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Nach 2:2 gegen die Niederlande: Von wegen "... am Ende gewinnen immer die Deutschen" – Lineker wandelt legendären Spruch ab

Zum Abhaken: Mit einem 2:2 gegen die Niederlande verabschiedet sich die DFB-Elf aus dem Länderspieljahr 2018. Englands Fußball-Legende Gary Lineker muss seinen Kult-Spruch revidieren. So geht's für die Deutschen weiter.

DFB-Torhüter Manuel Neuer schaut einem Ball im Netz nach, Engalnds Ex-Nationalspieler Gary Lineker

Zweimal musste DFB-Torhüter Manuel Neuer gegen die Niederlande hinter sich greifen – hat das berühmte Zitat von Gary Lineker ausgedient?

Getty Images

"Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen." 28 Jahre ist dieser Spruch von Englands Ex-Nationalspieler Gary Lineker jetzt alt – und längst zum geflügelten Wort geworden. Doch es scheint, als habe das Zitat spätestens in diesem Jahr ausgedient. Schon nach dem WM-Aus der DFB-Elf gegen Südkorea im Sommer revidierte Lineker seine berühmte Feststellung: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen nicht mehr immer die Deutschen", hieß es plötzlich von ihm. Wie wahr ...

Nun, nach dem 2:2 des Teams von Nationaltrainer Joachim Löw gegen die Niederlande und dem Abstieg in Liga B der Uefa Nations League, legte Lineker bei Twitter noch einmal nach und nahm sich selbst und die deutsche Nationalmannschaft dabei gleichermaßen auf die Schippe: "Wer auch immer gesagt hat, dass Fußball ein Spiel ist, in dem 22 Männer 90 Minuten lang einen Ball treten und am Ende immer die Deutschen gewinnen, hat keine Ahnung und sollte absteigen."

Fürs DFB-Team geht es jetzt um die EM-Qualifikation

Der WM-Vierte von 1990 erklärte damit quasi eine Zeitenwende im Fußball. Was fast 30 Jahre lang (häufig) galt, ist jetzt keine Gewissheit mehr. Bundestrainer Joachim Löw glaubt nach dem letzten Länderspiel des Jahres aber, dass für den deutschen Fußball wieder bessere Zeiten kommen. "Ich gehe nach den Spielen gegen Russland und Holland mit einem guten Gefühl in die Winterpause", sagte er nach dem Abpfiff in seiner Analyse der Nachrichtenagentur DPA. "Weil ich schon gesehen habe, dass wir viel Potenzial haben. Dass die Spieler vieles 80 Minuten sehr gut umgesetzt haben. Das macht schon viel Mut für das nächste Jahr. Mein Gefühl ist einfach, dass wir wieder auf einem sehr guten Weg sind. Dass wir für das nächste Jahr gut aufgestellt sind. Da werden wir wieder eine gute Mannschaft auf den Platz schicken, die wieder erfolgreichen und guten Fußball spielt."

Das nächste Projekt für das DFB-Team ist die Qualifikation für die EM-Endrunde 2020, die in zwölf europäischen Städten stattfindet. Löw wird auch hier zunächst auf Schützenhilfe hoffen und einem anderen Team die Daumen drücken: Gewinnt Portugal am Abend in der Nations Leauge gegen Polen, ist Deutschland bei der Auslosung für die Quali-Gruppen in Topf Eins gesetzt. Dann wird man mit 80 Prozent Wahrscheinlichkeit in eine Sechsergruppe gelost und geht den dicken Brocken wie Spanien, Frankreich, England und den Niederlanden aus dem Weg. Holt Polen in Portugal mindestens einen Punkt, ist Deutschland nur in Topf Zwei. Dann stehen die Chancen auf eine Fünfer- oder Sechsergruppe 50:50 und mindestens ein Top-Gegner wird in der deutschen Gruppe sein. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen findet am 1. Dezember statt, die Spiele dann von März bis November 2019.

In der Uefa Nations League geht es erst nach der EM, im September 2020, weiter. Die DFB-Elf wird dann in eine Dreiergruppe der Liga B gelost. Als Erster würde man wieder in die A-Liga aufsteigen, als Letzter in die C-Liga absteigen. Die möglichen Gegner sind: Kroatien, Polen, Island, Österreich, Tschechien, Wales, Russland oder Schweden, Schottland oder Israel, Finnland, Norwegen und Serbien oder Rumänien.

Vielleicht ist dann der Spruch von Gary Lineker auch wieder in seiner ursprünglichen Version gültig.


wue / DPA

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