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Europa League: Schalke fertigt Larnaca ab - Hannover verschenkt Sieg

Kantersieg im Schongang: Der Ausflug ans Mittelmeer hat sich für Schalke 04 gelohnt. Die Knappen schlugen Larnaca mit 5:0. Weniger Glück hatte Hannover. Obwohl die 96er im Spiel gegen Kopenhagen das bessere Team waren, entglitt ihnen der Sieg.

Überlegener Sieg für den FC Schalke 04, enttäuschendes Unentschieden für Hannover 96: Das ist die Bilanz der deutschen Teams am dritten Spieltag in der Gruppenphase der Europa League. Die Schalker, bei denen Lars Unnerstall im Kasten anstelle des schwer am Knie verletzten Stammkeepers Ralf Fährmann stand, bezwangen den bis dato im Europapokal zu Hause ungeschlagenen AEK Larnaca glatt und problemlos mit 5:0 (3:0). Lewis Holtby (23. Minute), Klaas-Jan Huntelaar (35./88.) und Joel Matip (40.) sowie drei Minuten vor Schluss Julian Draxler sorgten in Nikosia für den zweiten Sieg der Knappen im dritten Gruppenspiel der Europa League.

Sowohl die 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern als auch den mehrmonatigen Ausfall von Fährmann steckten die Gelsenkirchener gut weg. Auf dem Platz sorgten sie nach einer kleinen Eingewöhnungsphase für klare Verhältnisse. Neben dem Feld soll die T-Frage noch in dieser Woche geklärt werden. "Es ist schon Donnerstag. Aber wir haben ja noch drei Tage", sagte Schalkes Manager Horst Heldt. Gespräche mit dem ehemaligen Nationaltorwart Timo Hildebrand wollte er nicht bestätigen.

Drei Versuche, drei Tore

In der ersten Halbzeit in Nikosia - Zyperns Pokalsieger darf die Europa-League-Heimspiele nicht im eigenen Stadion austragen, weil das 13.000 Zuschauer fassende "Gymnastic Club Zenon" nicht den Uefa-Richtlinien genügt - hätten die Schalker auch ganz ohne Torwart spielen können. Unnerstall, der am Samstag nach der Roten Karten gegen Fährmann gegen den FCK ins Schalker Tor gekommen war, brauchte kein einziges Mal einzugreifen. Nicht mal dass verhaltene Auftreten der Schalker zu Beginn konnte Larnaca nutzen. Lediglich in der vierten Minute waren die Zyprer mal in Tornähe: Kapitän Benjamin Höwedes klärte aber zur Ecke.

Die Gäste von Trainer Huub Stevens übernahmen nach gut zehn Minuten das Kommando und erwiesen sich auch noch als äußerst effizient: drei Versuche, drei Tore. Nach Zuspiel von Jermaine Jones zog Holtby aus rund 20 Metern ungehindert ab. Und auch bei Huntelaars Kopfball erfreute sich der Schalker trotz dreier Gegenspieler ausbleibender Gegenwehr. Noch bevor Stevens zur Pause Superstar Raúl rausnehmen und für die kommenden Aufgaben schonen konnte, erhöhte Matip auf 3:0. Neben Jones und Jefferson Farfan war der 20-Jährige ebenfalls neu in die Startformation gerückt.

Im Schongang brachten die Gäste die Partie dann über die Zeit. Farfan wäre sechs Minuten nach dem Wiederanpfiff fast der vierte Schalker Treffer gelungen, er scheiterte aber am italienischen Larnaca-Schlussmann Marco Fortin. Holtby traf eine Viertelstunde vor Schluss mit einem Lupfer nur das Außennetz. Torwart Unnerstall durfte sich bei seinem Europa-League-Debüt dann noch auszeichnen (56.), ehe Draxler und erneut Huntelaar kurz vor dem Ende noch für einen Doppelschlag sorgten.

Hannover verpasst ersten Sieg

Weiter ungeschlagen, aber Sekunden vor Schluss den ersten Heimsieg verschenkt hieß es für Hannover. Die 96er kamen gegen den FC Kopenhagen trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus. Der Fußball-Bundesligist gab den ersten Sieg in der Europa League vor heimischer Kulisse in der 89. Minute aus der Hand, als Cesar Santin den Treffer zum 2:2 erzielte. Hannover bleibt zwar auch im dritten Gruppenspiel unbesiegt, verpasste aber die große Chance, die Weichen vorzeitig Richtung K.o.-Runde zu stellen.

Christian Pander (29. Minute) und Sergio Pinto (81.) hatten die Hausherren vor 43.100 Zuschauern in der AWD-Arena jeweils in Führung gebracht. Drei Tage vor dem Meistschaftsduell gegen den FC Bayern hatte aber schon Dame N'Doye (67.) zwischenzeitlich die Hoffnungen Hannovers auf einen Sieg gedämpt. Die 96 haben damit auch drei Partien fünf Puntke geholt.

Erstmals Angriffstrio im Einsatz

Dabei ging die Rechnung von Trainer Mirko Slomka erstmal auf. Mit geballter Offensiv-Power wollte er die Dänen von Beginn an unter Druck setzen. Rechtzeitig fit meldete sich Jan Schlaudraff, nachdem er wegen seiner Patellasehnenverletzung beim 0:2 gegen den 1. FC Köln noch schmerzlich vermisst worden war. Mit Didier Ya Konan und Mohammed Abdellaoue bildete Schlaudraff erstmals das Angriffstrio. Doch anfangs fanden die Niedersachsen trotz deutlich mehr Spielanteilen keinen Weg durch die massive Dänen-Deckung.

Und wenn, dann war es meist Pander, der sein Glück versuchte. In der 7. Minute wurde sein Schuss aber ans Außennetz abgefälscht. Zwanzig Minuten später parierte Keeper Johan Wiland den nächsten Pander-Schuss. Beim dritten Versuch klappte es. Kopenhagens brasilianischer Profi Claudemir spielte den Ball gut 20 Meter vor dem eigenen Tor quer genau auf Pander. Der sehr gut aufgelegte Abwehrspieler nahm den Ball an, schaute und zirkelte die Kugel am verdutzten Kopenhager Keeper vorbei ins Netz.

Von Kopenhagen nichts zu sehen

Nachdem Hannover einige Minuten die Partie zwar kontrolliert hatte, aber weitere Chancen ausgeblieben waren, drehten Schlaudraff & Co kurz vor der Pause noch einmal richtig auf. Zuerst verzog aber Ya Konan nach Vorarbeit von Schlaudraff und Abdellaoue, dann scheiterte Schlaudraff selbst an Kopenhagens schwedischem Torwart Wiland. Vom dänischen Rekordmeister war indes so gut wie nichts zu sehen, beim eigentlich gefürchteten Torjäger Doye fiel bis zu seinem Tor nur der Irokesen-Schnitt auf.

Dagegen sorgte Hannovers Sturm erstmal weiter für frischen Wind vor dem gegnerischen Tor. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel rappelte Abdellaoue mit Gäste-Keeper Wiland bei einem Kopfballversuch zusammen. Der Norweger musste kurz behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Die Partie plätscherte anschließend vor sich hin, Hannover spielte zu passiv und versäumte eine Vorentscheidung. Die Strafe: Der Ausgleich durch den Kopfballtreffer von N'Doye, bei dem 96-Towart Ron-Robert Zieler keine gute Figur abgab. Nachdem Pinto mit einem fulminanten Schuss wieder für den Ausgleich gesorgt hatte, machte Santin den Ausgleich.

Jens Marx, DPA / DPA

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