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Angebot vom FC Barcelona Gerüchte um Lewandowski-Abgang sorgen für Unruhe beim FC Bayern — Salihamidzic muss nun liefern

Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic
Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic
© Friso Gentsch / DPA
Geht er oder bleibt er? Die Aussichten auf eine Vertragsverlängerung von Robert Lewandowski sind offenbar gesunken. Viel spricht dafür, dass der Angreifer im Sommer den FC Bayern verlässt. Für Sportvorstand Hasan Salihamidzic wäre das eine Katastrophe. 

Noch steht nicht fest, ob der beste Torjäger der Welt den FC Bayern nach acht Jahren am Ende der Saison verlässt. Fest steht lediglich, dass die Königspersonalie für Sportvorstand Hasan Salihamidzic zu einer echten Herausforderung wird. Sollte der Weltfußballer des Jahres den Rekordmeister tatsächlich verlassen, käme das einer Zäsur gleich. Es würde endgültig das Ende der mutmaßlich erfolgreichsten Ära der Bayern markieren. Und Salihamidzic müsste adäquaten Ersatz liefern, was schwer werden könnte.

Im Verein halten sie sich bedeckt. "Er hat sehr engagiert trainiert, auch ein paar gute Tore gemacht", sagte Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem letzten Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Mehr wollte er nicht preisgeben, außer dass er erneut sein "Credo" erklärte: "Ich werde mich niemals öffentlich für oder gegen was aussprechen, dass es dann Gesetz sein soll. Dafür bin ich nicht wichtig genug, und das soll auch in Zukunft so bleiben." Dass er sich mit Lewandowski natürlich austausche und er seine "Gedanken" kenne, sagte Nagelsmann ebenfalls.

Gerüchte um Lewandowski sorgen für Unruhe

Salihamidzic und zuletzt Präsident Herbert Hainer schlossen zwar einen Wechsel in diesem Sommer aus, doch das muss nichts heißen. Seit durchgesickert ist, dass Lewandowski seinen 2023 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle, geht es an der Säbener Straße deutlich unruhiger zu. Schon das Hickhack um die Vertragsverlängerungen von Thomas Müller und Manuel Neuer hatte wochenlang für Nebenkriegsschauplätze gesorgt. 

Die Ausgangslage bei Lewandowski ist eindeutig: Entweder geht er in einem Jahr ablösefrei oder die Bayern versuchen, ihn in diesem Sommer noch profitbringend zu verkaufen. Der FC Barcelona soll dem Weltfußballer des Jahres einen Dreijahresvertrag angeboten haben. Lewandowski habe den Bayern mitgeteilt, dass er das Angebot gern annehmen wolle, hieß es. Eine andere Lösung ist nicht in Sicht. In München hätte der 34-Jährige lediglich eine Verlängerung um ein Jahr in Aussicht, so wie bei Thomas Müller. Das ist Lewandowski aber zu wenig. Bei einer Ablöse von 30 oder 40 Millionen Euro wäre er wohl weg.

Ein Abgang des Superstars würde den Klub erschüttern. Der (bald) siebenfache Torschützenkönig war noch mehr als Neuer oder Müller das Gesicht der Bayern. Der Pole stand und steht für das Markenzeichen Weltklasse. Salihamidzic müsste einen angemessenen Nachfolger finden, doch das dürfte schwierig sein. Auch die Bayern spüren die Folgen von zwei Jahren Corona-Pandemie. Der Transfer von Erling Haaland zu Manchester City hat deutlich gemacht, dass die Münchner bei solchen Deals finanziell nicht mithalten können und wollen (Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn: "(... außerhalb unserer Vorstellungen").

Robert Lewandowski soll verärgert gewesen sein

Die Sache mit Haaland hat aber nicht nur die finanziellen Machtverhältnisse im europäischen Fußball einmal mehr deutlich gemacht, sondern soll zusätzlich Lewandowski verärgert haben. Zeigte das Münchner Interesse an dem Norweger doch, dass die Bayern längst an einen Lewandowski-Ersatz gedacht haben. Gerüchteweise sollen die Bayern Interesse an Patrik Schick (Bayer Leverkusen), Romelu Lukaku (FC Chelsea) und Christopher Nkunku (RB Leipzig).

Einen ähnlich talentierten und ehrgeizigen Angreifer zu finden, wird die Reifeprüfung für Salihamidzic sein, denn unangefochten ist er in München nicht. Seitdem er seine Arbeit als Sportdirektor 2017 aufnahm, begleitet ihn Kritik. Erst wurde er nur als holprig formulierender Lehrling von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wahrgenommen, dann kreidete man ihn an, dass er die Abgänge von Niklas Süle (Borussia Dortmund), David Alaba (Real Madrid) und Jerome Boateng (Olympique Lyon) zuließ — alle ablösefrei.

Besonders der Weggang von Abwehrchef Alaba, der maßgeblich zu den Stützen des Triple-Gewinns unter Trainer Hansi Flick gehörte, wirkte sich sportlich negativ aus. Doch auch für Alaba galt: Der FC Bayern überschreitet bestimmte finanzielle Grenzen nicht, wenn das nicht nicht im Sinne des Klubs ist. Wie ernst es den Bayern damit ist, zeigte der damalige Pöbel-Anfall von Hoeneß gegen Alaba und dessen Berater in der Sendung "Doppelpass", der vielen noch in unangenehmer Erinnerung.

Die Handlungsmaxime gilt genauso für Salihamidzic. So wichtig Lewandowski ist: Der FC Bayern diktiert die Bedingungen, nicht der Profi. Das bekam auch Triple-Trainer Hansi Flick zu spüren. Der forderte öffentlich Verstärkungen und verließ den Verein, nachdem er sich mit Salihamidzic zerstritten hatte und im Januar 2020 lediglich den Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola für 20 Millionen bekommen hatte. 

Quellen: DPA, "Süddeutsche Zeitung", "kicker", "t-online","spox", "sport1", "Bild"


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