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EM 2021 "Niemand kann Christian ersetzen": So schwört der Dänen-Coach sein Team auf die Belgier ein

EM 2021: Dänemarks Coach Kasper Hjulmand mit drei Spielern beim Training
Fünf Tage nach der bitteren Niederlage gegen Finnland muss Dänemarks Coach Kasper Hjulmand gegen Belgien das Herz seines Teams ersetzen. Christian Eriksen drückt aus dem Krankenbett die Daumen.
© Jonathan Nackstrand / AFP
Fünf Tage hatten Dänemarks Fußballer Zeit, die Bilder des bewusstlosen Christian Eriksen zu verarbeiten. Nun treffen sie auf die bissigen Belgier. Mit 25.000 Fans im Rücken, aber ohne das Herz ihres Teams.

Es wurde lang und breit darüber diskutiert, ob das EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland nach zweistündiger Unterbrechung hätte wieder angepfiffen werden dürfen. Fakt ist: Die Dänen unterlagen vollgepumpt mit Emotionen und den Gedanken bei ihrem Mitspieler gegen den Außenseiter und EM-Neuling Finnland. Daran gibt es nichts mehr zu rütteln. Am Donnerstag, fünf Tage und fünf Nächte nach dem Eriksen-Schock kehren die Mannen von Trainer Kasper Hujlmand nun nach Kopenhagen zurück. In den Parken, also an den Ort, wo das Herz von Christian Eriksen am Samstagabend kurzzeitig aufgehört hatte zu schlagen. Sportlich geht für die Dänen um alles. Ausgerechnet gegen Geheimfavorit Belgien muss eigentlich ein Sieg her. Wie soll das ohne den wichtigsten Spieler klappen? Hjulmand setzt auf die 25.000 Fans und deren Energie.

Hjulmand sicher: "Es wird sehr emotional"

"Es wird sehr emotional, in den Parken zurückzukommen. Und wir werden eine riesige Unterstützung haben. Wir müssen uns auf diese Emotionen vorbereiten und die Energie dann positiv nutzen", sagte Coach Hujmand am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Der 49-Jährige hatte bereits am Vortag von einem "emotionalen Kampf" gesprochen. Seine Spieler haben auf der einen Seite noch immer die Bilder von Eriksens Wiederbelebung zu verarbeiten. Und auf der anderen Seite ein wichtiges EM-Spiel zu bestreiten, bei dem es nicht nur um so etwas wie die Rückkehr in ein normales Fußballer-Leben geht, sondern auch noch um die Chancen der dänischen Mannschaft, nicht schon frühzeitig bei diesem Turnier auszuscheiden. Dass Eriksen das Spiel vom Krankenhaus aus in seinem Nationaltrikot verfolgen will und dass er sich via Instagram quasi zum ersten Fan seines Teams erklärt hat ("Jetzt werde ich bei den nächsten Spielen mit den Jungs des dänischen Teams jubeln. Spielt alle für Dänemark!"), hilft den Dänen ungemein. "Christian ist hier und es hätte auch viel schlimmer enden können", sagte Torwart Kasper Schmeichel. "Wir wollen [...] rausgehen und etwas Außergewöhnliches für Christian leisten."

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
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Teamgeist und Fans sollen die Spieler tragen

Denn schaut man sich nur die sportliche Ausgangslage an, ist die Situation der Dänen schon kompliziert genug. Das erste Spiel gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner Finnland ging verloren. Nun müssen sie gegen den definitiv schwersten Gruppengegner Belgien ran. Und das ohne ihren wichtigsten Spieler, der der 29 Jahre alte Eriksen nach vielen Saisons bei Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspur und Inter Mailand ohne Zweifel ist. "Niemand kann Christian ersetzen. Das ist unmöglich", sagte Hjulmand. "Christian ist das Herz unseres Teams. Den Rhythmus, den er uns normalerweise gibt, müssen wir jetzt anders finden."

Die Dänen haben in Christensen und Kjaer zwar nach wie vor zwei starke Innenverteidiger. Dazu in Höjbjerg und Delanay zwei wertvolle Zuarbeiter im Mittelfeld und die fleißigen Außenstürmer Braithwaite und Poulsen. Aber es fehlt der Mann, der all diese Elemente miteinander verbindet und das Spiel lenkt. Das dänische Team ist von Eriksen beinahe so abhängig wie das polnische von Robert Lewandowski oder das kroatische vom früheren Weltfußballer Luka Modric.

Die Hoffnung der Dänen ist, dass ihr Teamgeist und die Unterstützung der Zuschauer sie über alles hinweg trägt, was zuletzt passiert ist. Noch am Dienstag hatte Hjulmand jedem einzelnen Spieler freigestellt, ob er gegen Belgien dabei sein möchte oder aus emotionalen Gründen lieber auf einen Einsatz verzichten will. Am Mittwoch sagte er dann: "Es sieht bei allen gut aus. Das Training war wieder ein wichtiger Schritt. Wir haben ein starkes Team. Wir freuen uns und sind bereit für die Herausforderung."

js mit DPA

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