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Fußball-Bundesliga: Bayern schlagen Nürnberg klar

Der FC Bayern hat einen ungefährdeten Sieg gegen Nürnberg eingefahren. Durch Tore von Gomez und Lahm kletterte das Team von Louis van Gaal in der Tabelle und hält Anschluss an die Spitzengruppe. Dort befindet sich jetzt auch der SC Freiburg, der in Hoffenheim gewann.

Bayern München um Doppel-Torschütze Mario Gomez nimmt bei seiner Klettertour in der Fußball-Bundesliga wieder die Champions-League-Plätze in Angriff. Durch das 3:0 im bayerisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg rückte der deutsche Rekordmeister immerhin auf Platz sechs vor. Vor den Münchnern liegt der SC Freiburg jetzt auf den vierten Rang. Die Breisgauer siegten auswärts gegen Hoffenheim mit 1:0.

Vor 69.000 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena sorgten Gomez (10./75.) mit seinen Saisontoren sechs und sieben und Kapitän Philipp Lahm (57.) mit einem verwandelten Foulelfmeter für den ungefährdeten Sieg der Bayern gegen Nürnberg. Gomez vergab in der 87. Minute mit einem verschossenen Foulelfmeter sogar noch einen höheren Sieg. Die Bayern blieben im achten Pflichtspiel in Folge ungeschlagen und feierten zudem zwei wichtige Comebacks. Erstmals seit knapp einem Jahr lief Breno wieder auf - und der erste Einsatz des Franzosen Franck Ribéry seit dem 21. September sorgte sogar für Szenenapplaus auf der Tribüne.

Nach dem 2:0 von Spitzenreiter Dortmund gegen den HSV waren die Münchner zum Siegen verdammt. Und dementsprechend engagiert, fokussiert und präsent begann das Starensemble von Trainer Louis van Gaal, der zum dritten Mal nacheinander der gleichen Startelf vertraute. Auf der Bank lauerten die wiedergenesenen Franck Ribéry, Mark van Bommel, Breno und WM-Torschützenkönig Thomas Müller. Mit geschicktem Positionsspiel und phasenweise schnellem Passspiel arbeiteten sich die Münchner vor das Nürnberger Tor; gleich beim ersten gelungenen Angriff klingelte es. Gomez verwertete einen sehenswerten Doppelpass zwischen Danijel Pranjic und Toni Kroos zu seinem zehnten Tor in den letzten acht Pflichtspielen. Für den agilen Linksverteidiger Pranjic war es bereits der fünfte Assist in dieser Saison.

Nürnberg findet kein Mittel gegen Bayern


Mut- und harmlos fanden die Franken gegen die kluge Raumaufteilung der Favoriten kein Mittel. Aggressive Zwiekampfführung Fehlanzeige. Vom magischen Dreieck um Bayern-Leihgabe Mehmet Ekici, Ilkay Gündogan und Julian Schieber war zunächst überhaupt nichts zu sehen. Immer wieder setzten die Gastgeber Nadelstiche über das linke Duo Pranjic und Kroos. Bei einen Kopfball von Martin Demichelis (24.) und einem Freistoß von Hamit Altintop (43.) hätten die Bayern auf 2:0 erhöhen können - aber richtig zwingend war der souveräne Rekordmeister vor der Pause nicht. Nürnberg tauchte in der 37. Minute erstmals vor dem Bayern-Tor auf, doch Jens Hegeler hämmerte den Ball zwei Meter drüber.

"Sie spielen ganz ordentlich. Sie kontrollieren das Spiel, aber es ist nichts Hochklassiges", analysierte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer in der Pause. Dafür ging es auf dem Weg in die Kabine umso aufregender zu. Bayerns Feingeist Bastian Schweinsteiger und Club-Verteidiger Javier Pinola gifteten sich an, und ähnlich intensiv ging es im zweiten Durchgang weiter. Mit dem Anpfiff zur zweiten Hälfte war die Nürnberger Selbstfindungsphase endgültig vorbei. Giftig in den Zweikämpfen, zielstrebig im Spiel nach vorn verpassten die Gäste durch Schieber zweimal nur knapp den Ausgleich (53./54.).

Bayern schlagen eiskalt zu


Mitten in dieses Zwischenhoch schlugen die Bayern eiskalt zu. Club-Torhüter Raphael Schäfer konnte Gomez nur noch per Foul bremsen - den fälligen Elfmeter verwandelte Lahm in seinem 150. Bundesliga- Spiel zum 2:0 (57.). Die Nürnberger schüttelten sich kurz und blieben dran. Pinolas Schuss rasierte den Außenpfosten (61.), die Partie war jetzt um eine Klasse besser als vor der Halbzeit.

Nach Ribérys umjubelter Einwechslung hätte der Superstar beinahe gleich bei seiner ersten Aktion das 3:0 vorgelegt. Seine butterweiche Hereingabe konnte der ebenfalls eingewechselte Müller im 50. Liga- Spiel jedoch nicht nutzen. Gomez machte es vier Minuten besser und alles klar. Drei Minuten vor dem Ende vergab der Schwabe sogar noch den höchsten Saisonsieg. Nach Ribérys Zuckerpass wurde Müller von Pinola gelegt, doch Gomez schoss den Elfer in den Nachthimmel.

Cissé lässt Freiburg jubeln


Der SC Freiburg setzte dank eines Last-Minute-Treffers von Torjäger Papiss Demba Cissé seinen Höhenflug fort und grüßt jetzt vom vierten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Der Senegalese schockte Sonntagnachmittag 1899 Hoffenheim beim glücklichen 1:0 (0:0) im Baden-Derby mit seinem zehnten Saisontor und schoss die Breisgauer auf einen Europapokalplatz. "Ich hätte durchaus Grund, euphorisch zu sein", meinte lächelnd Trainer Robin Dutt.

Die Hoffenheimer hatten das Spiel lange Zeit im Griff, konnten die Überlegenheit jedoch nicht nutzen und schauten am Ende dumm aus der Wäsche. Demba Ba vergab nach einem Alleingang in der 77. Minute die größte Chance für das Heimteam. "Es ist einfach scheiße. Wenn man mit so einem dummen Gegentor verliert, ist das ärgerlich", haderte 1899-Verteidiger Andreas Beck.

90 Minuten lang war das Torphänomen Cissé kaum zu sehen und schlug dann doch wieder eiskalt zu. Mit einer Körpertäuschung ließ er Beck stehen und entschied auch das senegalesische Duell der Torjäger mit Ba für sich. "Papiss hat eine wahnsinnige Technik. Er gibt immer Vollgas", lobte der überragende Freiburger Torwart Oliver Baumann.

DPA/tis / DPA

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