Englische Woche Bayern-Ballyhoo, Schalke-Zoff


Verkehrte Fußball-Welt: Während die grauen Mäuse auftrumpfen, brodelt es bei den Großen. Mirko Slomka wackelt auf Schalke, die Nerven von Uli Hoeneß liegen blank. Ist der HSV noch zu retten? Der 11. Spieltag, ab 20 Uhr live auf stern.de.

Ärger, Unruhe und Sorgen bei den Topclubs, gute Stimmung bei den kleineren Klubs der Fußball-Bundesliga: Im Herbst geht es in der ersten Profiklasse stürmisch zu. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß heizte mit seinem Wutausbruch ("Am Ende werden wir vorne sein - wie immer") vor der Partie am Mittwoch (20.00 Uhr) gegen Hannover 96 die Stimmung ordentlich an. Nun will der Rekordmeister, der noch keines der 17 Heimspiele gegen die Niedersachsen verlor, gegen den Tabellenletzten Taten folgen lassen. "Wir müssen ein klares Ergebnis schaffen", forderte Münchens Jung-Profi Andreas Ottl.

Frostiges Klima nach Degradierung von Frank Rost

Eine überzeugende Leistung des Krisenclubs FC Schalke.04 bei Borussia Mönchengladbach würde dem in Bedrängnis geratenen Chefcoach Mirko Slomka Entlastung verschaffen. Nach der Degradierung von Stammtorwart Frank Rost und dem Wirbel um einen angeblichen, schnell dementierten Zoff zwischen den Beiden ist das Klima auf Schalke frostiger geworden. Der umstrittene Slomka will aber nicht nachgeben und kündigte an, dass auch gegen Gladbach Manuel Neuer (20) spielen wird. "Er steht auch am Mittwoch im Tor", sagte der Trainer.

Gedämpft ist die Stimmung auch in Mönchengladbach und bei "005"- Trainer Jupp Heynckes, der bei Eintracht Frankfurt (0:1) zuletzt die fünfte Auswärtsniederlage der Saison verantworten musste. "Für uns hat der Abstiegskampf begonnen", sagte Kapitän Kasey Keller. Für Heynckes, der am 15. September 2004 nach vier Spieltagen bei Schalke entlassen wurde, wäre ein Sieg gegen den Ex-Verein aus dem Revier eine Genugtuung: "Wenn wir da weitermachen, wo wir in Frankfurt aufgehört haben, haben wir gegen Schalke eine Chance." Besänftigen muss "Don Jupp" Nationalspieler Oliver Neuville, den er bei der Eintracht auf der Bank schmoren ließ. "Wenn er meint, es sollen andere spielen, dann sollen eben andere spielen", schimpfte der flinke Stürmer nach der Auszeit.

Leverkusen im Niemandsland

Mit Durchhalteparolen versucht man die Ratlosigkeit über das stete Auf und Ab bei Bayer.04 Leverkusen zu übertünchen. "Wir befinden uns im Niemandsland der Bundesliga, aber der Weg nach oben ist gar nicht so weit", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler vor dem Gastspiel beim VfL Bochum, der durch das 2:0 in Hannover Auftrieb bekommen hat. "Wir müssen jetzt unbedingt nachlegen. Ein Sieg gegen Leverkusen und die Tabelle sieht ein ganzes Stück besser aus", sagte Verteidiger Heiko Butscher.

Eitel Sonnenschein herrscht auf der Bielefelder Alm. Nach fünf Pflichtspielen ohne Niederlage kämpft man mit Hertha BSC auf Augenhöhe. Allerdings wollen die Berliner nach sieben Monaten ohne Auswärtserfolg und in Erinnerung an die letzte.0:3-Klatsche in Bielefeld ordentlich zur Sache gehen. "Es gibt eine Menge gut zu machen", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

HSV muss in Stuttgart ran

Gute Arbeit haben nach ihren Aufstiegen sowohl die Fußball- "Handwerker" von Energie Cottbus als auch Eintracht Frankfurt geleistet. "Wir können uns nach wie vor richtig einschätzen und die Mannschaft weiß, dass wir auch gegen Frankfurt eine Bestleistung zeigen müssen", hofft Energie-Coach Petrik Sander und fügt trotz des unerwarteten Höhenflugs hinzu: "Wir sind auch gegen Frankfurt nur Außenseiter."

Bereits am Dienstag ab 20 Uhr kreuzen zum Auftakt des 11. Spieltages Tabellenführer Werder Bremen und der 1. FC Nürnberg im Frankenstadion die Klingen. Spannung verspricht auch das Duell zwischen der Mannschaft der Stunde, dem VfB Stuttgart, und dem gebeutelten HSV. Dort steht Trainer Thomas Doll bei einer weiteren Niederlage wohl vor dem Aus. Weiterhin spielen am Dienstag: Dortmund gegen Aachen und Mainz gegen Wolfsburg.

DPA/kbe


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