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Confed-Cup: Remis gegen Argentinien

Es bleibt dabei: Gegen die Großen des Weltfußballs kann die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr gewinnen. Das Unentschieden gegen Argentinien reicht der Klinsmann-Elf trotzdem zum Gruppensieg.

Trotz einer starken Leistung muss Deutschland weiter auf einen Sieg gegen eine "große" Fußballnation warten. Die DFB-Elf kam im Prestigeduell gegen Argentinien nach zweimaliger Führung nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Vor 42.000 Zuschauer in Nürnberg hielt das junge Team aber über weite Strecken kämpferisch und spielerisch mit dem zweifachen Weltmeister gut mit. Dank des besseren Torverhältnisses beendet Deutschland die Vorrunde des Confederations Cup als Gruppenerster und trifft am Samstag im Halbfinale in Nürnberg auf Brasilien, Japan oder Mexiko.

In einem phasenweise hochklassigen und immer abwechslungsreichen Spiel sorgten Kevin Kuranyi und Gerald Asamoah jeweils für die Führung der Elf von Jürgen Klinsmann, der auf seinen Kapitän Michael Ballack verzichtete. Die Ausgleichstreffer erzielten der argentinische Spielmacher Juan Riquelme und Esteban Cambiasso. Weiterer Wermutstropfen war die zweite gelbe Karte für Jungstar Bastian Schweinsteiger, der damit für das Halbfinale gesperrt ist.

Klinsmann hatte die Mannschaft gegenüber dem 3:0-Sieg gegen Tunesien völlig umgekrempelt. Er schonte neben Ballack zunächst auch Abräumer Torsten Frings. Stürmer Lukas Podolski fehlte wegen einer Verletzung. Für die etatmäßigen Torhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann rückte der Stuttgarter Timo Hildebrand zwischen die Pfosten. Der 26-Jährige konnte gegen die beiden Gegentore wenig ausrichten und hatte ansonsten kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen.

Dem Spielfluss schadeten die Umstellungen jedoch nicht. Das Mittelfeld um Ersatzkapitän Bernd Schneider - mit 31 Jahren und 51 Länderspielen mit Abstand der erfahrenste Spieler im jungen Team - stand sehr kompakt. Sebastian Deisler spielte auf der rechten Seite stark auf. Die zuletzt nicht immer sattelfeste Abwehr ließ der argentinischen Offensive um Riquelme und Torjäger Luciano Figueroa wenig Raum zum Brillieren.

Zu den Matchwinnern zählte Asamoah, der nicht nur wegen seines Tores im Vergleich zum Tunesien-Spiel deutlich verbessert war. Der Schalker hielt und verteilte die Bälle geschickt, ging mit viel Biss in die Zweikämpfe und beschäftigte so immer wieder die argentinische Abwehr, die den Stürmer oft nur mit Fouls zu stoppen wusste. Die Fans dankten es ihm bei seiner Auswechslung in der 59. Minute mit viel Applaus.

Traumhafte Fernschüsse der Argentinier

Obwohl beide Teams sich bereits fürs Halbfinale qualifiziert hatten, schenkten sie sich von Anfang an nichts. Die DFB-Elf, in der Andreas Hinkel für den gelbgesperrten Außenverteidiger Arne Friedrich und Fabian Ernst für Frings auflief, begann selbstbewusst und beherzt. Mit schnellen Attacken meist über rechts vorgetragen von Deisler kam sie immer wieder in aussichtsreiche Position. In der 29. Minute stand dann Kuranyi goldrichtig. Er versenkte nach einem Hitzlsperger-Freistoß die abgefälschte Vorlage von Ernst aus kurzer Distanz.

Vier Minuten später war es aber wie schon im Auftaktmatch gegen Australien eine Standardsituation, die die deutsche Abwehr völlig überforderte. Riquelme zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern an der unaufmerksamen deutschen Mauer vorbei ins Tor. Das Klinsmann-Team verlor daraufhin den Faden, und Argentinien kreuzte immer wieder gefährlich vor Hildebrandts Tor auf.

Doch die Deutschen zeigten, dass sie endlich einmal gegen einen der "Großen" siegen wollen und drängten aufs Tor. Für Schneider kam Frings ins Team und übernahm die Kapitänsbinde. In der 51. Minute verwertete der zuletzt immer wieder kritisierte Asamoah eine brillante Vorlage von Kuranyi mit einem Flachschuss ins lange Eck zum vielbejubelten Führungstreffer. Die deutsche Elf warf sich anschließend dem Ansturm der "Gauchos" entgegen, die auf den Ausgleich drängten, und verschaffte sich mit Entlastungsangriffen immer wieder Luft. Doch ein traumhafter Distanzschuss von Cambiasso in der 74. Minute, von Deisler noch leicht berührt, schlug rechts oben zum verdienten 2:2 ein und zerstörte die deutschen Siegträume. Vom Titel träumen dürfen die Deutschen weiterhin.

Michael Bauer und Torsten Holtz/AP

Aufstellungen:

Argentinien:

Lux - J. Zanetti, Coloccini, Samuel (62., Santana), Heinze - Bernardi (53., Aimar), Cambiasso, Riquelme, Sorin - Tevez (80., Delgado), Figueroa - Trainer: Pekerman

Gelbe Karten:

Bernardi (41.)

Deutschland:

Hildebrand - Hinkel, Mertesacker, Huth, Hitzlsperger - Deisler, F. Ernst, B. Schneider (46., Frings), Schweinsteiger (70., Engelhardt) - Kuranyi, Asamoah (58., Hanke) - Trainer: Klinsmann

Gelbe Karten:

Kuranyi (8.), Deisler (40.), Schweinsteiger (48.)

Schiedsrichter: Lubos Michel (Slowakei)
Zuschauer: 42.000 (ausverkauft)
Spielort: Nürnberg (Frankenstadion)

Tore:

0:1 Kuranyi (29.), 1:1 Riquelme (32.), 1:2 Asamoah (51.), 2:2 Cambiasso (74.)

Besondere Vorkommnisse:

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