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Fußball-Bundesliga: Hannover stürmt auf Platz zwei

Hannover bleibt dran: Das Team von Mirko Slomka hat verdient gegen Eintracht Frankfurt gewonnen und ist auf den zweiten Tabellenplatz geklettert. Köln kam gegen zehn Lauterer auf dem Betzenberg nicht über ein Remis hinaus.

Hannover hat sich zum ersten Verfolger von Tabellenführer Borussia Dortmund aufgeschwungen. Das Team von Mirko Slomka feierte bei Eintracht Frankfurt einen verdienten 3:0-Erfolg und machte in der Tabelle einen Sprung vom vierten auf den zweiten Tabellenplatz. Im zweiten Sonntagsspiel trennten sich der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Köln 1:1. Köln verpasste damit die Chance, auf einen Nicht-Abstiegsplatz zu klettern, und belegt weiter Platz 16.

Hannover bleibt nach dem Sieg in Frankfurt eines der großen Überraschungsteams der Liga. Durch Tore von Mohammed Abdellaoue (15. Minute), Christian Schulz (21.) und Didier Ya Konan (89.) kamen die Niedersachsen zu einem verdienten 3:0 (2:0)-Sieg bei Eintracht Frankfurt und haben jetzt 34 Punkten auf dem Konto. Das ist ein Punkt mehr als in der gesamten vergangenen Saison, als Hannover mit 33 Punkten knapp dem Abstieg entging. Die internationalen Ambitionen der ersatzgeschwächten Hessen, die mit 26 Zählern Achter sind, erhielten mit der vierten Heimpleite der Saison dagegen einen herben Dämpfer.

Slomka: Ein tolles Gefühl


"Es ist ein tolles Gefühl, mal auf Platz zwei zu stehen", sagte 96-Trainer Mirko Slomka nach dem sechsten Sieg aus den vergangenen sieben Spielen. Für eine Überraschung hatte er im Tor gesorgt: Statt der Nummer 1 Florian Fromlowitz kam der bisherige Ersatzkeeper Ron- Robert Zieler zum Einsatz - und enttäuschte seinen Coach nicht. Der 21-Jährige hielt tadellos und rechtfertigte mit einigen Paraden in der Endphase Slomkas Vertrauen. "Er hat sehr, sehr gute Szenen gehabt. Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht", sagte der Coach, der sich im Vertragspoker mit der 96-Führung "in sehr guten Gesprächen" sieht.

Im Angriff begann wieder Torjäger Ya Konan nach überstandener Knie-Operation neben dem Norweger Abdellaoue. Und das 96-Sturmduo hatte gegen die umformierte Eintracht-Innenverteidigung, in der der 18-jährige Kevin Kraus aus der Not geboren neben dem gelernten Mittelfeldspieler Ricardo Clark sein Ligadebüt gab, gleich zu Beginn seinen Spaß. Nach einem Pass von Sergio Pinto entwischte Abdellaoue seinem Begleiter Clark und schob zur frühen Führung ein.

Frankfurt in der Defensive schwach


Sechs Minuten später begünstigte Clark auch den zweiten 96- Treffer. Nach einem Eckball von Konstantin Rausch verlor der Amerikaner den Überblick, so dass Schulz unbedrängt mit dem 400. Bundesliga-Auswärtstor der Clubgeschichte zum 2:0 einköpfen konnte. "Es hat von A bis Z bei uns nicht gestimmt. Wir haben die hinten im Stich gelassen", sagte der selbstkritische Mittelfeldantreiber Pirmin Schwegler. "Die Hannoveraner haben eiskalt ihre Tore gemacht, bei uns hat das gewisse Etwas gefehlt", meinte Kapitän Patrick Ochs.

Die Eintracht kam zum Rückrundenstart überhaupt nicht in Schwung. Zwar bemüht, aber ohne Spritzigkeit verloren die Hessen viel zu viele Zweikämpfe, um gegen die dicht gestaffelte 96-Defensive zu Chancen zu kommen. Erst die eingewechselten Ioannis Amanatidis (75.) und Caio (84./90.+1) zwangen den von Manchester United gekommenen Zieler zu Paraden.

Hannover setzt gefährliche Konter


Völlig anders die Gäste, die nahtlos an ihre herausragende Hinrunde anknüpften. Ganz auf ihre Konterstärke bauend, waren die Hannoveraner auch im zweiten Durchgang brandgefährlich. Bei einer Doppelchance in der 53. Minute traf Pinto den Pfosten, dann Abdellaoue das Außennetz.

Mit der Einwechslung von Martin Fenin und der Umstellung auf ein Zwei-Spitzen-System wollte Eintracht-Coach Michael Skibbe, dem vier gelernte Innenverteidiger verletzt fehlten, nach Wiederbeginn neue Offensivakzente setzen. Zwar wurde das Spiel der Hessen danach auch strukturierter und besser, zu echten Chancen kamen sie aber nicht. Hannovers Sieg, den Ya Konan mit seinem zehnten Saisontreffer endgültig perfekt machte, war insgesamt klar und verdient.

Kaiserslautern erkämpft einen Punkt


Im zweiten Sonntagsspiel trennten sich Kaiserslautern und die grippegeplagten Kölner auf dem Betzenberg 1:1. Obwohl die Pfälzer in Rückstand gerieten und Torjäger Srdjan Lakic (39.) durch eine rote Karte verloren, kämpfte sich das Team von Marco Kurz (der unter Woche ebenfalls mit Grippe flachgelegen hatte) zurück in die Partie und holte am Ende verdient einen Punkt. Jan Moravek (51. Minute) erzielte vor 42.295 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion den Ausgleich für die Pfälzer, die mit 22 Punkten auf den zehnten Platz der Fußball-Bundesliga kletterten. Im Gegensatz zu Mitaufsteiger FC St. Pauli steht Kaiserslautern nach 18. Spieltagen also sehr gut da.

Die Führung für Köln erzielte Lukas Podolski (29.). Ein katastrophaler Rückpass von Innenverteidiger Rodnei prallte zunächst an den Pfosten, Podolski war zur Stelle und schob den Ball reaktionsschnell über die Linie. Aber der FCK kam mit Herz und Engagement aus der Kabine und erzielte den verdienten Ausgleich.

DPA/tis / DPA

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