Bundesliga-Vorschau Hitzfeld erwartet Trotzreaktion


Unbeeindruckt von den öffentlichen Nachfolger-Spekulationen gibt sich Bayern-Coach Hitzfeld vor dem Heimspiel gegen Rostock kämpferisch. Ein Münchner Sieg ist Pflicht, um die Meisterschaft halbwegs spannend zu halten.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld erwartet von den Fußball- Profis des FC Bayern München nach dem Ausscheiden aus der Champions League gegen Hansa Rostock eine Trotzreaktion. "Das Aus muss man wegstecken. Ich erwarte eine professionelle Einstellung meiner Mannschaft. Das ist ein ganz wichtiges Spiel für die Zukunft", sagte Hitzfeld.

Hitzfeld "berühren" Magath-Spekulationen nicht"

Gelassen reagierte der 55 Jahre alte Coach auf Spekulationen um seine Zukunft beim FC Bayern. "Mich berührt das nicht. Ich bin zu lange im Geschäft. Ich brauche meine Kraft für die nächsten Spiele", erklärte Hitzfeld. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll es seitens des FC Bayern bereits ein erstes Sondierungsgespräch mit Felix Magath, dem Trainer des VfB Stuttgart, gegeben haben. Dazu bemerkte Hitzfeld, er gehe davon aus, dass ihm die Bayern-Führung angesichts eines "sehr guten Vertrauensverhältnisses" Bescheid geben würde, wenn sie mit anderen Trainern verhandelt.

"Wir müssen bereit sein"

Mit einem Heimsieg am Samstag im Münchner Olympiastadion will der deutsche Meister Anschluss an Spitzenreiter Werder Bremen halten, der ebenfalls im eigenen Stadion den Tabellenletzten 1. FC Köln empfängt. Hitzfeld hat den Kampf um den Titel noch nicht aufgegeben: "Wir müssen bereit sein, wenn Werder patzt." Torjäger Roy Makaay kündigte ebenfalls an, "bis zum Ende alles zu versuchen". Allerdings werde es sehr schwierig: "Sieben Punkte Rückstand sind viel."

Aber auch in anderen Stadien wird am Wochende gespielt. In Bremen beispielsweise, wo der souveräne Tabellenführer gegen den Tabellenletzten aus Köln den Abstand zum bajuwarischen Verfolger halten will.

Die weiteren Spiele im Kurztelegramm:

Werder Bremen - 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr)

Tabellenführer gegen Schlusslicht - die Rollen sind klar verteilt. "Wir halten dem Druck stand", sagte Werder- Regisseur Micoud. Kapitän Baumann (Gelb-Sperre) fehlt ebenso wie Davala (Schambeinentzündung). Köln steht mit dem Rücken zur Wand und hat acht Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Podolski, Ebbers, Woronin und Cullmann können nicht auflaufen (alle verletzt). Der letzte Kölner Sieg in Bremen liegt fast neun Jahre zurück.

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr)

Mit nur einem Punkt aus sechs Spielen ist Bayer weiter das schlechteste Team der Rückrunde. Gegen den VfL soll jetzt die Wende gelingen. Die Wolfsburger konnten noch nie in Leverkusen gewinnen. In dieser Saison holten die "Wölfe" in elf Auswärtspartien erst vier Punkte. VfL-Coach Röber kann personell aus dem Vollen schöpfen. Sein Trainerkollege Augenthaler muss auf Ponte (Muskelzerrung) und Bastürk (Wadenverletzung) verzichten. Nowotny, Ramelow und Lucio sind wieder einsatzbereit. Ramelow steht vor seinem 250. Bundesligaspiel.

Hannover 96 - 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 15.30 Uhr)

Ewald Lienen feiert als 96-Coach sein Comeback in der Bundesliga. "Wir müssen den Schalter umlegen", fordert er von seiner neuen Mannschaft. Die Niedersachsen trennt nur noch ein Punkt von den Abstiegsrängen. Mit Xavier, Vinicius, Konstantinidis, Schneider, Schröter und Kleber fehlen gleich sechs Abwehrspieler. FCK-Trainer Jara stehen acht Akteure nicht zur Verfügung. Tchato, Riedl und Dominguez kehren in den Kader zurück. Der letzte Sieg der Pfälzer in Hannover liegt mehr als 28 Jahre zurück.

Hamburger SV - Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr)

Unter Trainer Toppmöller hat der HSV noch kein Spiel in der AOL- Arena verloren. Auch gegen Hertha spricht die Heimbilanz für die Hamburger: Von 22 Partien gewannen die Hanseaten zwölf, Hertha nur vier. Der letzte Berliner Sieg beim HSV liegt über drei Jahre zurück. Bei den Gastgebern fehlt Reinhardt (Gelb-Sperre), der Einsatz von Barbarez (Zahnwurzel-Operation) ist unsicher. Hertha ist Tabellen- 17., holte in der Rückrunde aber schon zehn Zähler. "Es sollte noch fünf Mal gewonnen werden", fordert Manager Hoeneß.

SC Freiburg - Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr)

Der BVB hat seit über zehn Jahren nicht mehr in Freiburg verloren. Die letzte Partie bei den Südbadenern gewann Dortmund im März 2002 mit 5:1. Zuletzt hat der BVB zwei Mal verloren. Sogar der UEFA-Cup- Platz ist in Gefahr. Beim SC fehlen Wörns (Gelb-Sperre) und Rosicky (Armbruch). Der Einsatz von Madouni und Bergdölmo ist fraglich. Reuter steht vor seinem 300. Bundesligaspiel für den BVB. Freiburg holte 25 von 36 möglichen Heim-Punkten. "Wir wollen aus unserer Außenseitersituation etwas Positives machen", sagte Trainer Finke.

Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr)

Im August 1991 gelang der Eintracht der letzte Heimsieg gegen Schalke. Die "Königsblauen" sind seit zehn Spielen ungeschlagen und seit 489 Minuten ohne Gegentor. Vier der letzten fünf Auswärtsspiele haben sie gewonnen. "Es muss unsere Motivation sein, dass die Serie anhält", sagte Trainer Heynckes. In Frankfurt hat er 1971 mit Borussia Mönchengladbach seinen ersten Meistertitel gewonnen. Er muss Rost, Poulsen, Kobiaschwili, Oude Kamphuis und Asamoah ersetzen. Bei Frankfurt fehlt Chris (Gelb-Sperre), Schur kehrt in das Team zurück.

VfL Bochum - Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 17.30 Uhr)

Für den VfL ist der "Fall Oliseh" abgeschlossen. Die Mannschaft von Coach Neururer will sich wieder auf das Sportliche konzentrieren. Vor fast genau neun Jahren hat Bochum zuletzt zu Hause gegen die Borussia verloren. Der VfL ist seit 744 Minuten vor heimischem Publikum ohne Gegentor. Hashemian plant sein Comeback (nach Nasenbeinbruch). Auch Madsen, Bönig und Stevic kehren zurück. Wosz steht vor seinem 200. Bundesligaspiel für Bochum. Bei Gladbach fehlt Abwehrspieler Ruben (Schulterverletzung).

VfB Stuttgart - TSV 1860 München (Sonntag, 17.30 Uhr)

Nach dem Aus in der Champions League fordert VfB-Teammanager Magath gegen 1860 einen Sieg "ohne Wenn und Aber". Für die "Löwen" geht im ersten Spiel nach dem Münchner Stadion-Skandal der Abstiegskampf weiter. Nur drei Zähler trennen 1860 vom drittletzten Tabellenplatz. Stranzl (Muskelfaserriss) und Tyce (Rot-Sperre) fehlen ebenso wie der vom Training freigestellte formschwache Hoffmann. Beim VfB wartet Nationalstürmer Kuranyi seit 645 Minuten auf einen Torerfolg. Neben ihm dürfte wieder der Ungar Szabics stürmen.


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