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Fußball Die Spieler des Monats Oktober


Ab sofort kürt die Redaktion von sportal.de die Spieler des Monats in den vier großen europäischen Ligen. In Deutschland ist derzeit Bastian Schweinsteiger das Nonplusultra, in England, Spanien und Italien kommen dagegen drei Stürmer zum Zuge – wobei ein Gewinner auch ein Kind der Bundesliga ist.

Anfang Januar kürt die FIFA wieder den Weltfußballer des Jahres. In der Kandidatenliste stehen bis auf Neymar (FC Santos) und Samuel Eto’o (Anzhy Makachkala) nur Spieler, die in den vier großen europäischen Ligen spielen. Hier spielen die größten Akteure des Planeten, hier wird das meiste Geld umgesetzt und in der Regel kommt auch der Champions League-Sieger aus diesen Ligen.

Auch deshalb werden wir ab sofort zu Beginn eines jeden Monats die vier Spieler küren, die mit ihren herausragenden Leistungen in Deutschland, England, Spanien und Italien für Aufsehen gesorgt haben, die, egal auf welcher Position, einen besonderen Anteil am Erfolg ihrer Mannschaft hatten und sich ganz individuell mit ihren Leistungen abgrenzen konnten vom Rest der jeweiligen Liga.

In die redaktionelle Bewertung – die Spieler des Monats werden unabhängig von Notensystemen festgelegt – fließen die Leistungen aus den Spielen der Bundesliga, Premier League, Primera División und Serie A ein. Wieviele Tore und Vorlagen gehen auf die Konten der Stürmer, wie spielbestimmend war ein Mittelfeldakteur, wer hat den Laden in der Defensive besonders zusammengehalten? Anhand solcher Kriterien wird eine Vorauswahl getroffen und die Redaktion von sportal.de entscheidet, wer sich letztlich durchsetzt.

Selbstverständlich liefern wir auch eine Begründung für die Wahl und sagen, warum der eine oder andere Konkurrent leer ausgeht. Uns ist auch bewusst, dass Spieler, die zudem auch international im Einsatz sind, es viel leichter haben, sich zu zeigen, aber hier soll es nur um die Bewertung der Leistungen in den nationalen Ligen gehen. Aber genug der Erläuterungen, hier kommen die vier Spieler des Monats Oktober.

Bundesliga: Bastian Schweinsteiger

Ein erster Blick auf die Ergebnisse im Oktober ließ unsere Redaktion zunächst zu dem Schluss kommen, keinen Spieler des FC Bayern wählen zu können. Immerhin fällt in diese Zeit die ersten Niederlage gegen Hannover 96 und das etwas schmeichelhafte Remis in Hoffenheim. Auf den ersten Blick verloren den Münchner an Dominanz, das muss sich doch auch in den individuellen Leistungen widerspiegeln.

Doch an Bastian Schweinsteiger führt im Moment einfach kein Weg vorbei, die Nummer 31 des FC Bayern hat sich wieder an das Niveau der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika herangekämpft und ist derzeit der wohl beste Spieler der Bundesliga. Diesen Eindruck konnten auch die angesprochenen Auswärtsspiele nicht verwässern, Schweinsteiger gehörte dort zu den besten Bayern.

Schweinsteiger hat die Wandlung zum Leader vollzogen. Seine Position im defensiven Mittelfeld gibt diese Rolle ohnehin her, nach einer stagnierenden letzten Saison füllt er diesen Anspruch mit neuem Leben. Schweinsteiger ist sehr laufstark, dirigiert seine Mitspieler, zeichnet sich durch geschicktes Zweikampfverhalten aus, seine Pässe sind sehr präzise und er glänzt auch als Torschütze.

Bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres dürfte Schweinsteiger trotzdem eher chancenlos sein, zu schwankend war sein erstes Halbjahr 2011 und zu erfolglos sein Club in der vergangenen Saison. Bei uns hat sich der 26-Jährige gegen Bremens Claudio Pizarro, Schalkes Klaas-Jan Huntelaar, die Dortmunder Mats Hummels und Robert Lewandowski sowie den Gladbacher Marco Reus durchgesetzt.

Premier League: Robin van Persie

Nach dem fünften Spieltag der Premier League sprach viel für eine katastrophale Saison des FC Arsenal. Die Abwehr war ein Chaos, 14 Gegentore waren eine ähnlich schreckliche Bilanz wie die vier Punkte, die die Gunners erst gesammelt hatten. Doch seitdem hat sich viel getan, die Defensive hat sich stabilisiert und vorne startete Robin van Persie einen wahnsinnigen Lauf.

In den vier Spielen im Oktober erzielte der Niederländer sieben Tore, sicherte seinem Team so neun Zähler und ließ Arsenal vorerst wieder auf Rang sieben klettern. Beim 2:1-Sieg gegen Sunderland machte van Persie beide Tore, gegen Stoke wurde er nach 67 Minuten eingewechselt und machte aus einem 1:1 einen 3:1-Sieg und zur Krönung erlegte er den Stadtrivalen Chelsea beim 5:3-Auswärtserfolg mit drei Treffern ebenfalls fast im Alleingang – der Oktober war ein magischer Monat für van Persie.

Dabei ist die Bilanz des Stürmers für das gesamte Jahr 2011 herausragend, in 27 Partien der Premier League machte van Persie 28 Tore – Gerd Müller lässt grüßen. Trainer Arsene Wenger würde den bis 2013 laufenden Vertrag gerne vorzeitig verlängern. "He is on fire", erzählte Wenger dem Guardian. "Er hat einen Riesen-Vorteil seine Klasse einzusetzen, da wir viel attackieren und uns Chancen erarbeiten. Die Intelligenz seiner Bewegungen im Strafraum und die Treffgenauigkeit seiner Abschlüsse sind einzigartig."

Primera División: Gonzalo Higuain

Wäre die Liste der Erfolge von Real Madrid nicht schon so lang, müsste der Oktober zu historisch anmutenden Begeisterungsstürmen verleiten. Die Königlichen gewannen alle fünf Spiele in der spanischen Liga, schafften dabei ein Torverhältnis von 16:1 und siegten auch in der Champions League gegen den einstigen Angstgegner Olympique Lyon mit 4:0.

Gonzalo Higuain erzielte acht der 16 Tore und stellte damit auch Cristiano Ronaldo deutlich in den Schatten. Dabei ging Higuain nach seiner schweren Rückenverletzung der vergangenen Saison nur als Joker ins neue Jahr, Karim Benzema hatte ihm zunächst den Rang als Stürmer Nummer eins abgelaufen. Doch der Argentinier kämpfte, auch in dem Wissen, dem Ende der Karriere wegen der Bandscheiben-OP nur knapp entgangen zu sein.

Ob die Leistungssteigerung von Higuain und des gesamten Teams von Real mal wieder zum Titel führt, ist derzeit noch nicht zu sagen. Im Dezember kommt es zum ersten Clasico der laufenden Saison, dann wissen wir vielleicht mehr – im Moment haben die Königlichen im Rennen mit dem FC Barcelona leicht die Nase vorn.

Serie A: Miroslav Klose

Gerne wird deutschen Medien die verklärende Darstellung von Leistungen deutscher Spieler im Ausland vorgeworfen. An Miroslav Klose führt im Oktober aber kein Weg vorbei. Der Stürmer von Lazio Rom spielt in der Serie A auf, als hätte es das schwierige Reservistendasein beim FC Bayern nie gegeben.

Die Zahlen in diesem Monat sind mit vier Toren in fünf Spielen zwar nicht ganz so herausragend wie die seiner Kollegen in England und Spanien, aber in Italien fallen grundsätzlich weniger Tore und alle vier Treffer waren für Punkte gut und damit für sein neues Team sehr wichtig – immerhin kann Lazio mit nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Juventus Turin vom Scudetto träumen.

Sicherlich hätte auch der eine oder andere Juve-Spieler wie Claudio Marchisio, Alessandro Matri oder Andrea Pirlo die Nominierung verdient gehabt, aber wie auch bei Antonio Nocerino (AC Mailand) oder Antonio di Natale (Udinese) fehlte die absolute Konstanz in den Leistungen. Und keiner der Genannten hat im hasserfüllten Derby gegen AS Rom in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer erzielt – ein Tor, das Klose jetzt schon unsterblich unter den Laziali macht.

Die italienische Presse liegt Klose in jedem Fall schon zu Füßen. Die häufig sehr kritischen Sportblätter überschlagen sich und stellen die Wichtigkeit Kloses, der mittlerweile sogar überlegt im DFB-Team bis 2014 weiterzumachen, heraus. "Er ist ein Tor-Hai", schrieb der der Corriere dello Sport. "Lazio fliegt in den Fußball-Olymp und kämpft jetzt um den Titel." Nach dem achten Tor im elften Pflichtspiel ergänzte La Reppublica: "Mythos Klose ist derart gewohnt, bei jeder Gelegenheit zu treffen, dass ihn ein weiteres Erfolgserlebnis nicht zu berühren scheint. Er trifft und ändert nicht einmal seinen Gesichtsausdruck."

Marcus Krämer

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