Bundesliga Letzter Vorhang für Rangnick?


Scheidungsdrama in Hannover, Posse in Köln, Trauerspiel in Bochum, dazu Spitzenspiele in Leverkusen und Dortmund - der 23. Spieltag verspricht wieder hohen Unterhaltungswert.

Scheidungsdrama in Hannover, Posse in Köln, Trauerspiel in Bochum - im Theater "Fußball-Bundesliga" ist höchster Unterhaltungswert garantiert. Die Geschehnisse der vergangenen Tage schüren die Neugier auf den sportlich ohnehin brisanten 23. Spieltag.

Neben den Spitzenspielen in Leverkusen (gegen Bayern München) und Dortmund (VfB Stuttgart) stehen die Geschehnisse auf dem Mönchengladbacher Bökelberg im Mittelpunkt des Interesses. Schließlich könnte sich der Bundesliga-Vorhang für Hannover-Coach Ralf Rangnick zum vorerst letzten Mal heben.

Rangnick vor Rausschmiss

Verliert sein in den Abstiegsstrudel geratenes Team das dritte Mal in Serie, droht die siebte Trainerentlassung der Saison. Selbst im Falle eines Erfolgs scheint das Ende der seit Monaten zerrütteten Ehe nicht ausgeschlossen zu sein. So soll der Vorstandsvorsitzende Martin Kind in den vergangenen Tagen bereits mit möglichen Trainer- Kandidaten wie Friedhelm Funkel verhandelt haben. Für Rangnick wäre es eine Enttäuschung, wenn der Verein unabhängig vom Ergebnis im Kellerduell seinen Nachfolger präsentieren würde: "Dafür hätte nicht nur ich kein Verständnis. Ein Großteil der Mannschaft steht hinter der gemeinsamen Mission."

Alle Spiele im Überblick

Mönchengladbach

Hannover 96

1. FC Kaiserslautern

Eintracht Frankfurt

FC Schalke 04

SC Freiburg

Borussia Dortmund

VfB Stuttgart

Bayer Leverkusen

FC Bayern München

Hansa Rostock

Hamburger SV

Hertha BSC Berlin

VfL Bochum

TSV 1860 München

Werder Bremen

VfL Wolfsburg

1. FC Köln

Rettet Overath seinen FC oder nicht?

Hoch her ging es in den vergangenen Tagen auch in Köln. Ob die Einigung mit dem Möchte-Gern-Präsidenten Wolfgang Overath beim Tabellenletzten zur erhofften Bündelung aller Kräfte oder zu weiteren Scharmützeln führt, wird die Zukunft weisen. Ein Sieg der Mannschaft in Wolfsburg könnte zur weiteren Deeskalation beitragen. Sportmanager Andreas Rettig hofft auf eine befreiende Wirkung: "Der Druck von dieser Seite ist weg. Jetzt haben alle erst mal wieder den Kopf frei."

Die Oliseh-Affäre in Bochum

Selbst die heile Welt beim VfL Bochum geriet in den vergangenen Tagen mächtig ins Wanken. Nach der Aufregung um Sunday Oliseh ist die Sorge groß, dass die bisher gute Stimmung Schaden nehmen und der sportliche Höhenflug zu Ende sein könnte. Zwei Tage vor dem Auftritt des Tabellenvierten bei Hertha BSC griff die Vereinsführung tief in die Trickkiste, um den Vorfall möglichst schnell vergessen zu machen. Die Vertragsverlängerung bis ins Jahr 2007 wertete Trainer Peter Neururer als wichtigen Vertrauensbeweis zur rechten Zeit: "Jetzt kommen Fragen auf uns zu, wie es mit der Einheit aussieht, ob die Spaßgesellschaft weiter besteht."

Leverkusen hofft auf "Befreiungsschlag" gegen Bayern

Von einer Spaßgesellschaft kann in Leverkusen schon seit Wochen nicht mehr die Rede sein. Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen droht der schlechtesten Rückrunden-Mannschaft der Sturz aus den Europacup- Rängen. Ein Heimsieg über den FC Bayern München soll den bedenklichen Abwärtstrend des Tabellenfünften stoppen. "Ich hoffe auf einen Befreiungs- und Paukenschlag", sagte Bayer-Coach Klaus Augenthaler. Doch für den Rekordmeister ist die Partie von ähnlich großer Bedeutung. Eine Niederlage könnte nach Einschätzung von Spielmacher Michael Ballack von vorentscheidender Bedeutung im Titelkampf sein: "Wenn wir verlieren, ist wahrscheinlich nicht mehr viel drin."

1860 kann ungeliebten Bayern helfen

Schützenhilfe erhoffen sich die Bayern vom Münchner Lokalrivalen, der am Sonntag den mit sieben Punkten enteilten Tabellenführer aus Bremen empfängt. Für den Fall einer Werder-Niederlage stellte Wurst-Fabrikant Uli Hoeneß den "Löwen-Fans" laut "Bild" eine Bratwurst-Prämie in Aussicht. Eine Niederlage von Verfolger VfB Stuttgart in Dortmund käme dem Bayer-Manager ebenfalls zupass. Doch die Schwaben wollen im voraussichtlich ausverkauften Westfalenstadion nach zuletzt schwachen Leistungen den Anspruch auf einen Champions-League-Platz untermauern. Für die Borussia bietet sich die wohl letzte Chance, die Horror-Saison doch noch zu einem halbwegs guten Ende zu bringen. Der zwischenzeitlich auf 13 Punkte angewachsene Rückstand auf den Tabellendritten könnte auf drei Zähler reduziert werden.

Heinz Büse/DPA DPA

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