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Champions League Ein Tor zu wenig - Bayern München scheidet gegen Paris Saint-Germain aus

Eric Maxim Choupo-Motin Bayern München gegen Paris Saint-Germain
An ihm lag es nicht: Eric Maxim Choupo-Moting hat das einzige Tor der Partie geschosssen
© Franck Fife / AFP
Neben Top-Torjäger Robert Lewandowski, Serge Gnabry und Niklas Süle mussten die Bayern im Viertelfinal-Rückspiel gegen PSG auch noch kurzfristig auf Leon Goretzka verzichten. Nach dem 2:3 im Hinspiel reichte der knappe Sieg nicht zum Weiterkommen.

Traurige Gewinner statt strahlende Glücksritter: Bayern Münchens Champions sind trotz eines Comeback-Sieges gegen Paris Saint-Germain von Europas Fußball-Thron gestürzt. Das Tor von Eric Maxim Choupo-Moting (40. Minute) zum 1:0 (1:0) reichte nach der 2:3-Heimniederlage wegen der Auswärtstorregel nicht zum Halbfinaleinzug. Beide Teams tauschten in einem aufregenden und verrückten Viertelfinal-Rückspiel komplett die Rollen aus der ersten Partie. Das Team von Trainer Hansi Flick profitierte diesmal vom Chancenwucher der Gäste. Das nötige zweite Tor aber glückte nicht.

Anders als bei Bayerns 1:0 im Finale 2020 jubelte diesmal PSG: Zur tragischen Figur eines rasanten Fußballabends wäre dabei fast der brasilianische Weltstar Neymar geworden. Der teuerste Kicker der Welt spielte groß auf - und ließ sein Team doch leiden. Allein beim Stand von 0:0 verzweifelte Neymar innerhalb kürzester Zeit gleich viermal am stark haltenden Manuel Neuer sowie Latte und Pfosten - später wurde es für ihn nicht besser. Auch Kylian Mbappé traf diesmal nicht.

Im spektakulärsten Spiel der Saison steckten die Bayern auch die Ausfälle von Topspielern wie Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Niklas Süle und Leon Goretzka mit großer Moral weg. Für Flick wäre das Weiterkommen mitten im Wirbel um seine Trainer-Zukunft und den Zwist mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic brutal wertvoll gewesen. Nun darf Paris gegen Borussia Dortmund oder Manchester City um den Einzug ins Endspiel kämpfen.

All in hat für Bayern München nicht gereicht

"Wir müssen all in gehen", forderte Flick kurz vor der Partie im TV-Sender Sky. Bei im Gegensatz zum Hinspiel optimalen äußeren Bedingungen spielten die Bayern jedoch nicht Alles oder nichts. Zwar starteten sie engagiert und offensivfreudig, rannten aber nicht kopflos an, wovor Flick gewarnt hatte. Im leeren Stadion entwickelte sich eine vergleichbare Atmosphäre wie beim Finale in Lissabon.

Beiden Teams waren enorme Anspannung und Konzentration anzumerken. Mit langen Diagonalbällen auf die schnellen Außenstürmer Kingsley Coman und Leroy Sané versuchten die Gäste ein kontrolliertes Attackieren. Die ersten brenzligen Strafraum-Situationen ereigneten sich jedoch vor Manuel Neuer. Der im Hinspiel überragende Kylian Mbappé drang in den Strafraum ein, der Ball kam zu Neymar - doch der Brasilianer scheiterte am Münchner Nationalkeeper (9.).

Zuvor hatte Mbappé aus spitzem Winkel verzogen (3.). Nachdem Sané (26.) und Joshua Kimmich (27.) aus der Distanz das PSG-Tor verpasst hatten, entwickelte sich anschließend das "Riesen-Spiel", das Thomas Müller prophezeit hatte. Auch bei den weiteren Privat-Duellen zwischen Neuer und dem Pariser Paradesturm blieb der Torwart in Bayerns großer Glücksphase Sieger. Und wenn Neuer mal nicht herausragend gegen Neymar (27.) parierte, halfen in der ersten Halbzeit gleich dreimal Pfosten (34. und 39.) oder Latte (37.).

"Entschlossenheit, Selbstvertrauen und Konzentration vor der Kiste" wollte Flick sehen - und genau die Effektivität, die beim 2:3 noch gefehlt hatte, zeigten die Bayern nun in Perfektion. Nachdem PSG bei einem halben Dutzend Torchancen erfolglos geblieben war, schlugen die Münchner eiskalt zu. Müller spielte auf David Alaba, der den Platz von Goretzka im Mittelfeld neben Joshua Kimmich eingenommen hatte.

Intensität und Tempo ließen nie nach

Den Schuss des Österreichers konnte Paris-Schlussmann Keylor Navas noch abwehren, doch gegen Choupo-Motings Kopfball aus kurzer Distanz war der 34-Jährige aus Costa Rica chancenlos. In der Dramaturgie der ersten Hälfte baute sich mit jeder Minute ein Spannungsbogen auf, der sich in den Chancen der Pariser und im Tor der Münchner entlud.

Intensität und Tempo ließen auch nach dem Wechsel nicht nach. Nach einer starken Aktion von Angel di Maria schien Neuer geschlagen, aber Neymar rutschte vor dem leeren Tor am Ball vorbei (53.). Flick, der sich zuvor in der Debatte um die Zusammenarbeit mit Salihamidzic entspannt geäußert hatte ("Es geht ja hier nicht um Brazzo oder um mich, sondern es geht um den Club. Er macht seinen Job, ich mache meinen Job, wir konzentrieren uns auf das, was für den Verein wichtig ist. Da wird immer zu viel hineininterpretiert."), gestikulierte aktiv in seiner Coaching-Zone und applaudierte immer wieder.

In der 78. Minute traf dann Mbappé - stand aber beim vermeintlichen 1:1 im Abseits. Auf der anderen Seite ging Flick zwanzig Minuten vor Schluss dann doch "all in" und brachte Top-Talent Jamal Musiala für Alphonso Davies. Die Münchner dominierten die Schlussphase - wurden am Ende aber nicht mehr mit einem weiteren Tor belohnt.

nik DPA

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