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Bundesliga-Vorschau: HSV bläst zum Sturm auf Bayern

Der HSV hat am 13. Spieltag (ab 15.30 Uhr im stern.de-Live-Ticker) die Gelegenheit, den Bayern die Tabellenführung abzujagen. Doch dafür müssen die Norddeutschen auswärts auf Schalke punkten. München muss im Süd-Gipfel beim Deutschen Meister ran. Im Tabellenkeller wird es dramatisch.

Dem bisherigen Alleinherrscher droht der Sturz vom Bundesliga-Thron. Obwohl der mit finanziellem Rekordaufwand runderneuerte FC Bayern München den hohen Erwartungen bisher weitgehend gerecht wurde, ist die bereits am 1. Spieltag eroberte Tabellenführung in Gefahr. Nach einer imposanten Serie mit 19 von 21 möglichen Punkten liegt der Hamburger SV in Lauerstellung. Im Falle der ersten Saisonniederlage des Fußball-Rekordmeisters am Samstag beim VfB Stuttgart könnten die Norddeutschen vorbeiziehen - vorausgesetzt, sie setzen ihren Höhenflug im Duell mit dem FC Schalke fort. "Wir werden gejagt in Stuttgart. Die ganze Liga wartet darauf, dass es einen neuen Tabellenführer gibt", warnte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld.

Ein Erfolgserlebnis der Münchner tut Not: Denn nach dem enttäuschenden 2:2 im UEFA-Cup-Spiel gegen die Bolton Wanderers knirscht es erstmals im Gebälk. Auf die Kritik von Bayern-Chef Karl- Heinz Rummenigge, gegen die Engländer nicht die beste Mannschaft aufgeboten zu haben, reagierte Hitzfeld gereizt: "Die Partie in Stuttgart ist noch wichtiger. Ich kann nur sagen, dass wir innerhalb von drei Tagen zwei Spiele haben. Dementsprechend stelle ich die Mannschaft auf." Nach zuletzt zwei torlose Unentschieden in der Bundesliga fordert der Fußball-Lehrer eine Reaktion seiner Mannschaft: "Wir müssen ein Zeichen setzen."

"Wir haben gesehen, was Schalke leisten kann"

Anders als den Münchnern blieb den Hamburgern vor dem Fernduell um die Tabellenspitze ein Kraftakt erspart. Als einziger der sieben in den europäischen Wettbewerben vertretenen Bundesligaclubs hatte der HSV in dieser Woche spielfrei. Hinweise auf die Personalnot beim Gegner, der auf zehn Spieler verzichten muss, und die Erfolgsserie von zuletzt drei Siegen in Gelsenkirchen lassen Trainer Huub Stevens kalt: "Wir haben in der Champions League gegen Chelsea gesehen, was Schalke trotz der Ausfälle leisten kann." Der ehemalige Schalke-Coach kehrt nicht nur aus nostalgischen Gründen gern zurück: Nach seinem Weggang im Jahr 2002 hat er an seiner ehemaligen Wirkungsstätte noch nie verloren.

Im Duell der Verfolger kämpfen Werder Bremen (3.) und der Karlsruher SC (4.) um Anschluss. Neben der 1:2-Schlappe auf internationaler Bühne bei Lazio Rom machen den Bremern Verletzungssorgen zu schaffen: In Diego, Borowski und Baumann drohen drei weitere Aktivposten aus dem ohnehin dezimierten Kader auszufallen. Dennoch nimmt Trainer Thomas Schaaf sein in der Bundesliga seit sieben Spielen ungeschlagenes Team in die Pflicht: "Wir müssen alle Dinge verbessern, die wir gegen Lazio falsch gemacht haben."

Die letzten sechs Clubs treten gegeneinander an

Darüber hinaus rückt der Abstiegskampf in den Mittelpunkt des Interesses: Am 13. Spieltag treten die letzten sechs Clubs gegeneinander an. Besondere Brisanz birgt das erste Ostderby in der Bundesliga seit dem 8. Februar 2003. Die Partie des Schlusslichts aus Cottbus beim Tabellen-15. aus Rostock wird von hohen Sicherheitsauflagen begleitet. "Wir sind auf alles vorbereitet. Es ist ein Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko", sagte Rostocks Veranstaltungsleiter Rainer Friedrich.

Dagegen sind die Sorgen der Bielefelder vor der Partie am Sonntag gegen Nürnberg rein sportlicher Natur. Ein erneuter Rückschlag der seit dem 5. Spieltag sieglosen Ostwestfalen könnte die Diskussion um Trainer Ernst Middendorp weiter verschärfen. Nach einem offenen Krisengespräch am vorigen Montag wähnt sich der Coach jedoch fester im Sattel: "Dass ein Umbruch nicht wie Licht anknipsen funktioniert, weiß jeder."

Heinz Büse/DPA / DPA

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