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Bundesliga-Rückrundenstart: Schneller Gelb und Rot zücken: Für Schiedsrichter gilt ab heute eine Null-Toleranz-Politik

Die Bundesliga startet mit dem Verfolgerduell zwischen Schalke und Mönchengladbach in die Rückrunde. Schiedsrichter der Partie ist Deniz Aytekin. Er wird sich erstmals an neue Anweisungen halten müssen.

Bundesliga: Schiedsrichter Felix Brych zückt die rote Karte

Aufreger der Bundesliga-Hinrunde: Schiedsrichter Felix Brych zeigt David Abraham nach einem Foul an Trainer Streich von Freiburg Rot

Die Winterpause ist ein Luxus, den sich von den Top-Ligen in Europa nur noch die Bundesliga leistet. Während die Teams in England oder Spanien knallhart durchspielen, legen die Spieler in Deutschland zunächst für ein paar Tage die Beine hoch, bevor die Vereine in den Süden fliegen, um sich in Traningslagern von Marbella bis Florida auf die Rückrunde vorzubereiten.

Aber mit dem Verfolgerduell zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach hat heute Abend ab 20.30 Uhr auch hierzulande die fußballfreie Zeit ein Ende. Schiedsrichter Deniz Aytekin dürfte dabei in der Veltins-Arena verstärkt im Blickpunkt stehen – denn wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wird sich der erfahrene 41-Jährige erstmals an die neuen Anweisungen für Schiedsrichter halten müssen, die ab sofort gelten sollen.

Abschreckendes Beispiel für untere Spielklassen

Demnach sollen die Unparteiischen bei Unsportlichkeiten deutlich härter durchgreifen als bisher, offenbar als abschreckendes Beispiel für die Spieler in den unteren Ligen. Dort gibt es seit geraumer Zeit verstärkt Anfeindungen und auch gewalttätige Übergriffe gegen Schiedsrichter, wie sie in der Bundesliga zwar nicht zu sehen sind – trotzdem leisten sich die Profis auch in der höchsten Spielklasse immer mehr Verstöße gegen den fairen Umgang mit Gegnern und Schiedsrichtern.

Dagegen soll nun mit harter Hand vorgegangen werden: "Im Vergleich zu den europäischen Wettbewerben gibt es in der Bundesliga inzwischen zu viele Unsportlich- und Respektlosigkeiten", so Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich zur "Bild"-Zeitung. "Wir müssen gegensteuern, um den Fußball und die Schiedsrichter in den unteren Ligen zu schützen." Niemand könne akzeptieren, dass Schiedsrichter dort gewaltsam attackiert werden.

Gleich an diesem Wochenende dürfte es deshalb "die eine oder andere Karte mehr" geben. Die neue Null-Toleranz-Politik gilt zum Beispiel für gestenreiche Reklamation, das Zurennen auf den Schiedsrichter, das Wegtragen oder Wegwerfen des Balles sowie die Forderung einer Karte für einen gegnerischen Spieler. In diesen Situationen soll es ab sofort gleich die Gelbe Karte geben. Sogar einen Platzverweis soll die große Rudelbildung nach sich ziehen, und wer wegen Reklamierens die gelbe Karte sieht und daraufhin weiter meckert, fliegt sofort mit Gelb-Rot vom Platz.

Bundesliga: Umstellung für so manchen Spieler

Keine Frage: Für so manchen Spieler dürfte die Umstellung enorm sein. Aber eine konsequente Anwendung der neuen Vorgaben dürfte das Klima auf den Plätzen deutlich verbessern – in der Bundesliga, und im besten Fall auch in den unteren Ligen.

tim/tkr

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