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Fußball-Bundesliga: Gladbach feiert Torfestival gegen Leverkusen

Borussia Mönchengladbach hat einen historischen Auswärtssieg gegen Bayer Leverkusen errungen. Sechs Tore erzielten die Gladbacher, Bayer traf nur drei Mal. Auch in der zweiten Sonntagspartie setzte es eine Heimpleite. Stuttgart verlor deutlich gegen Dortmund.

In einem historischen Spiel gewann Borussia Mönchengladbach sensationell mit 6:3 gegen Bayer Leverkusen. Der 19-jährige Youngster Patrick Herrmann mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (20./44.), Roel Brouwers (40.), Juan Arango (56.), Mo Idrissou (60.) und Marco Reus (69.) besorgten die erste Leverkusener Niederlage mit sechs Gegentoren in der Bay-Arena. Im zweiten Sonntagsspiel gab es ebenfalls einen Auswärtssieg. Borussia Dormund gewann aufgrund einer guten ersten Halbzeit gegen den VfB Stuttgart, die in den ersten 45 Minuten geradezu demontiert wurden. Die Tore erzielten Khalid Boulahrouz (Eigentor, 5.), Lucas Barrios (26.) und Mario Götze (37.) für Dortmund. Der einziger Treffer der Schwaben gelang Cacau (69.)

Ein böses Erwachen gab es für Bayer Leverkusen und Michael Ballack. Ausgerechnet der bisherige Lieblingsgegner Borussia Mönchengladbach versetzte der Werkself den ersten heftigen Dämpfer der Saison. "Es ist mir völlig unerklärlich, warum wir uns mit diesen Abwehrfehlern das Leben so schwer gemacht haben", war Nationalspieler Simon Rolfes fassungslos, der nach seinem Knorpelschaden im Knie erst vor zehn Tagen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen war und noch auf der Tribüne Platz nehmen musste. Immer wieder schlichen sich unerklärliche Fehler in die Deckung der Gastgeber ein, die den Gladbachern Tür und Tor zum unerwartet hohen Auswärtssieg öffneten.

Leverkusens Defensive eine Katastrophe


"Die ganze Defensive war eine eine Katastrophe", beklagte sich Keeper Rene Adler frustriert. "Wenn man sechs Tor kriegt, will man am liebsten das Stadion verlassen." Die Bayer-Treffer durch Eren Derdyok (24.), Arturo Vidal (58./Foulelfmeter) und Stefan Kießling (70.) sorgten schließlich nur für Resultats-Kosmetik."Für unsere Verhältnisse war das perfekt nach vorne gespielt. Wir mussten als Gladbacher lange auf einen Auswärtssieg in Leverkusen warten, umso mehr freuen wir uns", meinte Borussen-Trainer Michael Frontzeck voller Genugtuung.

Patrick Herrmann, der in der Vorsaison erst einmal für die Borussen getroffen hatte, eröffnete den Trefferreigen nach 20 Minuten, doch das Kopfball-Tor von Eren Derdyok ließ die Leverkusener Anhänger schon vier Minuten später jubeln. Dennoch zog keine Ruhe in die Bayer-Aktionen ein, auch wenn Stefan Kießling mit einem Latten-Kopfball das Anfangs-Bemühen der Leverkusener unterstrich, vom Sieger den Platz verlassen.

Auch Nationalkeeper Adler unsicher


Nach einem Fernschuss von Thorben Marx wurde Rene Adler von der Unsicherheit seiner Vorderleute angesteckt und musste den Ball nach vorn prallen lassen - Brouwers ließ sich die Chance nicht entgehen. Nachdem Patrick Herrmann noch vor der Pause den Ball aus 18 Metern ins Eck setzte, rieben sich die reichlich 2000 Gladbach-Fans unter den 30.210 Besuchern schon verwundert die Augen, doch ihr Team setzte auch in Halbzeit zwei weiter auf voll Angriff.

Ein Hammer-Freistoß von Juan Arango aus 29 Metern sorgte nach 56 Minuten praktisch für die Entscheidung in einer der torreichsten Partien in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Arturo Vidal verkürzte zwar mit einem an ihm selbst verursachten Foulelfmeter (58.) auf 2:4, doch nur zwei Minuten später beteiligte sich auch Neuzugang Idrissou mit einem verwandelten Abpraller am Gladbacher Trefferreigen. Jung-Nationalspieler Marco Reus krönte den Borussen- Sturmlauf mit dem 6:2 (69.), so dass Trainer Jupp Heynckes auf der Bayer-Bank nur entsetzt den Kopf schütteln konnte. Bisher hatte er noch keines seiner sechs Spiele auf der Bayer-Bank gegen sein einstiges Team verloren. Das 3:6 durch Kießling (70.) konnte seine Stimmung kaum heben.

Ballack ist völlig außer Form


Deprimierend verlief die Partie auch für Nationalmannschaft- Kapitän Michael Ballack, der keinerlei Akzente setzen konnte, den Elfmeter nicht schießen durfte und dann von Heynckes nach 63 Minuten ausgewechselt wurde. Auch Abwehrchef Sami Hyypiä, der gerade seinen Vertrag bis 2012 verlängert hatte, konnte diesmal der Bayer-Deckung keine Sicherheit verleihen.

Der Fehlstart des VfB Stuttgart in die neue Saison ist perfekt. Borussia Dortmund bescherte den Schwaben im eigenen Stadion eine bittere 1:3-Heimpleite. Nach dem Schock des frühen Eigentors von Khalid Boulahrouz (5.), der eine Flanke von BVB-Verteidiger Marcel Schmelzer (5.) abfälschte, erholten sich die Gastgeber lange nicht. Begünstigt durch weitere unglaubliche Patzer der desolaten VfB-Deckung sorgten Lucas Barrios (26.) und der erst 18-jährige Mario Götze (37.) mit seinem ersten Bundesliga-Treffer schon vor der Pause für die Entscheidung.

Stuttgart mit peinlicher Vorstellung in erster Halbzeit


Stuttgarts Trainer Christian Gross reagierte und nahm den völlig indisponierten Innenverteidiger Georg Niedermeier und den wirkungslosen Stürmer Ciprian Marica aus der Mannschaft und brachte stattdessen Daniel Didavi und Martin Harnik. Die Wechsel und die Halbzeitansprache sorgten auch dafür, dass in der zweiten Halbzeit eine andere Stuttgarter Mannschaft auf dem Platz stand und endlich Fußball spielte. Aber für eine Aufholjagd alà Mainz reichte es nicht. Stuttgart erzielte nur noch einen Treffer durch Nationalspieler Cacau (69.). Die jungen Dortmunder spielten zwar lange nicht mehr so souverän, brachten den Vorsprung aber verdient über die Zeit.

DPA/tis / DPA

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