VG-Wort Pixel

EM 2021 im stern-Check Von gebrüllten Hymnen, zu großen Erwartungen und Flegeln auf dem Platz

Die italienische Nationalmannschaft
So, wie die Squadra Azzurra die Nationalhymne geschmettert hat, schien der Sieg bereits vor Anpfiff vorprogrammiert
© Alessandra Tarantino / AP / dpa
Die Squadra Azzurra spielt die Eidgenossen (lautstark) an die Wand, die vermeintlich beste türkische Auswahl seit Jahren enttäuscht erneut und die Russen fahren die erste drei Punkte des Turniers ein. Das und mehr im EM-Check des stern.

So lief der EM-Spieltag

Alle Ergebnisse, Torschützen und Tabellen des EM-Spieltags zum Nachlesen im stern-Ticker.

Darüber spricht die EM

Ein Hätte-Wäre-Wenn gab es am Nachmittag beim Nordderby zwischen Finnland und Russland zu sehen. Hätte Pohjanpalos Tor für die Finnen nach 180 Sekunden gezählt (er stand beim Kopfball leicht im Abseits), dann wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen. Hat es aber nicht und ist es nicht. Am Ende feierten die Russen einen verdienten 1:0-Heimsieg – ohne Konjunktiv.

Wie wenig Vorschusslorbeeren am Ende auf dem Platz bedeuten können, bewies dann die türkische Auswahl in ihrem zweiten Vorrundenspiel gegen die Waliser um Kapitän Gareth Bale abermals. "Ich muss mich entschuldigen", sagte Verteidiger Umut Meras nach der 0:2-Niederlage. Damit schwinden die Chancen für den Einzug in die K.o.-Runde – daran konnten auch die Unterstützung von 30.000 Fans in Baku nichts ändern. 

Dass Leidenschaft und Souveränität zwei Attribute sind, die sich im Fußball durchaus vereinen lassen, demonstrierten die Italiener bei der letzten Begegnung des Tages eindrucksvoll. Das 3:0 gegen die Schweiz bewies vor allem eines: Die Ära des reinen Catenaccio in der Squadra Azzurra ist vorbei – ohne dass das Verteidigungsbollwerk von Trainer Roberto Mancini auch nur einen Haarriss aufzeigt. Verglichen mit dem Starensemble aus Frankreich, mögen die Namen der italienischen Kicker (noch) schwerer über die Lippen gehen. Angesichts dieser Zahl interessiert das jedoch herzlich wenig: 29 Spiele sind die Azzurri nun ungeschlagen – nach der gestrigen Vorstellung stehen die Chancen nicht schlecht, dass es in drei Wochen 34 sein könnten.

EM 2021 im stern-Check: Von gebrüllten Hymnen, zu großen Erwartungen und Flegeln auf dem Platz

Depp des Tages

... ist Österreichs Stürmer Marko Arnautović. Die Uefa sperrte den ehemaligen Bremer für die heutige Partie gegen die Niederlande, nachdem er sich Sonntag auf dem Platz nicht benehmen konnte. Beim Spiel gegen Nordmazedonien hatte er den albanisch-stämmigen Gegenspieler Ezgjan Alioski beleidigt. Arnautović, der in der Vergangenheit immer mal wieder in den Schlagzeilen landete, wurde zunächst vorgeworfen, sich beim 3:1-Sieg auch rassistisch geäußert haben. Das sah die Uefa allerdings nicht so. Mittlerweile will sich der 32-Jährige bei Alioski entschuldigt haben, wie der Österreichische Fußballverband am Mittwoch mitteilte. Die zur Schau getragene Reue hat aber einen sauren Beigeschmack –denn Arnautović musste unnötigerweise betonen, dass "bedauerliche Äußerungen von beiden Seiten" gegeben habe, was aber "keine Rechtfertigung" für sein Verhalten gewesen sei. 

Gewinner des Tages

... ist ein Superstar, der einen Elfmeter verschoss. Denn Gareth Bales peitschte die Waliser trotz seines vergeigten Strafstoßes zum Sieg. Das Spiel des 31-Jährigen war, es lässt sich nicht anders sagen, einfach schön anzusehen. Vor allem in Kombination mit Aaron Ramsey, der seinerseits sehenswert traf, lief Bale zur Topform auf. 

Der EM-Moment

So viel Leidenschaft kann weh tun: Gäbe es einen Titel für das lautstärkste Mitsingen einer Nationalhymne – der Sieger stünde wohl bereits fest. So schön die Gesangs- oder vielmehr Brülleinlage auch anzusehen war: Das, was die Squadra Azzurra im Anschluss auf den Platz brachte, war fast noch beeindruckender.

Das steht heute an

Die Fußballwelt wird heute Abend nach Kopenhagen blicken, wo die Dänen heute (18 Uhr/live im ZDF, auf MagentaTV und im stern-Ticker) im zweiten Spiel auf die starke belgische Auswahl trifft. Doch könnte der Fußball hier zur Nebensache werden: Fünf Tage nach dem Zusammenbruch von Dänemarks Mittelfeldstar Christian Eriksen ist offenbar eine ganz besondere Aktion zu dessen Ehren geplant: In der zehnten Minute soll der Ball ins Aus gespielt und das ganze Stadion für eine Minute für den mittlerweile stabilen Eriksen applaudieren – tolle Geste!

Doch vorher treffen die beiden Außenseiter Ukraine und Nordmazedonien aufeinander (15 Uhr/live im ZDF, auf MagentaTV und im stern-Ticker). Beide sind mit einer Niederlage ins Turnier gestartet, beide wollen gewinnen. Zu guter Letzt treffen heute unsere Nachbarn Niederlande und Österreich aufeinander (21 Uhr/live im ZDF, auf MagentaTV und im stern-Ticker). 

mit dpa

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker