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Champions League: Pleiten für deutsche Teams - BVB zieht trotz historisch schlechter Vorrunde in Europa League ein

Nach der Niederlage gegen Besiktas hat es für RB Leipzig nicht gereicht zum Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse. Der BVB spielt trotz unwürdiger Champions-League-Bilanz weiter in Europa.

BVB in der Champions League

Düstere Miene in Madrid: Trainer Peter Bosz und der BVB beenden die Vorrunde der Champions League mit zwei Punkten

spielt trotz unwürdiger Champions-League-Bilanz weiter in Europa. Obwohl das Team von Trainer Peter Bosz am Mittwoch mit 2:3 (1:2) gegen die B-Elf von Real Madrid unterlag, sicherte sie sich mit einer historischen Negativmarke von nur zwei Punkten den Einzug in die Europa League. Immerhin zeigte der zuletzt kriselnde BVB im letzten Champions-League-Gruppenspiel eine bemerkenswerte Moral und schlug nach verschlafener Anfangsphase und zwei frühen Gegentreffern durch Borja Mayoral (8.) und Cristiano Ronaldo (12.) zurück.

Doch die beiden Tore von (43.) reichten am Mittwoch vor 73.323 Zuschauern im Estadio Bernabéu am Ende doch nicht zum Punktgewinn. Lucas Vázquez (81.) brachte den Revierclub um den Lohn.

Champions League: Real Madrid mit Blitzstart

Obwohl Coach Zinédine Zidane zahlreiche Stammkräfte schonte, erwischten die Königlichen einen Traumstart und nutzten ihre ersten beiden Chancen für zwei Tore. In der achten Minute griffen die Dortmunder Cristiano nicht konsequent an. Der portugiesische Europameister passte ungestört von der linken Seite in den Strafraum, Isco verlängerte und Mayoral überwand den herausstürzenden BVB-Keeper Roman Bürki mit einem leichten Lupfer.

Nur vier Minuten später sorgte Ronaldo selbst für den zweiten Treffer. Erneut störte der BVB den Weltfußballer nur unzureichend, aus 16 Metern schlenzte der 32-Jährige den Ball in die rechte Ecke. In allen Gruppenspielen hat Ronaldo mindestens ein Tor erzielt - das gelang vor ihm noch niemandem. Dreimal traf er sogar doppelt.

Das Fehlen von Weltmeister Toni Kroos, der gar nicht im Kader stand, sowie Karim Benzema, Luka Modric und Marcelo, die zunächst nur auf der Bank saßen, merkte man Real über weite Strecken der ersten Hälfte nicht an. Die Gastgeber kontrollierten das Spiel zunächst weiter, der BVB kam nur allmählich etwas besser ins Spiel. In der 27. Minute zeigte sich erstmals gefährlich vor dem Real-Tor. Shinji Kagawas Schuss wurde jedoch von Raphaël Varane im letzten Moment geblockt.

Kurze Zeit später verfehlte Aubameyang das Tor knapp (35.), ehe er kurz vor der Pause für den Anschluss sorgte. Marcel Schmelzer eroberte den Ball auf der linken Seite, flankte in die Mitte und der Gabuner ließ sich die Gelegenheit freistehend aus kurzer Distanz per Kopf nicht nehmen.

BVB legt nach dem Seitenwechsel nach

Und nach dem Seitenwechsel legte Dortmunds Top-Stürmer nach. Zunächst scheiterte Aubameyang noch an Keylor Navas, hob den Ball aber im Nachschuss gefühlvoll über Schlussmann ins Netz. Fast im Gegenzug verpasste Ronaldo die erneute Real-Führung knapp (52.).

Die Gastgeber erhöhten den Druck. Neven Subotic klärte eine Hereingabe von Marco Asensio in höchster Not (75.), dann köpfte Ronaldo in die Arme von Bürki (77.). Neun Minuten vor dem Ende war der Torwart machtlos. Von der Strafraumgrenze platzierte Vázquez den Ball unhaltbar in die Ecke. Da auch Nikosia bei den Tottenham Hotspur verlor, reichte es für den BVB zur Qualifikation für die Europa League.

RB Leipzig mit Heimpleite gegen Besiktas

Auch für RB Leipzig ist das Abenteuer Champions League vorbei. Durch die 1:2 (0:1)-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Besiktas Istanbul und den zeitgleichen Sieg des FC Porto gegen AS Monaco verpasste der Fußball-Bundesligist das Achtelfinale der Königsklasse und überwintert nun in der Europa League.

Die Sachsen hatten am Mittwochabend ohnehin nur eine Minimalchance, waren auf Schützenhilfe der AS Monaco angewiesen. Doch der Gruppenletzte verlor klar in Portugal. Neben dem türkischen Meister Besiktas, der als ungeschlagener Gruppensieger weiterkam, findet sich Porto am Montag im Lostopf der Königsklassen-Teams fürs Achtelfinale.

Vor 42.558 Zuschauern in der ausverkauften Red Bull Arena traf Alvaro Negredo früh per Foulelfmeter (10. Minute). Den nie aufgebenden Leipzigern gelang der Ausgleich durch Naby Keita (87.), doch Talisca besiegelte in der 90. Minute die unglückliche Leipziger Niederlage.

Der deutsche Vize-Meister verabschiedete sich mit einer anständigen Leistung, konnte den überragenden Torwart Tolga Zengin aber trotz guter Chancen nur einmal überwinden. In der Schlussphase sah Leipzigs Stefan Ilsanker wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (82.).

Hasenhüttl muss auf Leistungsträger verzichten

RB-Coach Trainer Ralph Hasenhüttl musste in Spielmacher Emil Forsberg (Bauchmuskelprobleme), Marcel Sabitzer (Schulterluxation) und Innenverteidiger Dayot Upamecano (Muskelfaserriss) auf drei Leistungsträger verzichten - und schon nach zehn Minuten den ernüchternden Rückstand hinnehmen. Kapitän Willi Orban ging den Zweikampf mit Jeremain Lens im Strafraum etwas zu ungestüm an - den berechtigten Elfmeter verwandelte Negredo souverän.

Nur eine Minute zuvor war Porto im Parallelspiel gegen Monaco mit 1:0 in Führung gegangen, so dass die Leipziger Hoffnungen schon früh einen doppelten Dämpfer erhielten. Dennoch spielte RB engagiert und druckvoll nach vorne. Orban traf aus kurzer Distanz nur den Außenpfosten (15.). Wenig später drehte Nationalstürmer Timo Werner bereits jubelnd ab, ehe der ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai beim vermeintlichen 1:1 doch noch auf Abseits entschied (21.).

Neben Werner spielte überraschend Jean-Kevin Augustin anstelle von Yussuf Poulsen im Leipziger Sturm, der Franzose konnte anfangs aber nur wenige Akzente setzen. Als Porto auf 2:0 erhöhte (33.), war der Königsklassen-Traum vom Achtelfinale bereits so gut wie beendet.

Obwohl der türkische Meister sechs Stammkräfte zu Hause gelassen hatte, stand Besiktas kompakt und diszipliniert in der Defensive und ließ nur wenige Leipziger Tormöglichkeiten zu. Werner (42.) und Bruma (43.) scheiterten am 34 Jahre alten Schlussmann Tolga Zengin.

Der Routinier rettete auch nach dem Wechsel, als er Werners Schuss aus 13 Metern auf das lange Eck reaktionsschnell parierte (47.). Die Leipziger zeigten Moral und wollten unbedingt eine Heim-Niederlage zum Abschluss der Gruppenphase vermeiden. Doch ob Kevin Kampl (57.) oder Augustin (63.) - keiner konnte den besten Besiktas-Profi Zengin überwinden. Der besser werdende Augustin schaffte es - stand bei seinem Schuss aber ganz knapp im Abseits (64.).

Hasenhüttl schenkte nun noch Bernardo (66./für Marcel Halstenberg), Marvin Compper (70./für Orban) und Dominik Kaiser (74./für Kampl) ein paar Champions-League-Minuten. 

Heinz Büse, Frank Kastner und Sandra Degenhardt/DPA

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