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Confed-Cup: Deutschland steht im Halbfinale

Lange Zeit tat sich Deutschland sehr schwer gegen starke Tunesier. Dank einer furiosen Schlussphase hat sich die Klinsmann-Elf jedoch vorzeitig für das Halbfinale der Mini-WM qualifiziert.

Die deutsche Nationalelf steht nach einem hart erkämpften 3:0-Sieg über Tunesien und dank des 4:2-Erfolgs von Argentinien über Australien vorzeitig im Halbfinale des Confederations Cups. Die Tore erzielten in der zweiten Hälfte Kapitän Michael Ballack und die beiden Youngsters Bastian Schweinsteiger und Mike Hanke. In einer tempo- und abwechslungsreichen Partie hatten die schnellen und ballgewandten Tunesier in Köln vor knapp 45.000 Zuschauern zahlreiche gute Chancen. Das deutsche Spiel litt lange darunter, dass die Stürmer zu selten in aussichtsreiche Positionen gebracht wurden.

Mannschaftskapitän Ballack bot über weite Strecken eine engagierte Leistung und holte den Elfmeter zur 1:0 Führung selbst heraus. Torschütze Schweinsteiger hatte zahlreiche Ballkontakte, wirkte allerdings oft zu überhastet. Nervenstärke bewies er jedoch beim 2:0, als er nach gutem Anspiel von Lokalmatador Lukas Podolski den tunesischen Torhüter ausspielte und einschob.

Deutsche Abwehr bereitet weiter Sorgen

Die viel gescholtene Abwehr wirkte auch diesmal nicht immer sattelfest. Trotzdem wurde Innenverteidiger Robert Huth bei gelungenen Aktionen mehrmals mit lang gezogenen "Huuuth"-Rufen angespornt.

Klinsmann hatte Sebastian Deisler statt Bernd Schneider in der Anfangsformation und damit erstmals von Spielbeginn auf den Bayern-Block im Mittelfeld gesetzt. Im Sturm hatte Gerald Asamoah den Vorzug vor Kevin Kuranyi erhalten. Im Tor kam gemäß der Rotation Jens Lehmann für Oliver Kahn zum Einsatz.

Der tunesische Coach Roger Lemerre, der seinen 64. Geburtstag feierte, hatte seine Mannschaft im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen Argentinien komplett umgekrempelt und sieben neue Spieler in die Mannschaft genommen. Im Sturm sollten die kleinen und wendigen Santos und Ziad Jaziri die großen deutschen Innenverteidiger Per Mertesacker und Huth schwindlig spielen.

Deutschland begann engagiert, konnte aber seine anfängliche Feldüberlegenheit nicht nutzen. Die Tunesier störten früh und kamen in der ersten Hälfte zu mehreren guten Tormöglichkeiten. Die beste Gelegenheit hatte Clayton, dessen Eckball Lehmann in der 26. Minute mit einer waghalsigen Aktion aus der kurzen Ecke fischte. Das deutsche Team kam in der 32. Minute zu seiner ersten klaren Chance. Nach Schweinsteiger-Ecke klärte Clayton Ballacks Kopfball auf der Linie. Außerdem pfiff der jamaikanische Schiedsrichter Peter Prendergast den allein aufs Tor stürmenden Arne Friedrich in der 17. Minute wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurück - eine Fehlentscheidung.

Auch in der zweiten Hälfte erwischte das Klinsmann-Team zunächst den besseren Start und hatte mit einem Distanzschuss von Podolski die erste Möglichkeit. Doch abermals gewann Tunesien die Oberhand und hatte durch Chedli in der 56. Minute eine Großchance. Den Schuss lenkte Lehmann mit den Fingerspitzen am Tor vorbei.

Kapitän Ballack war es schließlich in der 73. Minute der einen Foulelfmeter herausholte und auch selbst verwandelte. Das 2:0 erzielte Schweinsteiger in der 80. Minute. Das 3:0 besorgte der eingewechselte Hanke in seinem zweiten Länderspiel.

Friedrich erhielt nach einem Foul an Chadli seine zweite Gelbe Karte im Turnier und fehlt damit im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg gegen Argentinien.

Es war die dritte Partie gegen Tunesien. Zuvor hatte es zwei Unentschieden gegeben: 1993 in Tunis ein 1:1 und 1978 bei der WM in Argentinien in Cordoba ein 0:0. Für Bundestrainer Klinsmann war es der 8. Sieg im 13. Spiel, bei vier unentschieden und einer Niederlage.

Stephan Köhnlein und Torsten Holtz/AP

Aufstellungen:

Tunesien:

Boumnijel - Trabelsi, Abdi, Jaidi, Clayton - Chedli, Ghodhbane (59., Namouchi), Mnari, Nafti - Santos, Jaziri (82., Ben Saada) - Trainer: Lemerre

Gelbe Karten:

Jaidi (5.), Abdi (73.)

Deutschland:

Lehmann - A. Friedrich, Mertesacker, Huth, Hitzlsperger (68., B. Schneider) - Deisler, Frings, Schweinsteiger - Ballack - Asamoah (62., Kuranyi), Podolski (87., Hanke) - Trainer: Klinsmann

Gelbe Karten:

A. Friedrich (22.)

Schiedsrichter: Peter Prendergast (Jamaika)
Zuschauer: 45.000 (ausverkauft)
Spielort: Köln (RheinEnergie-Stadion)

Tore:

0:1 Ballack (74., Foulelfmeter), 0:2 Schweinsteiger (80.), 0:3 Hanke (89.)

Besondere Vorkommnisse:

Michael Ballack verwandelt einen an ihm selbst verursachten Foulelfmeter

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