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Bundesliga im stern-Check: Handspiel im Strafraum? Ach, auch egal – wöchentlich nervt der Kölner Keller

Bayern München hat zwar einen überragenden Robert Lewandowski, aber auch Dusel, weil der Schiedsrichter mindestens ein Handspiel im Strafraum übersieht. Eher zwei. So was kann passieren, doch die Frage ist: Wozu gibt es eigentlich Videoschiedsrichter?

Bayern Schalke Coman

Alles sauber beim Zweikampf von Bayerns Coman (l.) gegen Schalkes Stambouli

DPA

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 2. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Man traut es sich ja kaum noch zu sagen, aber jedes Wochenende grüßt das gleiche Elend, auch in der noch jungen Saison: Handspiele und der Kölner Keller. Besonders übel waren zwei Szenen in der Samstagabendpartie auf Schalke – und beide Male profitierten die Gäste aus München. Das war passiert: In der 58. Minute bekommt Münchens Neu-Verteidiger Benjamin Pavard im Strafraum einen Kopfball an den abgespreizten Arm. Schiedsrichter Marco Fritz pfeift nicht. Zu Gute halten muss man beiden, dass der Franzose in einer Rückwärtsdrehung war und den Ball möglicherweise nicht sehen konnte. Eindeutig strafstoßwürdig aber war Ivan Perisics Aktion. Der linksaußen an der Mauer stehende Münchner hatte mit seinem Unterarm einen Freistoß von Daniel Caligiuri ins Toraus gelenkt. Referee Fritz stand direkt davor und tat: nichts. Gut, Schiedsrichter machen Fehler und genau dafür gibt es die Videokollegen in Köln. Doch statt einzugreifen oder Fritz die Szene noch einmal einzuspielen, geschah: nichts. Mittlerweile hat man fast das Eindruck, dass der VAR und die immer detaillierteren Handspiel-Regeln nichts besser, sondern alles schlimmer machen. Ganz abgesehen davon, dass wieder einmal das Bild entstanden ist, dass der FC Bayern systematisch bevorteilt wird.

Diese Tore sollten Sie (nochmal) sehen

Das Topspiel zwischen Schalke und den Bayern hatte natürlich auch seine ansehnlichen Momente. Zwei, um genau zu sein. Die 50. und die 75. Minute. Beide Male stand der verlängerungswillige Stürmer Robert Lewandowski im Mittelpunkt. Nachdem er die Bayern bereits per Elfmeter in Führung geschossen hatte, zirkelte der Pole kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit einen Freistoß maximal präzise in den Winkel. Knapp eine halbe Stunde später dann saugt Lewnadowski förmlich einen Pass von Kingsley Coman an den Fuß, umkurvt mit einer Vierteldrehung den Gegenspieler und trifft zum 3:0. 

Gewinner des Spieltages

Timo Werner, der nun endlich Klarheit über seine Zukunft hat (Leipzig). Robert Lewandowski, dessen Vertrag sich nach diesem Spiel gegen Schalke (Hattrick) von alleine verhandeln dürfte. Oder der BVB, der nach seinem Erweckungserlebnis (Last-Minute-Sieg) in der Tabelle weiter von ganz oben grüßt – es gibt viele Gewinner. Nur mit diesem hat wohl niemand gerechnet: der SC Freiburg. Zwei Spiele, zwei Siege, nur einen Platz hinter Dortmund und einen Platz vor den ebenfalls unbesiegten Leverkusenern. Dabei hätte Christian Streichs Team die Partie gegen Aufsteiger Paderborn auch locker verlieren können. Haben sie aber nicht. Unter anderem, weil sie mit "chirurgischer Kühle", wie Nachrichtenagentur DPA schreibt, agierten. So wird man vielleicht nicht Meister, aber das wäre für den Klub ohnehin vermessen. Würde ja reichen, wenn der Blick am Ende nicht wie so oft Richtung Liga 2 gehen würde. Oder in den Worten des Trainers: "Wir wissen, wo wir herkommen."

Verlierer des Spieltages

Eigentlich müssten hier Namen wie der vom FSV Mainz 05 stehen, das den Saisonauftakt fulminant vergeigt hat. Aber der eigentliche Verlierer dieses Wochenendes sind die wenigen, anständigen Fans des Drittligisten Chemnitzer FC. Nicht nur, dass der bestellte Insolvenzverwalter mit der Liquidation des Vereins droht, nun ruinieren die (zahlreichen) rechten Anhänger weiter den allerletzten Rest des Rufs. So haben einige mitgereiste Fans beim Auswärtsspiel gegen die zweite Mannschaft von Bayern München die eigenen Leute beleidigt: vor allem Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Er sei mit antisemitischen Schmähungen beschimpft und beleidigt worden. Zudem waren rassistische Sprüche wie "Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger" zu hören gewesen. Der mittlerweile suspendierte Spieler Frahn hatte sich unter anderem mit Chemnitzer Hooligans solidarisiert. Angesichts dieser Lage wird wohl nur noch ein Wunder den Ost-Drittligisten retten.

Bild des Spieltages

Baumgart Paderborn

Bundesliga-Premiere für die Trainer-Verwarnung. Paderborns Steffen Baumgart ist der erste Übungsleiter, der eine gelbe Karte zu sehen bekommt. In der zweiten Liga Englands flog mit Slaven Bilic von West Bromich Albion an diesem Wochenende auch schon der erste Trainer mit Gelb-Rot vom Platz.

DPA

Bundesliga-Premiere für die Trainer-Verwarnung. Paderborns Steffen Baumgart ist der erste Übungsleiter, der die Gelbe Karte zu sehen bekommt. In der zweiten Liga Englands flog mit Slaven Bilic von West Bromich Albion an diesem Wochenende auch schon der erste Trainer mit Gelb-Rot vom Platz.

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