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FUSSBALL: 8:0 gegen Donezk: Bremen siegt überlegen

Mit einer Gala-Vorstellung hat Johan Micoud den SV Werder Bremen zum höchsten Europacup-Sieg und in die zweite Runde des UEFA-Pokals geführt. Der Franzose traf beim 8:0-Sieg gegen Metalurg Donezk zwei Mal.

Mit einer Gala-Vorstellung hat Johan Micoud den SV Werder Bremen zum höchsten Europacup-Sieg und in die zweite Runde des UEFA-Pokals geführt. Der Franzose traf beim 8:0 (3:0)-Kantersieg des Bundesliga-Zweiten gegen Metalurg Donezk zwei Mal und sorgte damit für einen Spaziergang gegen die chancenlosen Ukrainer, die im Hinspiel vor zwei Wochen ein 2:2 erkämpft hatten. Abwehrchef Frank Verlaat hatte die Bremer am Donnerstag vor 16 300 Zuschauern im Weserstadion in Führung gebracht (14. Minute). Für die weiteren Tore in der nach schwachem Beginn starken Partie der Hansestädter sorgten die beiden besten Werderaner, Micoud (43./46.) und Tim Borowski (45./78.) sowie Angelos Charisteas (51.) und Ivan Klasnic (66./90.).

Eine halbe Stunde langweilten sich Teamchef Rudi Völler und die Zuschauer auf den Rängen. Zwar waren die Bremer in allen Belangen überlegen, doch das Spiel plätscherte emotionslos dahin. Zwei Chancen von Ailton (28./38.) unterbrachen die sich ausbreitende Lethargie, die auch das frühe Tor von Verlaat nicht vertrieben hatte. Der Niederländer, der seine Abwehr gewohnt sicher dirigierte, verlängerte eine Lisztes-Ecke mit der Hüfte ins Tor.

»Nach so einem Spiel ist es natürlich schwer zu meckern«, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. »Aber in der ersten Halbzeit war ich nicht ganz zufrieden.« Noch vor dem Seitenwechsel machten die Gastgeber den Sack freilich weitestgehend zu. Micoud schloss einen prima Doppelpass zwischen Lisztes und Ailton mit einem gefühlvollen Heber von der Strafraumgrenze aus ab. Und Borowski köpfte eine Lisztes-Ecke zum 3:0-Pausenstand über Keeper Wirt ins Donezk-Tor.

»Ich bin froh, dass es bei mir wieder bergauf geht«, sagte der bislang einmalige Nationalspieler Borowski. »Dass der Teamchef da war, habe ich gar nicht gewusst.« Völler war voll des Lobes über seine Kandidaten Borowski und Fabian Ernst. »Leider kann Frank Baumann noch nicht spielen«, sagte der Vizeweltmeister. Vor allem der Heber von Micoud hatte es ihm angetan. »Der war nicht nur schön anzusehen, sondern auch intelligent.« Seine exzellente Technik zeigte der Franzose auch eine Minute nach dem Seitenwechsel. Eine Flanke Ailtons hämmerte er mit der Innenseite des rechten Fußes ins Tor. Gegen die resignierenden Ukrainer durften sich auch Charisteas, zwei Mal Klasnic und ein weiteres Mal Borowski in die Torliste eintragen.

Spieler des Abends aber war Johan Micoud. Der Nationalspieler, der erst sein fünftes Pflichtspiel für die Bremer absolvierte, harmonierte im Mittelfeld glänzend mit Lisztes und Ernst. »Er hat seine Klasse bewiesen«, lobte Schaaf. Wie hoch der Stellenwert des als »Weser-Zidane« gelobten in der Mannschaft schon ist, erwies sich nach der Auswechselung Verlaats, der ihm die Kapitänsbinde übergab.

Stuttgart erfüllt Pflicht

Der VfB Stuttgart hat als letzte Mannschaft des Bundesliga-Quartetts den Sprung in die zweite Runde des UEFA-Pokals geschafft. Den Schwaben reichte beim 4:1 (1:1)-Pflichtsieg gegen den lettischen Vertreter FK Ventspils am Donnerstagabend eine mäßige Leistung zum Weiterkommen. Das Hinspiel hatte Stuttgart ebenfalls mit 4:1 gewonnen.

Nach der Führung für den Spitzenreiter der lettischen Liga durch Jewgeni Landyrew (17.) drehten Christian Tiffert (22., 90.) und Viorel Ganea (52.) mit ihren ersten Saisontoren für den VfB sowie Ioannis Amanatidis (87.) die Partie vor 2000 Zuschauern in Riga. Ventspils musste in die Spielstätte des ärgsten Meisterschafts- Verfolgers Skonto Riga umziehen, weil das heimische Stadion in der kleinen Hafenstadt kein Flutlicht hat. 180 Fans aus Stuttgart hatten die Reise mit angetreten.

Ventspils vor der Brust, 1860 München im Kopf: Für VfB-Trainer Felix Magath ging es in Riga nicht nur ums pure Ergebnis. »Das Weiterkommen allein genügt nicht. Wir brauchen vor der Bundesliga- Partie am Sonntag eine überzeugende Leistung«, forderte Magath von seiner Mannschaft, die in der Bundesliga nach nur einem Sieg in sieben Partien gegen den Abstieg kämpft. Spielerische Klasse ließ Stuttgart vor der Geisterkulisse im Skonto-Stadion allerdings nur selten aufblitzen.

Zunächst knüpften die Schwaben nahtlos an die schlechte Leistung vom 2:3 beim Hamburger SV an und hatten alle Mühe, einer drohenden Blamage zu entgehen. Die ohne sieben Stammspieler angetretene »Notelf« des Bundesliga-15. ließ zu Beginn in der Abwehr jegliche Abstimmung vermissen. In der 12. Minute köpfte Landyrew noch am Tor der Stuttgarter vorbei. Vier Minuten später machte es der 1,96-m- Riese nach einer Flanke von Torjäger Vits Rimkus und einer verunglückten Faustabwehr von VfB-Torwart Thomas Ernst besser und erzielte das 1:0.

Unruhen in Warschau

Das Rückspiel im UEFA-Pokal zwischen FC Utrecht und Legia Warschau ist am Donnerstag in Utrecht von Zusammenstößen zwischen Anhängern beider Klubs gestört worden. Anhänger beider Klubs bewarfen sich mit mit Feuerwerkskörpern und anderen Gegenständen. Polizei, Ordner und Spieler beider Klubs hatten in der Folge alle Hände voll zu tun, um Krawallmacher, die aufs Spielfeld gestürmt waren, wieder in ihre Bereiche auf den Tribünen zurückzudrängen.

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