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Bundesliga im stern-check Aufregung um Weiser: Der schwer getroffene Schauspieler

Der Berliner Mitchell Weiser sorgte mit seiner Theatralik für viel Diskussionen
Der Berliner Mitchell Weiser sorgte mit seiner Theatralik für viel Diskussionen
© Annegret Hilse/DPA
Große Emotionen in der Bundesliga: Ein Berliner leidet, ein Leipziger wütet, ein Münchner platzt vor Stolz - und die Darmstädter kämpfen in Gedenken an ihren größten Fan bis zum Umfallen. Der Spieltag im stern-Check.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Bundesliga-Spieltages

Hoch her ging es in der Nachspielzeit im Berliner Olympiastadion: Der BVB gab ordentlich Gas, um den 1:2-Rückstand gegen die Hertha noch auszugleichen. Nach Foul von Berlins Niklas Stark an BVB-Star Ousmane Dembélé sollte es Freistoß für Dortmund geben. Herthas Mitchell Weiser schnappte sich den Ball aber vor der Ausführung und schoss ihn wie einen Abschlag weit in die BVB-Hälfte. Dembélé kam bei seinem Versuch, die unsportliche Aktion zu verhindern, zu spät und traf Weiser unglücklich am Sprunggelenk. Dass dieser sich anschließend theatralisch auf dem Rasen wälzen musste, war Gegenstand der hitzigsten Diskussionen des Bundesliga-Wochenendes. Sowohl Weiser als auch Dembélé wurden daraufhin zu Recht von Schiedsrichter Robert Hartmann mit der Gelben Karte verwarnt. Weiser zeigte hinterher wenig Reue: "Ich mache nur das, was er auch immer macht", schickte er stattdessen eine Spitze Richtung Gegenspieler Dembélé. "Wenn man ihn mit den eigenen Waffen schlägt, dann ist es okay." Und auch sein Verein stellte sich hinter Weiser - mit folgendem Tweet:

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Keine Diskussionen gab es über eine andere Szene in Berlin: Marvin Plattenhardts fulminanter Freistoß zum 2:1 für die Hertha war aber auch ein Ausrufezeichen der besonderen Art. Dass der Gewaltschuss in der Torwartecke einschlug, war selbst für BVB-Trainer Thomas Tuchel kein Grund zur Kritik an seinem Keeper: "Ich hätte ihn nicht gehalten, wenn ich hinten drin gestanden wäre." Und überhaupt scheint es gegen ein ordentliches Pfund von Plattenhardt kein Gegenmittel zu geben: Insgesamt sieben Bundesliga-Tore erzielte der 25-jährige Linksverteidiger bisher - alle sieben per direktem Freistoß!

Plattenhardt Freistoß
BVB-Torwart Roman Bürki sieht das Unheil kommen - und kann doch nichts ausrichten gegen den Freistoß von Herthas Marvin Plattenhardt
© Annegret Hilse/DPA

Gewinner des Tages

Der Geist von Jonathan Heimes setzt bei Darmstadt 98 offensichtlich neue Kräfte im Abstiegskampf frei. Beim 2:1 über Mainz 05 trugen die Spieler in Gedenken an den vor einem Jahr im Alter von 26 Jahren an Krebs gestorbenen Edelfan extra angefertigte "Johnny"-Sondertrikots mit der Aufschrift: "Du musst kämpfen!" Die frei verkäufliche Auflage von 1898 Jerseys war innerhalb von 24 Stunden ausverkauft - und auch das Team gab im Spiel gegen die Mainzer das letzte Hemd. "Das hat uns Kraft gegeben", sagte Vereinsboss Rüdiger Fritsch anschließend über die Aktion. "Der Geist von Johnny hat uns geholfen", bestätigte Kapitän und Torschütze Aytac Sulu. Und Heimes' Vater Martin sagte zur "Bild am Sonntag": "Der Sieg hätte Johnny sehr gefreut." Sein Sohn ist damit der Gewinner des Spieltags - zusammen mit seiner Darmstädter Mannschaft, die den Abstiegskampf angenommen hat.

Verlierer des Tages

Da hat der gelbgesperrte RB-Profi Stefan Ilsanker über das Ziel hinausgeschossen: Bei der Niederlage seiner Leipziger durfte der 27-Jährige zwar gar nicht mitspielen, fluchte sich aber trotzdem in den Mittelpunkt. In der Halbzeit teilte der Österreicher über das Mikrofon des Stadionsprechers gegen Gegner und Schiedsrichter aus: "Das ist brutal, wie Wolfsburg hier spielt. Und der Schiri trägt seinen Teil dazu bei. Ich hoffe, der findet seine Linie. Ich muss aufpassen, dass ich auf der Tribüne keinen umgrätsche, wenn ich da hingucke!" Ilsankers Leidenschaft in allen Ehren - aber Unfairness war in der harten Spielweise des VfL tatsächlich nicht zu erkennen. Auch wenn es im Leipziger Stadion großen Beifall für seine deutlichen Worte gab, hat sich Ilsanker mit seiner Tirade zur Symbolfigur der Heimniederlage des ersten Bayern-Verfolgers gemacht. Ohne dass er auf dem Platz stand. Muss man auch erstmal schaffen.

Bild des Tages

Mats Hummels war mächtig stolz auf die Szene, da machte er gar keinen Hehl draus. Es war aber auch eine ganz besonders spektakuläre Grätsche, mit der er gegen den einschusssbereiten Branimir Hrgota den Frankfurter Führungstreffer gegen die Bayern verhinderte. "Ich muss nicht drum herumreden, das wäre falsche Bescheidenheit", sagte Hummels hinterher im Interview. "Das Tackling hat mir auch gut gefallen. Das ist für einen Verteidiger wie ein Tor. Ich habe eine kurze Chance gesehen, musste volles Risiko gehen. Klappt es nicht, ist es Elfer und Rot." Es klappte - und war Hummels anschließend noch einen Boss-Tweet wert:

Mats Hummels' Grätsche

© Getty Images

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