu (Rumänien)/1 Mio), Patrick Helmes (Köln/ablösefrei), Henrique (Barcelona/ausgeliehen).

Die beste Elf:

Rene Adler (Deutschland/23), Gonzalo Castro (Deutschland/21), Karim Haggui (Tunesien/24), Manuel Friedrich (Deutschland/28), Henrique (Brasilien/21), Simon Rolfes (Deutschland/26), Tranquillo Barnetta (Schweiz/23), Renato Augusto (Brasilien/20), Arturo Vidal (Chile/21), Theofanis Gekas (Griechenland/28), Stefan Kießling (Deutschland/24) .

Tipp von stern.de:

Labbadias Aufgabe ist komplex, denn er muss an die guten Momente der vergangenen Saison anknüpfen und die schlechten vermeiden. Ein Jahr ohne internationalen Wettbewerb ist ein Vorteil für die Leistungen in der Liga. Platz 5.


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