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Kommentar

DFB-Pokalsieger Frankfurt: Feiern - zum Glück nicht wie die Bayern

Frankfurt hat den Pokal. Am Römerberg feierten am Sonntag tausende Fans mit ihrer Mannschaft den Sieg gegen die Bayern. Die Bilder der ausgelassenen Party zeigen: Es hat die Richtigen getroffen.

Ante Rebic beim Autokorso von Eintracht Frankfurt

Ante Rebic klatscht beim Autokorso von Eintracht Frankfurt die Fans ab, sein Kollege Mijat Gacinovic telefoniert.

DPA

"Das ist der Wahnsinn, was hier los ist", sagt Sportvorstand Fredi Bobic nach seiner Rückkehr aus Berlin. Über zwei Stunden braucht der Autokorso in offenen Cabriolets, bis die Spieler von Eintracht Frankfurt am Sonntagnachmittag vom Flughafen die Innenstadt und den Frankfurter Römerberg erreichen. Zehntausende Menschen säumen die Straßen. Teilweise geht es nur noch im Schritttempo vorwärts. Eine Stadt im Ausnahmezustand. Ganz Frankfurt bejubelt seine Eintracht.

Die überwältigenden Bilder zeigen: Es hat die Richtigen getroffen. Erstmals nach 30 Jahren gewinnt die Eintracht nach dem 3:1 gegen den FC Bayern wieder den DFB-Pokal - und kann sich richtig freuen. 25.000 Fans warteten vorm Frankfurter Rathaus auf ihre Mannschaft, wo der scheidende Trainer Niko Kovac vom Balkon stolz den Pott in die Höhe reckte. "Es ist ein wunderschöner Tag nach einem historischen Sieg", rief Kovac in die Menge, die ihn mit Sprechchören feierte. "Der Pokal ist ein Geschenk der Mannschaft an euch."

In München: tote Hose

Die Bilder vom Römerberg ähneln zwar dem vom Münchner Marienplatz vor zwei Jahren. Damals besiegte der FC Bayern in Berlin Gegner Dortmund im Elfmeterschießen. Die Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm und den damaligen Trainer Pep Guardiola zeigte sich am Sonntag danach bei strahlendem Sonnenschein auf dem Rathausbalkon in München. Auch dort jubelten tausende Fans. Doch im Rest der Stadt war: tote Hose. Keine Feierlaune, kein Jubel, kein nichts. 

Ganz anders in Frankfurt. Der Gewinn des Potts ist nicht nur eine Siegesfeier, nicht nur Pflichtprogramm, sondern ein überwältigender Taumel. Von Frankfurt lernen, heißt feiern lernen. Fans an den Straßen durften den Pokal berühren, den Niko Kovac und Fredi Bobic stolz aus dem Cabriolet in die Höhe reckten. Spieler und Team gab es zum Anfassen. Torheld Rebic schrieb fleißig aus dem Auto Autogramme und machte Selfies.

Frankfurt darf stolz sein

Purer Stress für Polizei und Sicherheitskräfte. Selbst die drei Jungs, die sich mit freiem Oberkörper auf dem Kofferraum von Kovacs Fahrzeug niederließen und bis in die Innenstadt mitfuhren, wurden nicht verscheucht. Doch die Fans blieben besonnen. Es kam beim Autokorso zu keinen Zwischenfällen. Wer so feiern kann, darf stolz auf sich sein. 

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