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Frauenfußball-WM 2011: Mit 1:0 ins Viertelfinale gezittert

Simone Laudehrs Tor reicht zum knappen Arbeitssieg für das Team von Sylvia Neid. Gegen beinharte Nigerianerinnen scheidet Melanie Behringer mit Verdacht auf Außenbandverletzung aus.

Dank Simone Laudehr geht die schwarz-rot-goldene WM-Party weiter: Mit dem vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft haben Deutschlands Fußball-Frauen das erste Etappenziel auf dem Weg zum Titel-Hattrick geschafft. Durch Laudehrs Treffer in der 54. Minute gelang dem Team von Silvia Neid am Donnerstag in Frankfurt ein schwer erkämpfter 1:0 (0:0)-Sieg gegen Nigeria. Die DFB-Auswahl trifft nun am kommenden Dienstag in Mönchengladbach im Kampf um den Gruppensieg auf Frankreich. Um die Vorrunde als Sieger abzuschließen, ist ein Sieg gegen "Les Bleues" nötig. Denn die Französinnen präsentierten sich beim 4:0 gegen Kanada in Torlaune und setzten sich an die Spitze der Gruppe A.

"Wir haben den Ball zu lange gehalten"

"Wir haben 1:0 gewonnen und sind erstmal froh, dass wir eine Runde weiter sind. Aber im Spiel nach vorne haben wir noch einiges zu tun. Heute waren viele Foulspiele dabei und deshalb sind wir nicht zu unserem Spiel gekommen", bilanzierte Bundestrainerin Neid. "Wir wussten ja, dass sie sehr aggressiv spielen würden, weil sie die drei Punkte brauchten. Aber wir haben uns das Leben auch selbst schwer gemacht. Wir haben den Ball zu lange gehalten und deshalb auf die Knochen bekommen", meinte Matchwinnerin Laudehr.

Vier Tage nach dem erfolgreichen Turnierstart schien der Druck des Favoriten im zweiten Gruppenspiel vor 48 817 Zuschauern schwer auf der deutschen Mannschaft zu lasten. Das Team wirkte in einer zeitweise überhart geführten Partie verkrampft und fand lange keine Mittel, um die gut organisierte Defensive der Afrikanerinnen aus den Angeln zu heben. Erst neun Minuten nach der Pause sorgte Laudehr mit einem Schuss aus kurzer Distanz für die erlösende 1:0-Führung.

Verdacht auf Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk

Anders als beim deutschen 8:0-Sieg im vergangenen November entpuppte sich Nigeria diesmal als ernstzunehmender Gegner, der jedoch beim Kampf um seine letzte Chance gelegentlich die Härte übertrieb. Ein Opfer der rustikalen Spielweise wurde Melanie Behringer, die nach gut einer halben Stunde mit Verdacht auf eine Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk den Platz verlassen musste und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Gegen die körperbetont spielenden "Super Falcons" wurde aber auch deutlich, dass dem DFB-Team eine Spielerin fehlt, die in kritischen Phasen Verantwortung übernimmt. Diese Rolle konnte auch Rekordnationalspielerin Birgit Prinz vor ihrem heimischen Publikum nicht ausfüllen. Die Spielführerin, die sich wieder mit Celia Okoyino da Mbabi in der Spitze abwechseln sollte, wirkte gehemmt. Nach 52 Minuten machte die Frankfurterin völlig enttäuscht und deprimiert Platz für Inka Grings.

Laudehrs 1:0 ohne befreiende Wirkung

Einen eher ruhigen Abend verbrachte Torfrau Nadine Angerer in ihrem 100. Länderspiel. Die 32-Jährige, die gegen Kanada den ersten Gegentreffer bei einer WM-Endrunde hatte hinnehmen müssen, wurde nur selten geprüft.

Neid hatte beim zweiten WM-Auftritt auf die Startelf vom 2:1-Auftaktsieg über Kanada vertraut. Und die begann ähnlich schwungvoll wie in Berlin. Schon nach zwei Minuten kam Laudehr gegen die zögernde nigerianische Abwehr zum Schuss, scheiterte aber an Torfrau Precious Dede.

Doch schon bald kam im deutschen Aufbauspiel Sand ins Getriebe. Die Spielerinnen bewegten sich schlecht und die Pässe in die Spitze kamen nicht mehr an. Ein Distanzschuss von Kim Kulig (13.) war für lange Zeit die letzte deutsche Tormöglichkeit. Zur Pause ertönten in der Frankfurter Arena sogar ein paar zaghafte Pfiffe.

Neun Minuten nach Wiederbeginn schwappte wieder "La Ola" durchs Stadion, als Deutschland durch Laudehrs zweites WM-Tor in Führung ging. Ihr erster Treffer bei einer Weltmeisterschaft war der Duisburgerin im Finale 2007 gegen Brasilien gelungen. Doch auch das 1:0 blieb ohne befreiende Wirkung. Die deutsche Mannschaft tat sich bis zum Schluss schwer gegen einen äußerst unbequemen Gegner.

ins/DPA / DPA

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