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Medienbericht Uefa lehnt offenbar eine in Regenbogenfarben leuchtende Münchner Arena ab

Fotomontage: Allianz-Arena in München in Regenbogenfarben mit dem Euro-2020-Logo
Dazu wird es offenbar zum EM-Spiel gegen Ungarn nicht kommen: Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben
© Frank Hoerman/ / Picture Alliance
Aus dem Zeichen gegen Homophobie und Ausgrenzung wird offenbar nichts. Laut einem Medienbericht lässt die Uefa eine Regenbogenbeleuchtung der Münchner EM-Arena zum Spiel gegen Ungarn nicht zu. Der DFB zeigt dafür Verständnis.

Das EM-Stadion in München soll beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn nach Informationen der "Bild"-Zeitung nicht in Regenbogenfarben leuchten. Darauf hätten sich die Europäische Fußball-Union und das EM-Organisationskomitee verständigt, hieß es in einem Bericht am Montagabend. Stattdessen solle die Arena wie vorgesehen in den Farben der Uefa und der teilnehmenden Nationen leuchten.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte sich in einem Schreiben an die Uefa und den Deutschen Fußball-Bund für eine Ausnahmegenehmigung stark gemacht, um "ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis" zu senden. Er appelliere an die Uefa, "sich (...) nachdrücklich und sichtbar für Toleranz und Gleichstellung einzusetzen", hieß es darin. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) befürwortete die Aktion.

Regenbogenfarben: DFB beugt sich Uefa-Votum

Doch DFB, OK und Uefa konnten sich laut dem Bericht vom Montagabend letztlich nicht dazu durchringen. "Die Uefa gibt ein einheitliches Stadiondesign vor. Und es gibt gute Gründe, dieses einheitliche Stadiondesign auch zu leben. Vielleicht muss man die Beleuchtung nicht unbedingt am Spieltag Mittwoch festmachen", sagte DFB-Pressesprecher Jens Grittner am Montag dazu.

Nach Angaben der "Bild-Zeitung" soll die Münchner Arena nun am 28. Juni, dem Christopher Street Day, in den Regenbogenfarben erstrahlen. An diesem Tag findet in der bayerischen Metropole allerdings kein EM-Spiel statt.

Ungarn hatte verärgert reagiert

Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orbán. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland bei der Partie gegen die Magyaren geworden.

Ungarn hatte früher am Tag verärgert auf den Vorstoß reagiert. "Es ist äußerst schädlich und gefährlich, Sport und Politik zu vermischen", sagte Außenminister Peter Szijjarto nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI. "Die historische Erfahrung zeigt, dass das eine schlechte Sache ist und allen voran die Deutschen wissen das genau."

dho DPA

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