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Champions League Wunder sind eher selten: Was für ein Aus der Bayern gegen PSG spricht

Thomas Müller ärgert sich über eine verpasste Torchance im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain
Thomas Müller ärgert sich über eine verpasste Torchance im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain
© Sven Hoppe / DPA
Mannschaft und Trainer des FC Bayern verbreiten vor dem Rückspiel gegen Paris Saint-Germain Zweckoptimismus. Doch die Heimniederlage im Hinspiel macht es fast unmöglich, dass die Bayern in das Champions-League-Halbfinale einziehen – das sind die Gründe.

Beim FC Bayern glauben sie fest an eine magische Champions-League-Nacht im Prinzenpark (ab 21.00 Uhr live im stern-Fußballticker): "Für solche Spiele ist man bei Bayern München! Wir müssen genau so eine Effizienz vorm Tor haben, wie Paris sie bei uns in München hatte. Dann bin ich guter Dinge", sagte Trainer Hansi Flick am Vortag hoffnungsfroh.

Die Bayern reden sich trotz der 2:3-Niederlage also die miserable Ausgangsposition schön. Thomas Müller, mit 48 Treffern der Profi mit den meisten Toren in der Königsklasse hinter Robert Lewandowski (73 Tore), verbreitete wie sein Trainer Zweckoptimismus:. "Ich bin aktuell noch sehr überzeugt", sagte er zum kleinen Wunder an der Seine: "Klar, nicht idiotisch überzeugt und überheblich, dass das alles ganz locker-flockig von der Hand geht und wir das nur abarbeiten müssen. Nein, das wird ein ganz, ganz enges Ding", sagte Müller voller Entschlossenheit: "Ein Riesenspiel steht an!"

Müller versicherte, dass der heftige Konflikt zwischen Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic im 100. K.o.-Spiel der Bayern in Europas Königsklasse weder ablenken noch belasten werde. "Davon lassen wir uns die Vorfreude auf dieses Highlight nicht nehmen", sagte der 31 Jahre alte Vize-Kapitän.

Optimismus ist natürlich angesagt. Doch es gibt einfach zu viele Gründe, die gegen einen Erfolg der Münchner sprechen. 

1. Die schlechte Ausgangsposition

2:0, 3:1, 4:3, 5:4 - das sind die Ergebnisse, mit denen die Bayern in das Halbfinale einziehen. Entweder gewinnen sie mit zwei Toren Vorsprung oder schießen bei einem Sieg mehr Auswärtstore als PSG im Hinspiel in München. Doch das dürfte schwer werden. PSG ist eine europäische Spitzenmannschaft und nicht der VfB Stuttgart, die die Bayern in der Bundesliga unlängst sogar mit zehn Mann 4:0 abfertigten. Von Fans und Experten werden die Franzosen notorisch unterschätzt, aber das ist ein Fehler.

2. Die schwache Abwehr der Bayern

PSG verfügt über eine der besten Angriffsreihen der Welt: Kilian Mbappé, Neymar, Angel di Maria. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie kein Tor erzielt, zumal die Bayern-Defensive schon während der ganzen Saison die große Schwachstelle ist. Was diesen Punkt ein wenig abschwächt, ist die Tatsache, dass PSG ebenfalls eine anfällige Abwehr hat. 

3. Robert Lewandowskis Ausfall

Das führt uns zu Punkt drei. Der erneute Ausfall von Torjäger und Weltfußballer Robert Lewandowski wiegt schwer. Das hat das Hinspiel gezeigt. Ohne Lewandowski vergaben die Bayern zahlreiche gute Torchancen. Sie waren über die gesamten 90 Minuten die bessere Mannschaft und hätten bei den vielen Torchancen das Spiel gewinnen können/müssen. Das zusätzlich Niklas Süle und Serge Gnabry ausfallen und Leon Goretzka (Zerrung) und Lucas Hernandez (Rippenprellung) angeschlagen sind, macht die Sache nicht leichter.

4. Wunder passieren eher selten

Dieser Punkt hat etwas mit Erfahrung zu tun. Natürlich gibt es die außergewöhnlichen Comebacks. An einem dieser historischen Wunderabende war Paris Saint-Germain beteiligt – als großer Verlierer. Im legendären Achtfinal-Rückspiel-Spiel von 2017 drehte der FC Barcelona eine 0:4-Niederlage im Hinspiel in einen 6:1-Sieg. Damals spielte Neymar mit, allerdings auf Seiten der Katalanen an der Seite von Messi. Also, Wunder passieren, aber doch eher selten. Als Bayern-Fan bleibt einem nichts anderes übrig, als sich an die Weisheit des antiken Fußball-Philosophen Sepp Herberger zu klammern, dass Fußball deshalb so spannend sei, weil man nie wisse, wie es ausgehe. So gesehen ist alles möglich.

tis mit DPA

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