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Bundesliga im stern-Check: BVB hat ein Einstellungsproblem - daran ist Klopp schuld

Die Dortmunder Krise ist beispiellos. Das Team überwintert auf einem Absteigsplatz, der Stuhl von Trainer Jürgen Klopp beginnt zu wackeln - und die Bayern winken von der anderen Seite der Tabelle.

Von Tim Schulze

So lief der Spieltag

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

John Anthony Brooks kann einem nur Leid tun. Der Hertha-Verteidiger verursachte im Spiel gegen Hoffenheim ein Eigentor und einen Elfmeter und war damit maßgeblich an der 0:5-Heimklatsche beteiligt. Das Besondere: Zwischen den beiden Missgeschicken lagen nur 112 Sekunden. Der letzte Bundesliga-Spieler, der in einem Spiel ein Eigentor fabrizierte und einen Elfmeter verursachte, war auch ein Berliner: Dick van Burik passierte das vor neun Jahren im Dezember 2005 gegen den HSV. Im Gegenzug bescherten die Patzer Hoffenheim den höchsten Bundesliga ihrer Geschichte. Es war also für beide Seiten aufregend, wenn man so will.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Er hat sich selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht. Bastian Schweinsteiger hat am letzten Spieltag vor der Winterpause sein erstes Saisontor erzielt - und das mit einem wunderschönen Freistoßtor beim 2:1-Sieg gegen Mainz. Der Mann hat lange unter den körperlichen Folgen einer aufreibenden Welmeisterschaft gelitten, jetzt ist Schweinsteiger endgültig zurück. Das ist eine gute Nachricht für alle Bayern- und Schweinsteigerfans und eine schlechte für alle Bayern-Hasser.

Bastian Schweinsteiger (r.) zirkelte einen sehenswerten Freistoß ins Mainzer Tor - es war die umgehende Antwort auf den Mainzer Führungstreffer

Bastian Schweinsteiger (r.) zirkelte einen sehenswerten Freistoß ins Mainzer Tor - es war die umgehende Antwort auf den Mainzer Führungstreffer

Gewinner der Hinrunde

Klar, die Bayern sind hochüberlegen Herbstmeister geworden, doch das ist keine Überraschung und deshalb auch nicht besonders erwähnenswert. Ein etwas kleinerer Club aus Bayern liefert hingegen den Beweis, dass man mit weniger Geld auch eine Erfolgsstory schreiben kann. Das Besondere am FC Augsburg ist, dass es bei den bayerischen Schwaben keine große Überraschung mehr ist. Sie gehören mittlerweile zur Spitzengruppe der Liga und haben am Wochenende mit Mönchengladbach einen direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze geschlagen. Trainer Markus Weinzierl und Manager Stefan Reuter sind die Väter des Aufstiegs. In der vergangenen Saison haben sie die Europa League noch knapp verpasst. Jetzt stehen sie auf dem sechsten Platz und haben mit 27 Punkten einen Hinrunden-Rekord aufgestellt.

Verlierer der Hinrunde

Der BVB hatte Glück, dass Freiburgs Torwart Roman Bürki ein Missgeschick unterlief. Beim Stand von 2:1 für seine Freiburger gegen Hannover spielte der Schweizer Keeper in der Schlussphase einen Ball direkt in die Füße des Gegners und Hannover glich zum 2:2 aus. Durch das Unentschieden bleibt Freiburg Tabellenletzter, Dortmund darf als Vorletzter überwintern. Das war es aber auch schon mit den "guten" Nachrichten für die gebeutelten Schwarz-Gelben. Ihr Absturz ist beispiellos, Dortmund steckt mitten im Abstiegskampf. Die Frage bleibt, ob das Team von Jürgen Klopp überhaupt Abstiegskampf kann. Sollte sich die Misere nach der Winterpause fortsetzen, wird der Stuhl des Trainers gehörig wackeln. Schon jetzt ist ein kleines Zittern zu spüren. Das zeigt die Meldung, dass der BVB mit Klopp in die Rückrunde geht. Gab es denn daran Zweifel? Tatsache ist, dass der BVB auch ein Einstellungsproblem hat. Das zeigte sich auch gegen Bremen, als die Spieler mit hängenden Köpfen und ohne den letzten Willen durch die Gegend trabten. Für die Motivation und die Einstellung ist in erster Linie der Coach verantwortlich. Klopp muss den unbedingten Sieger-Willen wieder vorleben.

Die Frage des Tages

Ist Jürgen Klopp noch der richtige Trainer für den BVB?

Bild des Spieltages

Der Arme! Für Freiburgs Christian Streich und sein Team waren drei Punkte zum Greifen nah - bis der Torwart patzte. Statt auf Platz 14 geht Freiburg jetzt als Tabellenletzter in die Winterpause.

Der Arme! Für Freiburgs Christian Streich und sein Team waren drei Punkte zum Greifen nah - bis der Torwart patzte. Statt auf Platz 14 geht Freiburg jetzt als Tabellenletzter in die Winterpause.

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