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Bundesliga-Endspurt: Hitzfelds letztes Gefecht?

Magath gegen Hitzfeld: Das Südderby der Bayern in Stuttgart steht ganz im Zeichen des bayerischen Trainertheaters. Ganz andere Probleme hat der Lokalrivale 1860: Im "Abstiegs-Endspiel" geht es für die Löwen um alles.

Die Luft ist längst noch nicht raus. Obwohl Werder Bremen schon als deutscher Fußball-Meister 2004 feststeht, versprechen die letzten 180 Spielminuten der 41. Bundesligasaison noch prickelnde Spannung. Fünf Mannschaften müssen bis zum 22. Mai um 17.15 Uhr noch um den Sturz auf Abstiegsplatz 16 fürchten und vier Teams streiten sich weiter um die Pfründe in UEFA-Cup und Champions League. Großen Unterhaltungswert verheißt über das Saisonende hinaus das heftige Gerangel um Trainer, Manager und Spieler.

Das bayerische Trainer-Theater

Erhält Ottmar Hitzfeld vom FC Bayern den vorzeitigen Laufpass und wechselt Felix Magath vom VfB Stuttgart nach München? Diese heißeste Personalie der Liga erregt die Gemüter vor dem Süd-Gipfel der beiden Spitzenteams. Während Magath ("Das nervt") missmutig auf die Spekulationen reagierte, gab sich Hitzfeld ("Konzentriere mich auf meine Arbeit») zugeknöpft. Nur Bayern-Präsident Franz Beckenbauer posaunte aus, was eigentlich noch ein Geheimnis bleiben sollte: "Wir warten ab, wie Felix Magath sich entscheidet."

Bremen gegen Leverkusen

Viel entscheidender für Bayer Leverkusen wäre, dass die Münchner ihre Energien wieder auf dem Rasen entfalten und ihnen mit einem Sieg Schützenhilfe im Kampf um den Einzug in die Champions League leisten. Schließlich müssen die nur zwei Punkte vor Bayer auf Platz drei liegenden Stuttgarter am letzten Spieltag noch nach Leverkusen. Voraussetzung für Bayer ist zunächst ein Erfolg beim neuen Champion in Bremen. "Werder hat beim Titelverteidiger gewonnen, warum sollten wir nicht beim neuen Meister gewinnen", meinte Bayer-Coach Klaus Augenthaler. Die Hanseaten haben trotz aller Feiern aber noch zwei Ziele: Mit zwei Siegen 80 Punkte und einen Bundesliga-Rekord schaffen sowie das Double im DFB-Pokalfinale am 29. Mai (gegen Aachen) perfekt machen.

Borussia Dortmund - M'Gladbach

Die Hoffnung auf das große internationale Geschäft hat Borussia Dortmund noch nicht aufgegeben. "Im Sport hat man bis zum Schluss die Möglichkeit, doch noch als Erster über die Ziellinie zu laufen", philosophierte BVB-Coach Matthias Sammer vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Dafür müsste der BVB nicht nur gewinnen, sondern auch im Fernduell mit dem VfL Bochum erfolgreich sein.

Eintracht Frankfurt - VfL Bochum

VfL- Trainer Peter Neururer glaubt fest, den Zwei-Punkte-Vorsprung und Rang fünf verteidigen sowie die zweite UEFA-Cup-Teilnahme nach 1997 schaffen zu können. "Wir standen in den Spielen davor unter Druck und sind bestens damit klar gekommen", sagte er vor dem Gastspiel bei der so gut wie sicher abgestiegenen Frankfurter Eintracht.

1860: Hoffen auf das Wunder

Mit unverständlicher Lethargie blicken die Spieler des Tabellen- 16. TSV 1860 München in den Liga-Abgrund und der Schicksalspartie gegen Hertha BSC (14.) entgegen. "Was glaubt ihr, wo ihr nächstes Jahr spielt: AC Mailand?", brüllte 1860-Trainer Gerald Vanenburg seine laschen Profis im Trainingslager in Seefeld an und fügte hinzu: "Wenn ihr nicht aufpasst - in der Oberliga!" Nur ein Sieg würde den Hoffnungsfunken der Münchner noch am Glimmen halten.

Kampf um den Klassenerhalt

Schon ein Remis könnte den Abstieg in die Zweitklassigkeit besiegeln, wenn der 1. FC Kaiserslautern (15.) gleichzeitig mindestens unentschieden bei Schalke 04 spielt. "Die Sache ist noch nicht erledigt", warnt FC-Trainer Kurt Jara, der schon in Gelsenkirchen für klare Verhältnisse sorgen möchte: "Wir müssen drei Punkte holen, dann sind wir durch."

Dies würde auch für Gladbach (12.) und Hannover 96 (13.) gelten, die aber mit dem Gewinn von jeweils einem Zähler auch auf Grund des deutlich besseren Torverhältnisses gegenüber den "Löwen" das rettende Ufer wohl erreicht hätten. "Dafür ist Leidenschaft wie zuletzt beim 3:0 gegen Frankfurt nötig", stachelte 96-Coch Ewald Lienen seine Mannschaft vor dem Niedersachsenderby gegen den VfL Wolfsburg an.

Während sich die Trainerwechsel für 96 (Lienen), Lautern (Jara), Hertha (Hans Meyer) und Gladbach (Holger Fach) bezahlt zu machen scheinen, dürften die Tage von Willi Reimann und Marcel Koller bei Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln gezählt sein. "Es geht um Kollers Arbeitsplatz", erklärte FC-Manager Andreas Rettig vor dem Spiel gegen Hansa Rostock.

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