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FCB im Uefa-Cup: Keulen für den Kaiser

Mit dem Uefa-Cup-Rückspiel gegen den FC Aberdeen beginnt für Bayern München eine Serie von wichtigen Spielen. Mit Geheimtraining und markigen Sprüchen geht der Rekordmeister die Aufgaben an - und will den ewigen Nörgler Beckenbauer mit guten Leistungen ruhig stellen.

Vor dem Rückspiel im Uefa-Cup gegen den FC Aberdeen machen die Bayern die Schotten dicht. In den nächsten Wochen wird Ottmar Hitzfeld sein Team unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren lassen: "Das ist ganz normal, dass man sich bei wichtigen Spielen in Ruhe vorbereiten muss", verteidigte Hitzfeld die unpopuläre Maßnahme, die Zahl der öffentlichen Einheiten zu verkleinern.

Hitzfeld, der am Dienstag einen Zweijahresvertrag als Schweizer Nationaltrainer unterschrieb, weiß, dass für den Club eine wichtige Saisonphase begonnen hat. Nach dem Spiel gegen Aberdeen kommt Sonntag mit dem Hamburger SV ein ernstzunehmender Bayern-Verfolger in die Allianz Arena, am folgenden Mittwoch steht das Pokalderby gegen 1860 München an. Danach müssen die Bayern bei Schalke ran - wichtige Spiele, die wegweisend für den weiteren Saisonverlauf sind.

Es geht Schlag auf Schlag

Hitzfeld gibt sich kämpferisch und hat nach den jüngsten Unruhen das Titeltriple fest im Blick: "Ich freue mich auf viele Ernstkämpfe. Es geht Schlag auf Schlag", sagt er. Das Spiel gegen Aberdeen soll nur eine kleine Zwischenstation auf dem Weg in das Uefa-Cup-Finale am 14. Mai in Manchester sein. "Wir sind Favorit gegen Aberdeen und wollen das Finale erreichen."

Gegen Aberdeen muss der Trainer auf seinen Besten verzichten. Franck Ribéry ist nach einer Zerrung im Oberschenkel noch nicht einsatzbereit. Damit fehlt wieder der Ideengeber und Antreiber, das Herz des Bayern-Spiels. Ohne den kleinen Franzosen ist das Spiel des Rekordmeisters schwerfälliger. Bisher konnte das Team Ribérys Ausfall nie kompensieren. Das hat den heftigsten Kritiker der Bayern, Präsident Franz Beckenbauer, zuletzt wieder zu einigen Rundumschlägen veranlasst - und die kamen bei der Mannschaft nicht gut an. Philipp Lahm und Willy Sagnol ätzten zurück, Beckenbauer konterte: "Das was ich öffentlich schreibe und sage ist das, was ich sehe. Ich kann aus einem schlechten Spiel kein gutes machen." Und zum Uefa-Cup sagte Beckenbauer: "Die nehmen das Ganze nicht so ernst."

Spieler sind von Kritik unbeeindruckt

Von dieser Kritik zeigen sich die Spieler unbeeindruckt. Luca Toni, der mit seinem überragenden Hattrick im letzten Bundesligaspiel Hannover fast allein besiegte, ist überzeugt: "Wir sind die bessere Mannschaft und das werden wir zeigen." Da ein 0:0 sowie ein 1:1 oder jeder Sieg zum Weiterkommen reichen, befürchtet keiner einen bitteren Europapokal-K.o. wie vor 25 Jahren gegen die Schotten. Mit dem 2:2 aus dem Hinspiel haben die Bayern sich eine sehr gute Ausgangsposition verschafft.

Dem ewigen Nörgler Beckenbauer will die Mannschaft durch eine überzeugende Vorstellung gegen Aberdeen den Wind aus dem geblähten Kritikersegel nehmen, wenngleich Kapitän Oliver Kahn warnte: "Die topmotivierten Gegner wollen nur eins - den großen FC Bayern aus dem Wettbewerb rausschmeißen." Doch nicht nur Kahn und Beckenbauer sollen gegen die Schotten ein besseres und attraktiveres Team sehen. "Wir wollen dem Publikum was zeigen", sagte Mark van Bommel. Der Holländer reagierte gelassen auf die jüngsten Äußerungen Beckenbauers: "Wenn er sagt, alles ist super, liest keiner seine Kolumne" So leicht lässt sich der Kaiser zum Schweigen bringen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayern München:

Kahn - Sagnol, Lucio, van Buyten, Lahm - Altintop, van Bommel, Zé Roberto, Schweinsteiger - Klose, Toni

FC Aberdeen:

Langfield - Maybury, Diamond, Byrne, Considine - Nicholson, Severin, Walker, Aluko - Miller, Young

Schiedsrichter:

Robert Malek (Polen)

Tim Schulze

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